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Studie zur globalen Meeting-Kultur Warum Deutsche weniger vor Meetings zittern als Dänen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Weltweit klagen laut einer neuen Erhebung von Jabra 87 Prozent der Wissensarbeiter über „Meeting Dread“. Für Beschäftigte in Deutschland fällt die Bilanz überraschend gnädig aus. Nur Franzosen sitzen noch weniger in Konferenzräumen, nur sie fürchten diese Termine seltener. Zum Zurücklehnen taugt das trotzdem nicht.

Weltweit verbringen Beschäftigte laut Jabra rund zweieinhalb Monate pro Jahr in Konferenzen. In Deutschland fällt der Wert etwas geringer aus als in Dänemark, den USA oder Indien.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Weltweit verbringen Beschäftigte laut Jabra rund zweieinhalb Monate pro Jahr in Konferenzen. In Deutschland fällt der Wert etwas geringer aus als in Dänemark, den USA oder Indien.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Jabra hat für die Studie „The Cost of Bad Meetings“ 2.671 Wissensarbeiter aus sieben Märkten befragt. Im internationalen Mittel verbringen sie acht Stunden pro Woche in Meetings, was nach Angaben des Herstellers rund zweieinhalb Monaten Jahresarbeitszeit entspricht. Deutsche Beschäftigte kommen mit 7,1 Stunden pro Woche etwas günstiger davon, in Frankreich sind es sogar nur 6,1 Stunden. Am oberen Ende der Skala rangieren Dänemark mit 9,5 und Indien mit 8,8 Stunden pro Woche.

Ähnlich verhält es sich beim sogenannten „Meeting Dread“, also dem Unbehagen, das viele Beschäftigte schon vor dem Termin überkommt. 87 Prozent aller Befragten berichten von einem solchen Gefühl. In Dänemark, den USA und Indien sind es je 90 Prozent, in Deutschland immerhin nur 82 Prozent. Konferenzräume dürften hierzulande also etwas weniger Schweißperlen produzieren als anderswo.

26 verlorene Arbeitstage, auch in Deutschland

Ganz so entspannt sollten Personalverantwortliche die Zahlen trotzdem nicht lesen. 58 Prozent der Meetingzeit halten die Befragten global für überflüssig. Jabra rechnet das auf 26 Arbeitstage pro Kopf und Jahr hoch, die nach eigener Einschätzung der Teilnehmer folgenlos vergehen. 66 Prozent verlassen ihre Termine ohne klare nächste Schritte, 59 Prozent brauchen ein Folge-Meeting, um das erste zu verstehen.

Für ein hypothetisches Großunternehmen mit rund 5.000 Beschäftigten und US-typischer Gehaltsstruktur beziffert Jabra die kumulierten Kosten aus verlorener Zeit und wiederkehrenden Technikpannen mit über 130 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die Zahl beruht auf einer Modellrechnung des Herstellers, nicht auf realen Betriebsdaten.

KI kaschiert das Problem, sie löst es nicht

Auch die zuletzt breit ausgerollten KI-Assistenten in Teams, Zoom und Google Meet erzeugen laut Jabra keinen Turnaround. Drei Viertel der Befragten haben Tools wie automatisierte Zusammenfassungen, Live-Transkription oder KI-generierte Follow-up-Mails ausprobiert. Regelmäßig genutzt wird selbst das populärste Feature, die Post-Meeting-Summary, nur von 27 Prozent. Als wichtigste Bremsen nennt Jabra mangelndes Vertrauen in die Genauigkeit (42 Prozent) sowie Datenschutz- und Compliance-Bedenken (39 Prozent).

Die Botschaft der dänischen GN-Group-Tochter, die selbst von der professionellen Audio- und Videoausrüstung für ebendiese Meetings lebt, fasst der Report so zusammen: KI könne funktionierende Meeting-Kulturen beschleunigen, ihnen fehle aber die Reparaturkompetenz für Termine, die schon vor dem ersten „Kannst du mich hören?“ schiefstehen.

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