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Definition Was ist eine Fritzbox?

Fritzbox ist die Produktbezeichnung für eine Routerserie des Berliner Unternehmens AVM. Die Router eignen sich je nach Modell für verschiedene Internetanschlüsse. Aufgrund des großen Funktionsumfangs und der guten Management- und Diagnosemöglichkeiten kommen Fritzboxen neben dem privaten Umfeld häufig auch für (semi-)professionelle Anwendungen zum Einsatz.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Die korrekte Produktschreibweise für die Fritzbox gemäß Hersteller lautet FRITZ!Box. Es handelt sich um den Namen einer Router-Produktserie des deutschen Unternehmens AVM. AVM ist ein in Berlin ansässiger Hersteller von Produkten aus dem Netzwerk- und Telekommunikationsumfeld.

Die Fritzbox-Router des von vier Studenten im Jahr 1986 gegründeten Unternehmens haben sich in Deutschland in vielen Bereichen zu marktführenden Geräten entwickelt. Je nach Modell unterstützen die Fritzboxen Internetanschlusstechniken wie ADSL, VDSL, VDSL2 (mit Vectoring), ADSL2+, G.fast, Kabel (DOCSIS), Glasfaser (FTTH) oder Mobilfunk (LTE).

Darüber hinaus sind die Geräte mit Switchfunktionalität für den Anschluss lokaler Endgeräte ausgestattet und besitzen zahlreiche weitere Funktionen. Unter anderem integrieren sie einen WLAN-Accesspoint, fungieren als Telefonanlage für analoge, digitale und VoIP-basierte Telefonie inklusive DECT-Basisstation und ermöglichen es, per USB-Anschluss Geräte wie Datenspeicher oder Drucker im Netzwerk bereitzustellen.

Als Betriebssystem arbeitet auf den Routern das auf Linux basierende Fritz!OS. Einige Internetprovider wie 1&1 oder die Deutsche Telekom bieten ihren Kunden eigene OEM-Versionen der Fritzbox mit abgewandeltem Betriebssystem und angepasstem Design an. Beliebt sind die Fritzboxen unter anderem wegen ihrer benutzerfreundlichen Administrationsoberfläche und ihrer Leistungsfähigkeit. Neben dem privaten Umfeld eignen sich die Router aufgrund ihres großen Leistungsumfangs auch für den semiprofessionellen oder professionellen Einsatz.

Die verschiedenen Anschlusstypen und Modelle der FRITZ!Box

Die FRITZ!Box ist in verschiedenen Modellvarianten mit unterschiedlichem Leistungsumfang und für verschiedene Internetanschlussarten verfügbar. Es werden alle im Privatumfeld gängigen Internetzugänge unterstützt. Dies sind:

  • xDSL-Varianten wie ADSL/ADSL2+ und VDSL inklusive Technologien wie VDSL-Supervectoring 35b
  • Kabelzugänge per DOCSIS (Routermodelle der Serie FRITZ!Box Cable)
  • Mobilfunkzugänge per LTE (Routermodelle der Serie FRITZ!Box LTE)
  • Glasfaserzugänge im FFTH-Umfeld (Routermodelle der Serie FRITZ!Box Glasfaser)

Darüber hinaus haben einige Modelle auf WAN-Seite einen LAN-Anschluss und sind in Kombination mit einem externen Modem mit fast beliebigen Anschlusstechniken nutzbar.

Die Modellreihen sind mit vierstelligen Zahlen benannt. Bei der FRITZ!Box 7590 handelt es sich beispielsweise um einen DSL-Router für IP-basierte Anschlüsse mit integrierter Telefonanlage, Mesh-WLAN mit Unterstützung des 2,4- und 5-GHz-Bands, Gigabit Ethernet, DECT-Basisstation, USB-Anschlussmöglichkeit und vielen weiteren Funktionen.

Die FRITZ!Box 6591 Cable ist für den Kabelanschluss konzipiert und ebenfalls mit WLAN, Gigabit Ethernet, Telefonanlage und weiteren Funktionen ausgestattet. Neben diesen Modellen existieren viele weitere Fritzboxen.

Wichtige Funktionen der FRITZ!Box

Neben der Internetkonnektivität per DSL, Kabel, Mobilfunk oder Glasfaser bieten die Fritzboxen zahlreiche weitere Funktionen. Hier ein Überblick über wichtige Funktionen der Router. Der Funktionsumfang kann sich von Routermodell zu Routermodell unterscheiden:

  • WLAN-Accesspoint mit Dual-Band-WLAN, Mesh-Funktionen, MU-MIMO und separiertem Gast-WLAN
  • integrierte Telefonanlage für analoge, digitale (ISDN) und VoIP-basierte Telefonie
  • Unterstützung von HD-Telefonie
  • integrierte DECT-Basisstation
  • integrierter Anrufbeantworter
  • integrierte Faxfunktion
  • Multimediaserver
  • USB-Dateiserver
  • USB-Druckerserver
  • LAN-Switch
  • Virtual Private Network (VPN)
  • Vernetzung und Steuerung von Smart-Home-Geräten
  • integrierte Firewall
  • Network Address Translation (NAT)
  • Portweiterleitung
  • Internetsperrlisten beispielsweise für Kinder
  • automatische Betriebssystemupdates
  • automatische Benachrichtigung per E-Mail bei bestimmten Aktivitäten
  • grafische Benutzeroberfläche
  • umfangreiche Diagnosemöglichkeiten bis zum Mitschneiden des Datenverkehrs
  • Fernzugriff aus dem Internet
  • zahlreiche Apps zur Bedienung und Steuerung der Fritzbox vom Smartphone aus

