Mobilfunk-Länderindex

Südkorea bei 5G führend, Deutschland im Abseits

| Autor / Redakteur: Sarah Gandorfer / Andreas Donner

Südkorea ist beim 5G-Leadership-Index klar führend – gefolgt von den USA.
Südkorea ist beim 5G-Leadership-Index klar führend – gefolgt von den USA. (Bild: © jsco - stock.adobe.com)

An 5G werden weltweit hohe Erwartungen geknüpft. Derzeit geht es mit dem technologischen Ausbau in den diversen Ländern unterschiedlich voran. Während Südkorea, die USA und Australien die Rangliste als Leader anführen, trottet die Bundesrepublik eher hinterher.

Das Beratungsunternehmen Arthur D. Little dokumentiert in seinem 5G-Länderindex den Fortschritt des Netzstandards. Der Index basiert auf einer Analyse der technischen Infrastruktur sowie der Vermarktung von 5G in 40 Ländern. Dazu wurden zwölf Kriterien, wie die Abdeckung mit Masten, die LTE-Nutzung oder der Stand der Frequenzen-Zuteilung unter die Lupe genommen. Weltweit sind mit dem neuen Standard ehrgeizige Ziele verbunden. Erste Anwendungsszenarien wurden bereits getestet. Zudem planen Telekommunikationsunternehmen, neue Dienste bereitzustellen.

Wichtige Treiber für die schnelle Wireless-Technologie finden sich sowohl im privaten Haushalten wie auch in der Industrie. So verbessert 5G Fixed-Wireless-Access die Abdeckung von Haushalten mit Gigabit-Breitband, was beispielsweise in den USA politisch stark gefordert wird. Des weiteren ist die Technologie von zentraler Bedeutung für die Digitalisierung, wenn es zum Beispiel um die Themen IoT, autonomes Fahren oder Künstliche Intelligenz (KI) geht.

Olympia pusht

Südkorea ist klar führend bei diesem Thema – gefolgt von den USA. Ebenfalls sehr gut schneiden Australien, Katar, die Schweiz, Finnland, Spanien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate ab. Frankreich und Deutschland fallen hingegen deutlich ab.

Regional ist Ostasien am weitesten fortgeschritten. Südkorea nutzte die Olympischen Winterspiele als Gelegenheit, seine Führungsrolle zu demonstrieren. Die USA gehören zu den ersten Staaten, die kommerzielle 5G-Dienste einführen. Der Golf-Kooperationsrat (GCC) belegt gleichfalls eine führende Position, während Europa durch heterogene Infrastrukturen und Fragmentierung sowie aufgrund von ausstehenden Frequenz-Zuteilungsprozessen in vielen Ländern hinterher hinkt.

„Die Analyse stellt Deutschland kein gutes Zwischenzeugnis auf dem Weg zur Highspeed-Vernetzung aus. Das selbst ernannte Ziel, führend beim Standard 5G zu werden, ist noch sehr weit entfernt, obwohl dieser den Wirtschaftsstandort Deutschland deutlich stärken kann“, erläutert Michael Opitz, Partner von Arthur D. Little, das Ergebnis. „Bereits beim LTE-Standard hängt die Bundesrepublik international zurück. Bei vielen Industrie-Unternehmen laufen eigene 5G-Ambitionen auf Basis lokaler Frequenzen auf Hochtouren. Die noch bestehenden Unsicherheiten bezüglich Grundstücksdefinition und der Definition von ‚größeren lokalen Gebieten‘ sollte sehr zeitnah erfolgen, um kommunale oder land- und forstwirtschaftliche Anwendungen zu ermöglichen. Insgesamt kämpfen die Telkos noch damit, lukrative Geschäftsmodelle rund um den neuen Standard zu entwickeln, was durch die Vergabe lokaler Frequenzen an Industrie-Unternehmen nicht leichter wird.“

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45803405 / Standards & Netze)