Definition

Was ist eine PBX?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

PBX steht für Private Branch Exchange und ist eine von zahlreichen Bezeichnungen für eine Telefonanlage – also jene Einrichtung, die mehrere Telefonie-Endgeräte untereinander und mit dem öffentlichen Telefonnetz verbindet.

Auf logischer Ebene betrachtet, verbindet eine PBX einerseits Telefonieendgeräte – also Telefone, Faxgeräte oder Anrufbeantworter (intern) untereinander. Andererseits stellt eine solche Anlage Verbindungen zu einer oder mehreren Leitungen des öffentlichen Telefonnetzes her.

Motivation und Vorzüge

Mit einer PBX können Netzteilnehmer eine größere Zahl von Geräten gleichzeitig an das öffentlichen Telefonnetz anbinden. Zudem ermöglichen es entsprechende Anlagen, kostenlos interne Gespräche zu führen und zusätzliche Komfortfunktionen zu nutzen, darunter Rufumleitungen, das Weiterverbinden und Makeln oder eine Röchelschaltung.

Schließlich liefert eine PBX häufig Daten zur Verrechnung von Telefonaten und reglementiert die möglichen Verbindungen von Nebenstellen. Je nach Konfiguration können Nebenstellen beispielsweise überhaupt nicht mit externen Netzteilnehmern kommunizieren (nicht amtsberechtigt), lediglich von externen Nummern angerufen werden (halbamtsberechtigt) oder ausschließlich Gespräche innerhalb des gleichen Ortsnetzes (ortsberechtigt) oder zu vordefinierten Partnern (querverbindungsberechtigt) führen.

Terminologie und Technik

Die technischen Möglichkeiten zur Umsetzung einer PBX sind ähnlich vielfältig wie die alternativen Bezeichnungen. Mögliche Synonyme für PBX lauten beispielsweise Telefonanlage, Nebenstellenanlage oder Teilnehmervermittlungsanlage. Auf spezielle technische Umsetzungen deuten Termini wie NetPBX für internetbasierte Lösungen oder Centrex für vom Telefonanbieter bereitgestellte Nebenstellenfunktionen hin.

Entsprechend der Historie von Telefonnetzen haben sich auch Nebenstellenanlagen entwickelt. Wurden Verbindungen anfangs noch händisch vom Vermittlungspersonal hergestellt, folgten mechanische Telefonanlagen und in den 1980er Jahren schließlich volldigitale Anlagen (ISDN).

Seit der Jahrtausendwende kommen zunehmend komplett IP-basierte Lösungen zum Einsatz. Telefonieanlagen können zudem in Software implementiert und auf Standardservern ausgeführt werden – etwa über die quelloffene Lösung Asterisk. Derlei virtuelle Systeme lassen sich vergleichsweise leicht skalieren und erlauben die Integration weiterer Kommunikationskanäle, beispielsweise Mobilgeräte oder Instant Messaging.

Schnittstellen

Mit dem öffentlichen Telefonnetz kommunizieren Nebenstellenanlagen beispielsweise über analoge Leitungen (POTS), ISDN, Mobilfunk oder Gateways. Intern vermitteln PBX drahtgebunden (analog oder ISDN) oder drahtlos (DECT) mit entsprechenden Endgeräten. IP-basierte Systeme nutzen derweil SIP.

Überdies können Telefonanlagen auch untereinander vernetzt werden, beispielsweise per Standleitung, Wählleitung oder Richtfunk. Als standardisiertes Verfahren kann hierbei das auf ISDN basierende Signalisierungsprotokoll QSIG (Q-Interface Signalling Protocol) genutzt werden.

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