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Kupfer-Aus vor dem Haus? Debatte um Startschwelle für Kupfermigration

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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BREKO will regionale Kupfer-Glas-Migrationen ab 85 Prozent Homes Passed einleiten. Die Bundesnetzagentur setzt in ihrem Konzept 80 Prozent Homes Connected voraus. Die Quoten messen verschiedene Ausbauzustände: Bei Homes Passed liegt Glasfaser nahe am Grundstück, bei Homes Connected bereits im Gebäude. Der Unterschied entscheidet über Umfang und Tempo der Migration.

Die Debatte betrifft den Start der Kupfer-Glas-Migration. BREKO und Bundesnetzagentur setzen dafür unterschiedliche Ausbauschwellen an.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die Debatte betrifft den Start der Kupfer-Glas-Migration. BREKO und Bundesnetzagentur setzen dafür unterschiedliche Ausbauschwellen an.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Der Bundesverband Breitbandkommunikation will den Übergang vom Kupfer- zum Glasfasernetz früher beginnen lassen als die Bundesnetzagentur. In seiner Marktanalyse 2026 fordert der Verband, den Migrationsprozess in einem regionalen Abschaltgebiet einzuleiten, sobald 85 Prozent der Anschlüsse als Homes Passed gelten.

Die Schwelle betrifft nicht die unmittelbare Abschaltung von DSL. Sie markiert aus Sicht des BREKO den Beginn eines geregelten Verfahrens, in dem weitere Gebäude angeschlossen und Kunden auf Glasfaser migriert werden. Nach Schätzung des Verbands liegen 5,7 Millionen Homes Passed in Gebieten, die diese Quote bereits erreichen. Das entspricht 19,9 Prozent aller bundesweit als Homes Passed erfassten Anschlüsse.

Glasfaser an der Straße oder im Gebäude

Homes Passed und Homes Connected beschreiben unterschiedliche Ausbaustufen. Als Homes Passed gelten nach der BREKO-Definition Anschlüsse, bei denen Glasfaser nahe an der Grundstücksgrenze liegt und ein aktiver Anschluss technisch innerhalb von vier Wochen möglich sein soll. Für Homes Connected muss die Leitung bereits bis ins Gebäude oder zur Netzabschlusseinrichtung des Endkunden geführt sein.

Der Ausbau steht bundesweit noch deutlich vor der eigentlichen Kupferablösung. Zum 30. Juni 2026 erfasste die BREKO-Marktanalyse 28,7 Millionen Homes Passed. Davon waren 13,8 Millionen Gebäude und Wohnungen als Homes Connected bereits tatsächlich an Glasfaser angeschlossen. Das entspricht 48,1 Prozent der Homes Passed. 7,9 Millionen Anschlüsse waren aktiv. 14,9 Millionen Homes Passed, also 51,9 Prozent, lagen noch nicht als Homes Connected vor.

Die Bundesnetzagentur setzt in ihrem Regulierungskonzept zur Kupfer-Glas-Migration einen anderen Maßstab an. Der Prozess soll bei mindestens 80 Prozent Homes Connected starten. Die Behörde knüpft damit an Standorte an, die bereits tatsächlich mit FTTH versorgt sind. Für die spätere Kupferabschaltung verlangt sie grundsätzlich eine nahezu flächendeckende Versorgung sowie geeignete Open-Access-Produkte für Drittanbieter.

BREKO verbindet Schwelle mit Investitionen

In der BREKO-Befragung unter 144 Netzbetreibern erklärten 77,1 Prozent, eine wettbewerbskonforme und regelgebundene Kupfer-Glas-Migration erhöhe ihre Investitionsbereitschaft. 47,9 Prozent hielten es für wahrscheinlich, ohne eine solche Regelung in Teilen ihrer Ausbaugebiete auf weiteren Glasfaserausbau zu verzichten.

47,9 Prozent der Befragten halten einen teilweisen Verzicht auf weiteren Ausbau ohne regelgebundene Migration für wahrscheinlich. Eine knappe Mehrheit von 52,1 Prozent hält ihn dagegen für unwahrscheinlich.

Der BREKO leitet aus der Befragung politische Forderungen ab. Im Entwurf für das TKG-Änderungsgesetz 2026 soll § 22a nach Verbandsposition gestrichen und § 22b verändert werden. Der Verband richtet sich gegen zusätzliche Zugangsregeln für Unternehmen ohne beträchtliche Marktmacht. Diese Kritik der Glasfaserbranche an der TKG-Novelle steht dem Anliegen anderer Marktakteure gegenüber, diskriminierungsfreie Regeln für die Kupfer-Glas-Migration verbindlich abzusichern.

EU-Rahmen bleibt offen

Die Europäische Kommission hat den Digital Networks Act im Januar 2026 vorgeschlagen. Der Entwurf sieht nationale Übergangspläne vor, die die Ablösung der Kupfernetze zwischen 2030 und 2035 begleiten sollen. Die Mitgliedstaaten sollen ihre Pläne 2029 vorlegen.

Eine feste Schwelle von 85 Prozent Homes Passed enthält der Vorschlag nicht. Die Folgenabschätzung der Kommission nennt rund 95 Prozent Glasfaserabdeckung als Orientierung für die tatsächliche Kupferabschaltung. Das ist nicht mit dem Beginn einer Migration gleichzusetzen. Der Digital Networks Act ist noch nicht beschlossen.

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Auch der VATM fordert klare Regeln. Der Verband verweist auf das Risiko, dass Abschaltungen vor allem dort beschleunigt werden könnten, wo der Inhaber des Kupfernetzes bereits eigene Glasfasernetze betreibt. Die Bundesnetzagentur hält dagegen fest, dass ein Migrationsverfahren unabhängig davon beginnen können soll, welcher Betreiber das Glasfasernetz errichtet hat.

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