Die FRITZ!Box im privaten Umfeld

In Deutschland hat die Fritzbox im privaten Umfeld einen hohen Marktanteil. Unter anderem liegt das an der benutzerfreundlichen Oberfläche, der einfachen Einrichtung der Geräte, der Unterstützung zahlreicher Internetzugangstechnologien und den vielen nützlichen Zusatzfunktionen. Ein weiterer Grund ist, dass Internetprovider die Fritzbox teilweise als Standardrouter für ihre Anschlüsse anbieten oder ihren Kunden besondere OEM-Versionen der Fritzbox ausliefern. Unter anderem basierten einige Speedport-Routermodelle der Deutschen Telekom (zum Beispiel der Speedport W920V) auf Fritzbox-Hardware. Auch bei den Homeservern von 1&1 handelt es sich um Fritzboxen mit einem besonderen Farbdesign und eigenem 1&1-Logoaufdruck. Ebenfalls Fritzboxen vertreiben Internetprovider wie Vodafone, Unitymedia, Telefónica oder EWE TEL. Zahlreiche Erweiterungsprodukte von AVM für die Fritzbox und das Heimnetzwerk wie das FRITZ!Fon, der FRITZ!WLAN-Repeater, der FRITZ!Powerline-Adapter oder der FRITZ!DECT Repeater sorgen für eine noch bessere Usability der Fritzboxen im privaten Umfeld.

Die FRITZ!Box im professionellen und semiprofessionellen Umfeld

Fritzboxen sind eigentlich für den Einsatz als Consumer-Geräte vorgesehen. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, des großen Funktionsumfangs und der flexiblen Nutzungsmöglichkeiten erfreuen sich Fritzboxen aber auch im professionellen und semiprofessionellen Umfeld großer Beliebtheit. Sie sind in vielen Büros, Gastronomiebetrieben, Ladengeschäften oder Praxen zu finden. Im Vergleich zu professionellen Routern sind sie wesentlich günstiger. Was die Funktionalität angeht, bieten sie viele vergleichbare Funktionen wie professionelle Geräte. Für professionelle Anwender interessante Funktionen sind beispielsweise:

  • die VPN-Fähigkeit
  • umfangreiche Monitoring- und Diagnosemöglichkeiten bis hin zum Mitschneiden des Datenverkehrs
  • leistungsfähiger integrierter WLAN-Accesspoint mit Unterstützung mehrerer Frequenzbereiche und separiertem Gast-WLAN
  • integrierte SPI-Firewall (Stateful Packet Inspection)
  • konfigurierbare Port-Weiterleitungen
  • umfangreiche Telefonanlagenfunktionen inklusive Faxfunktion und mehreren Anrufbeantwortern
  • Freigabe von Geräten wie Drucker oder externen Festplattenspeichern im LAN per USB-Anschluss

Aktuelle Modelle der Fritzbox unterstützen 4 x 4 WLAN AC + N mit Multi-User MIMO mit bis zu 1.733 MBit/s (5 GHz). Der integrierte WLAN-Accesspoint besitzt eine gute Reichweite und sorgt mit Band Steering dafür, dass Dual-Radio-Clients nahtlos die Frequenzbänder wechseln. Für Gäste oder Kunden steht ein separiertes Gast-WLAN zur Verfügung. Die umfangreichen Monitoring- und Diagnosemöglichkeiten genügen in vielen Fällen den professionellen Anforderungen. So lassen sich Statistiken und Statusinformationen beispielsweise des Internetzugangs, der Routerauslastung oder der im LAN verbundenen Geräte grafisch aufbereitet auf der Benutzeroberfläche anzeigen und überwachen.

Selbst das Mitschneiden des Datenverkehrs verschiedener Schnittstellen und das anschließende Auswerten mit Programmen wie Wireshark ist möglich. Darüber hinaus können IP-Konfigurationen im LAN- und WAN-Bereich flexibel angepasst werden. Für das Remote-Management des Routers ist ein Fernzugang über das Internet möglich. Um die Router aus dem Internet über eine immer gleiche URL zu erreichen, stellt AVM den kostenlosen DynDNS-Dienst MyFritz! zur Verfügung.

Ein weiteres wichtiges Feature für die professionelle Nutzung ist die VPN-Fähigkeit der Fritzboxen. So lassen sich einzelne Heimarbeitsplätze über ein verschlüsseltes virtuelles privates Netzwerk an eine zentrale Fritzbox anbinden. Durch die VPN-Verbindung zweier Fritzboxen untereinander sind komplette Netzwerke unterschiedlicher Standorte über das Internet sicher koppelbar.

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