Definition

Was ist eine Fritzbox?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Fritzbox ist die Produktbezeichnung für eine Routerserie des Berliner Unternehmens AVM. Die Router eignen sich je nach Modell für verschiedene Internetanschlüsse. Aufgrund des großen Funktionsumfangs und der guten Management- und Diagnosemöglichkeiten kommen Fritzboxen neben dem privaten Umfeld häufig auch für (semi-)professionelle Anwendungen zum Einsatz.

Die korrekte Produktschreibweise für die Fritzbox gemäß Hersteller lautet FRITZ!Box. Es handelt sich um den Namen einer Router-Produktserie des deutschen Unternehmens AVM. AVM ist ein in Berlin ansässiger Hersteller von Produkten aus dem Netzwerk- und Telekommunikationsumfeld.

Die Fritzbox-Router des von vier Studenten im Jahr 1986 gegründeten Unternehmens haben sich in Deutschland in vielen Bereichen zu marktführenden Geräten entwickelt. Je nach Modell unterstützen die Fritzboxen Internetanschlusstechniken wie ADSL, VDSL, VDSL2 (mit Vectoring), ADSL2+, G.fast, Kabel (DOCSIS), Glasfaser (FTTH) oder Mobilfunk (LTE).

Darüber hinaus sind die Geräte mit Switchfunktionalität für den Anschluss lokaler Endgeräte ausgestattet und besitzen zahlreiche weitere Funktionen. Unter anderem integrieren sie einen WLAN-Accesspoint, fungieren als Telefonanlage für analoge, digitale und VoIP-basierte Telefonie inklusive DECT-Basisstation und ermöglichen es, per USB-Anschluss Geräte wie Datenspeicher oder Drucker im Netzwerk bereitzustellen.

Als Betriebssystem arbeitet auf den Routern das auf Linux basierende Fritz!OS. Einige Internetprovider wie 1&1 oder die Deutsche Telekom bieten ihren Kunden eigene OEM-Versionen der Fritzbox mit abgewandeltem Betriebssystem und angepasstem Design an. Beliebt sind die Fritzboxen unter anderem wegen ihrer benutzerfreundlichen Administrationsoberfläche und ihrer Leistungsfähigkeit. Neben dem privaten Umfeld eignen sich die Router aufgrund ihres großen Leistungsumfangs auch für den semiprofessionellen oder professionellen Einsatz.

Die verschiedenen Anschlusstypen und Modelle der FRITZ!Box

Die FRITZ!Box ist in verschiedenen Modellvarianten mit unterschiedlichem Leistungsumfang und für verschiedene Internetanschlussarten verfügbar. Es werden alle im Privatumfeld gängigen Internetzugänge unterstützt. Dies sind:

  • xDSL-Varianten wie ADSL/ADSL2+ und VDSL inklusive Technologien wie VDSL-Supervectoring 35b
  • Kabelzugänge per DOCSIS (Routermodelle der Serie FRITZ!Box Cable)
  • Mobilfunkzugänge per LTE (Routermodelle der Serie FRITZ!Box LTE)
  • Glasfaserzugänge im FFTH-Umfeld (Routermodelle der Serie FRITZ!Box Glasfaser)

Darüber hinaus haben einige Modelle auf WAN-Seite einen LAN-Anschluss und sind in Kombination mit einem externen Modem mit fast beliebigen Anschlusstechniken nutzbar.

Die Modellreihen sind mit vierstelligen Zahlen benannt. Bei der FRITZ!Box 7590 handelt es sich beispielsweise um einen DSL-Router für IP-basierte Anschlüsse mit integrierter Telefonanlage, Mesh-WLAN mit Unterstützung des 2,4- und 5-GHz-Bands, Gigabit Ethernet, DECT-Basisstation, USB-Anschlussmöglichkeit und vielen weiteren Funktionen.

Die FRITZ!Box 6591 Cable ist für den Kabelanschluss konzipiert und ebenfalls mit WLAN, Gigabit Ethernet, Telefonanlage und weiteren Funktionen ausgestattet. Neben diesen Modellen existieren viele weitere Fritzboxen.

Wichtige Funktionen der FRITZ!Box

Neben der Internetkonnektivität per DSL, Kabel, Mobilfunk oder Glasfaser bieten die Fritzboxen zahlreiche weitere Funktionen. Hier ein Überblick über wichtige Funktionen der Router. Der Funktionsumfang kann sich von Routermodell zu Routermodell unterscheiden:

