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KI-native Funknetze Nokia und Nvidia bringen AI-RAN-Plattform an den Start

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Nokia hat gemeinsam mit Nvidia eine kommerzielle AI-RAN-Plattform vorgestellt. Sie soll Mobilfunkbetreibern mehr Kapazität aus vorhandenem Spektrum verschaffen, ohne die Funkhardware auszutauschen. Bis 2028 stellt der Hersteller mehr als eine Verdopplung der spektralen Effizienz in Aussicht.

Nokias AI-RAN-Plattform baut auf der AirScale-Basisbandfamilie auf. Über die zwölf Funkschnittstellen (RF1 bis RF12) wird die Basisbandeinheit mit den Funkeinheiten am Standort verbunden.(Bild:  Nokia)
Nokias AI-RAN-Plattform baut auf der AirScale-Basisbandfamilie auf. Über die zwölf Funkschnittstellen (RF1 bis RF12) wird die Basisbandeinheit mit den Funkeinheiten am Standort verbunden.
(Bild: Nokia)

Nokia hat nach eigenen Angaben die erste kommerzielle Plattform für ein KI-natives Funkzugangsnetz (RAN) angekündigt. Die Plattform kombiniert Nokias anyRAN-Software mit Nvidias Aerial-AI-RAN-Architektur und soll Mobilfunkbetreibern mehr Uplink- und Downlink-Kapazität aus dem bereits vorhandenen Spektrum und der installierten Funkinfrastruktur erschließen. Statt auf klassische Hardware-Aufrüstzyklen zu setzen, sollen Leistungssteigerungen künftig überwiegend per Software erfolgen.

Nach Angaben von Nokia hat die Plattform bislang mehr als 20 Prozent Zugewinn bei der spektralen Effizienz durch KI-gestützte Funkinnovationen gezeigt. Der Hersteller peilt 50 Prozent bis 2027 und mehr als 100 Prozent bis 2028 an. Ein Zugewinn von 100 Prozent entspräche der doppelten Datenmenge aus derselben lizenzierten Frequenzzuteilung, ohne neues Spektrum oder neue Funkhardware. Diese Zielwerte sind Angaben des Herstellers und bislang nicht unabhängig bestätigt.

Drei Wege in die AI-RAN-Architektur

Die Plattform basiert auf einer gemeinsamen, softwaredefinierten Architektur und unterstützt nach Herstellerangaben 4G, 5G sowie künftige 6G-Workloads. Nokia bietet drei Hardware-Optionen an. Für bestehende AirScale-Kunden gibt es eine GPU-gestützte Single-Slot-Erweiterungskarte, die sich ohne Änderung des Standort-Footprints und ohne Hardwaretausch in vorhandene Basisstationen einfügt. Alternativ steht mit dem „Accelerated AI-RAN Node“ ein eigenständiger, GPU-basierter Knoten bereit, der sich als Einzelknoten, in geclusterten Konfigurationen oder gemeinsam mit AirScale betreiben lässt.

Für cloud-native Architekturen bietet Nokia zudem unter der Bezeichnung „Cloud AI-RAN“ GPU-gestützte COTS-Server-Lösungen über Partner an. Die Plattform ist nach Angaben des Herstellers vollständig Open-RAN-konform und erlaubt so den Betrieb offener Multi-Vendor-Umgebungen.

Abo-Modell statt Hardware-Refresh

Der Zugang erfolgt über ein neues, abonnementbasiertes Lizenzmodell. Darüber sollen Betreiber laufend neue KI-Algorithmen, Funktionen und Effizienzverbesserungen erhalten, ohne auf den nächsten Hardware-Zyklus zu warten. Als weiteren Baustein nennt Nokia KI-beschleunigtes Merchant Silicon von Marvell. Die Plattform adressiert nach Herstellerangaben zunächst 5G und 5G-Advanced und sieht einen Software-Upgradepfad zu 6G vor. Pilotinstallationen sind für Ende 2026 geplant, die kommerzielle Verfügbarkeit für 2027. Der Rollout stützt sich laut Nokia auf Nvidias programmierbare Merchant-Silicon-Plattformen.

Die Partnerschaft zwischen Nokia und Nvidia reicht über die aktuelle Ankündigung hinaus. Nvidia hatte im Vorfeld eine strategische Beteiligung an Nokia übernommen. Nokia gehört zudem zu den Gründungsmitgliedern der AI-RAN Alliance, die seit 2024 an der Integration von KI in Mobilfunknetze arbeitet.

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