Definition

Was ist DynDNS?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Als DynDNS, Dynamisches DNS oder DDNS bezeichnete Verfahren sorgen dafür, dass auch Netzwerkteilnehmer mit wechselnden IP-Adressen unter einem einheitlichen Domainnamen angesprochen werden können.

Das Domain Name System (DNS) löst Domainnamen auf, liefert die IP-Adresse des dazugehörigen Netzwerkteilnehmers und erleichtert damit den Zugriff auf entfernte Systeme. Ursprünglich war diese IP-Adresse vergleichsweise fest mit dem jeweiligen System verbunden. Dem entsprechend wurde auch das DNS relativ statisch ausgelegt: Verzeichniseinträge dürfen sich prinzipiell zwar ändern; dass dies in der Praxis im Rahmen sehr kurzer Zeitfenster geschieht, wurde bei der ursprünglichen Konzeption der Technik jedoch nicht angenommen. Genau das änderte sich aber mit dem zunehmenden Wachstum des Internets, das zusätzlich ein dynamischeres DNS-Verfahren nötig machte.

DHCP und begrenzte Adressräume

Hierzu tragen verschiedene Aspekte bei. Durch die Nutzung von Dynamic Host Configuration Protocols (DHCP) können Unternehmen und Service Provider IP-Adressen Geräten beispielsweise automatisiert zuweisen, wenn diese hochfahren. Das erleichtert die Administration und hilft begrenzte Vorräte an IP-Adressen effizienter auszunutzen. Anwender können allerdings nicht mehr davon ausgehen, dass ihre Systeme nach einem Neustart unter der vorherigen (und damit bekannten) IP-Adresse erreichbar bleiben. Gleiches gilt für die von Service Providern oftmals täglich durchgeführten Zwangstrennungen von Routern.

Problematisch werden diese wechselnden IP-Adressen dann, wenn Endanwender über das Internet eigene Dienste anbieten oder nutzen wollen – seien es Funktionen von Überwachungskameras, privaten Webservern, Netzwerkspeichern oder VPN-Gateways des eigenen Routers. Ohne statische IP-Adresse stellt sich dann die Frage, über welche Adresse der jeweilige Dienst zu erreichen ist; eventuell zugeordnete DNS-Einträge würden ins Leere führen.

Zwei verschiedene Ansätze

DynDNS soll genau diese Herausforderung lösen. Hierfür gibt es zwei grundlegende Ansätze.

Einen führt RFC 2136 mit "Dynamic Updates in the Domain Name System (DNS UPDATE)" ein. Bei dem Verfahren weist ein DCHP-Server lokalen Systemen zunächst eine IP-Adresse zu und übergibt diese samt Hostnamen im Anschluss dem DNS-Server. Das mittlerweile durch RFC 3007 abgelöste Dokument RFC 2137 ergänzt das Verfahren um Authentifizierungsprozesse.

Andererseits lässt sich DynDNS auch per HTTP(S) und einen Drittanbieter implementieren, der Anfragen aus dem Internet stets an die jeweils aktuelle IP-Adresse des Zielsystems weiterleitet. Nutzer eines solchen Dienstes benötigen einen entsprechenden Account sowie eine Software, die den DynDNS-Anbieter über geänderte IP-Adresse informiert. Ein entsprechendes Programm kann entweder auf einem lokalen Rechner installiert werden oder bereits als Funktion des Routers implementiert sein.

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