  • WLAN-Accesspoint mit Dual-Band-WLAN, Mesh-Funktionen, MU-MIMO und separiertem Gast-WLAN
  • integrierte Telefonanlage für analoge, digitale (ISDN) und VoIP-basierte Telefonie
  • Unterstützung von HD-Telefonie
  • integrierte DECT-Basisstation
  • integrierter Anrufbeantworter
  • integrierte Faxfunktion
  • Multimediaserver
  • USB-Dateiserver
  • USB-Druckerserver
  • LAN-Switch
  • Virtual Private Network (VPN)
  • Vernetzung und Steuerung von Smart-Home-Geräten
  • integrierte Firewall
  • Network Address Translation (NAT)
  • Portweiterleitung
  • Internetsperrlisten beispielsweise für Kinder
  • automatische Betriebssystemupdates
  • automatische Benachrichtigung per E-Mail bei bestimmten Aktivitäten
  • grafische Benutzeroberfläche
  • umfangreiche Diagnosemöglichkeiten bis zum Mitschneiden des Datenverkehrs
  • Fernzugriff aus dem Internet
  • zahlreiche Apps zur Bedienung und Steuerung der Fritzbox vom Smartphone aus

Die FRITZ!Box im privaten Umfeld

In Deutschland hat die Fritzbox im privaten Umfeld einen hohen Marktanteil. Unter anderem liegt das an der benutzerfreundlichen Oberfläche, der einfachen Einrichtung der Geräte, der Unterstützung zahlreicher Internetzugangstechnologien und den vielen nützlichen Zusatzfunktionen. Ein weiterer Grund ist, dass Internetprovider die Fritzbox teilweise als Standardrouter für ihre Anschlüsse anbieten oder ihren Kunden besondere OEM-Versionen der Fritzbox ausliefern. Unter anderem basierten einige Speedport-Routermodelle der Deutschen Telekom (zum Beispiel der Speedport W920V) auf Fritzbox-Hardware. Auch bei den Homeservern von 1&1 handelt es sich um Fritzboxen mit einem besonderen Farbdesign und eigenem 1&1-Logoaufdruck. Ebenfalls Fritzboxen vertreiben Internetprovider wie Vodafone, Unitymedia, Telefónica oder EWE TEL. Zahlreiche Erweiterungsprodukte von AVM für die Fritzbox und das Heimnetzwerk wie das FRITZ!Fon, der FRITZ!WLAN-Repeater, der FRITZ!Powerline-Adapter oder der FRITZ!DECT Repeater sorgen für eine noch bessere Usability der Fritzboxen im privaten Umfeld.

Die FRITZ!Box im professionellen und semiprofessionellen Umfeld

Fritzboxen sind eigentlich für den Einsatz als Consumer-Geräte vorgesehen. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, des großen Funktionsumfangs und der flexiblen Nutzungsmöglichkeiten erfreuen sich Fritzboxen aber auch im professionellen und semiprofessionellen Umfeld großer Beliebtheit. Sie sind in vielen Büros, Gastronomiebetrieben, Ladengeschäften oder Praxen zu finden. Im Vergleich zu professionellen Routern sind sie wesentlich günstiger. Was die Funktionalität angeht, bieten sie viele vergleichbare Funktionen wie professionelle Geräte. Für professionelle Anwender interessante Funktionen sind beispielsweise:

  • die VPN-Fähigkeit
  • umfangreiche Monitoring- und Diagnosemöglichkeiten bis hin zum Mitschneiden des Datenverkehrs
  • leistungsfähiger integrierter WLAN-Accesspoint mit Unterstützung mehrerer Frequenzbereiche und separiertem Gast-WLAN
  • integrierte SPI-Firewall (Stateful Packet Inspection)
  • konfigurierbare Port-Weiterleitungen
  • umfangreiche Telefonanlagenfunktionen inklusive Faxfunktion und mehreren Anrufbeantwortern
  • Freigabe von Geräten wie Drucker oder externen Festplattenspeichern im LAN per USB-Anschluss

Aktuelle Modelle der Fritzbox unterstützen 4 x 4 WLAN AC + N mit Multi-User MIMO mit bis zu 1.733 MBit/s (5 GHz). Der integrierte WLAN-Accesspoint besitzt eine gute Reichweite und sorgt mit Band Steering dafür, dass Dual-Radio-Clients nahtlos die Frequenzbänder wechseln. Für Gäste oder Kunden steht ein separiertes Gast-WLAN zur Verfügung. Die umfangreichen Monitoring- und Diagnosemöglichkeiten genügen in vielen Fällen den professionellen Anforderungen. So lassen sich Statistiken und Statusinformationen beispielsweise des Internetzugangs, der Routerauslastung oder der im LAN verbundenen Geräte grafisch aufbereitet auf der Benutzeroberfläche anzeigen und überwachen.

Selbst das Mitschneiden des Datenverkehrs verschiedener Schnittstellen und das anschließende Auswerten mit Programmen wie Wireshark ist möglich. Darüber hinaus können IP-Konfigurationen im LAN- und WAN-Bereich flexibel angepasst werden. Für das Remote-Management des Routers ist ein Fernzugang über das Internet möglich. Um die Router aus dem Internet über eine immer gleiche URL zu erreichen, stellt AVM den kostenlosen DynDNS-Dienst MyFritz! zur Verfügung.

Ein weiteres wichtiges Feature für die professionelle Nutzung ist die VPN-Fähigkeit der Fritzboxen. So lassen sich einzelne Heimarbeitsplätze über ein verschlüsseltes virtuelles privates Netzwerk an eine zentrale Fritzbox anbinden. Durch die VPN-Verbindung zweier Fritzboxen untereinander sind komplette Netzwerke unterschiedlicher Standorte über das Internet sicher koppelbar.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Der IP-Insider-Adventskalender

Mitmachen und gewinnen: Preise im Wert von mehreren tausend Euro

Der IP-Insider-Adventskalender

Noch 23 Mal schlafen, dann ist Weihnachten. Doch bei uns ist bereits ab heute jeden Tag Bescherung! Im Adventskalender von IP-Insider gibt es ab sofort und bis Heiligabend jeden Tag tolle Vorweihnachtsgeschenke im Gesamtwert von mehreren tausend Euro für Sie. Mitmachen lohnt sich also. lesen

Internet über Satellit – Eine Alternative zu DSL und LTE

Das schnelle Internet aus dem All ist praxistauglich

Internet über Satellit – Eine Alternative zu DSL und LTE

Wer keinen Zugang zum schnellen Internet über DSL oder LTE erhält, kann auch einen Internetzugang über Satellit buchen. Hierbei gibt es allerdings einiges zu beachten – und es gibt Vor- und Nachteile, wenngleich die Technik mittlerweile praxistauglich ist. Wir zeigen, auf was Sie achten müssen. lesen

So funktioniert Wi-Fi 6 alias WLAN 11ax

Mehr Speed für alle – auch in überfüllten Funknetzen

So funktioniert Wi-Fi 6 alias WLAN 11ax

Jährlich werden etwa drei Milliarden neue Geräte mit integrierten WLAN-Funkmodulen weltweit verkauft. Das bringt bisherige 11ac-WLAN-Access-Points noch weiter an ihre Grenzen. Da kommt das neue Wi-Fi-6 alias WLAN-11ax gerade recht. Wir haben uns den neuen Standard genauer angesehen. lesen

Wi-Fi 6 oder 5G: Was ist besser?

Drahtlose Netzwerke der Zukunft

Wi-Fi 6 oder 5G: Was ist besser?

5G kommt und soll Wi-Fi ersetzen. Doch auch die Wi-Fi-"Fraktion" schraubt die Bandbreite nach oben. Was aber braucht und will der Endanwender wirklich? Vielleicht "nur" die stets beste Internetverbindung zu vertretbarem Preis? Technisch machbar, meint Wireless-Experte Cees Links. Dazu müsse man in der Branche aber umdenken. lesen

Internet per Kabel mit der AVM Fritz!Box 6590 Cable

Kampf den Standard-Routern der Kabel-Anbieter

Internet per Kabel mit der AVM Fritz!Box 6590 Cable

Die Standard-Kabel-Router der verschiedenen Kabel-Anbieter haben meist keinen guten Ruf und bieten häufig auch wenig Funktionen. Von AVM gibt es mit der Fritz!Box 6590 Cable ein Gerät, mit dem sich das Internet via Antennenkabel so nutzen lässt, wie mit DSL-Geräten von AVM. Wir zeigen was dabei zu beachten ist. lesen

Fingbox: ARP-Rowdy mit guten Absichten

Nutzer müssen Fingbox in the Middle vertrauen

Fingbox: ARP-Rowdy mit guten Absichten

Für ein einfaches Netzwerkgerät ohne Routingfunktionen bietet die Fingbox einen erstaunlichen Funktionsumfang. Wir haben uns genauer angeschaut, welche technischen Tricks der Anbieter hierfür nutzt. lesen

Fing: die geballte Macht von Find und Ping

Vom erfolgreichen Crowdfunding einer kostenlosen App

Fing: die geballte Macht von Find und Ping

Mit einer geradezu spektakulär erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne für ein Security- und Troubleshooting-Device hat Fing von sich Reden gemacht – dabei gelingt der Einstieg in das Netzwerkscanning noch immer kostenlos. lesen

Internet über DSL oder Mobilfunk

Ausfallsicheres Internet dank Fallback

Internet über DSL oder Mobilfunk

AVM spendiert der Fritz!Box 6890 LTE neben einem ADSL/VDSL-Modem auch ein LTE-Modem. Ist der Router mit einer LTE-SIM-Karte bestückt, könne er bei einem DSL-Ausfall automatisch auf Mobilfunk umschalten (Fallback-Funktion) und die Internetverfügbarkeit sichern. lesen

Fritz!OS 6.9x – Neuerungen für High-End-Fritz!Boxen

Mehr Leistung und Sicherheit für WLANs

Fritz!OS 6.9x – Neuerungen für High-End-Fritz!Boxen

Mit der neuen Version 6.90 seines Fritz!OS bietet AVM vor allem für seine neueren Fritz!Box-Topmodelle ab 7490/7590 mehr Leistung und Sicherheit. Insbesondere die Verwaltung von WLANs wurde verbessert. Wir zeigen die wichtigsten Neuerungen. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46236118 / Definitionen)