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Flow-Daten treffen auf DNS, DHCP und IPAM Infoblox übernimmt Kentik: DNS trifft Traffic-Analyse

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Infoblox kauft den Network-Intelligence-Anbieter Kentik und verbindet damit Identitäts- und Adressdaten aus DNS, DHCP und IPAM mit Flow-Telemetrie in Echtzeit. Kunden sollen künftig nicht nur sehen, wohin Traffic fließt, sondern auch, welches Asset ihn erzeugt hat. Bis zum finalen Closing arbeiten beide Unternehmen getrennt weiter, Verträge und Ansprechpartner bleiben nach Angaben von Kentik unverändert.

Infoblox und Kentik haben eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, abgeschlossen ist sie noch nicht. Infoblox will die eigenen DNS-, DHCP- und IPAM-Daten mit Kentiks Flow-Telemetrie verbinden und damit die Datengrundlage für seine agentenbasierte Betriebsschicht verbreitern.(Bild:  Kentik)
Infoblox und Kentik haben eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, abgeschlossen ist sie noch nicht. Infoblox will die eigenen DNS-, DHCP- und IPAM-Daten mit Kentiks Flow-Telemetrie verbinden und damit die Datengrundlage für seine agentenbasierte Betriebsschicht verbreitern.
(Bild: Kentik)

Wer DDI betreibt, weiß, welche Geräte im Netz existieren und welche Adressen ihnen zugewiesen sind. Wer Flow-Daten auswertet, weiß, welche Pakete zwischen welchen Adressen unterwegs waren. Beides zusammenzubringen kostet in der Praxis Handarbeit: IP aus dem Flow-Record nehmen, im IPAM nachschlagen, Zeitstempel abgleichen und hoffen, dass das Lease inzwischen nicht neu vergeben wurde.

Diese Lücke soll der der Zukauf adressieren. Nach Angaben von Infoblox sollen Kentiks Topologiekarten künftig um DNS-Namen, Asset-Kontext und Nutzeridentität angereichert werden. Ein Flow zeigt dann nicht mehr nur ein Adresspaar, sondern das Gerät, den zugehörigen Nutzer und den erreichten Dienst. Für Security-Teams stellt der Hersteller eine Korrelation seiner DNS-basierten Threat Intelligence mit Kentiks Flow-Daten in Aussicht. Ob ein auffälliges Asset tatsächlich eine Verbindung aufgebaut hat, wie viel Datenvolumen das Netz verlassen hat und welche Systeme anschließend erreicht wurden, soll sich in einer Oberfläche beantworten lassen.

Kentik liefert die fehlende Datenschicht

Infoblox verfolgt seit Jahresbeginn eine erkennbare Linie: Im Mai schloss das Unternehmen die Übernahme des Threat-Intelligence-Anbieters Axur ab, Anfang Juni folgte Infoblox IQ, eine agentenbasierte Betriebsschicht mit KI-Assistent, automatisierten Aktionen und einem Server für das Model Context Protocol.

Agentische Systeme sind allerdings nur so gut wie der Datenbestand, über den sie schließen dürfen. DNS-Abfragen, DHCP-Leases und Sicherheitsereignisse liefern die Bestandsaufnahme, nicht das Verhalten. Kentik steuert Flow-Daten in voller Auflösung bei, dazu Routing- und Pfadinformationen, VPC-Logs der Hyperscaler, synthetische Tests und Gerätetelemetrie. Für Infoblox ist der Zukauf damit weniger ein zusätzliches Produkt als der Rohstoff, ohne den die eigene AgenticOps-Erzählung dünn bleibt.

Kommerziell zielt der Deal auf Konsolidierung: Wer DDI, DNS-Security und Observability unter einem Vertrag anbietet, erschwert den Wechsel und setzt spezialisierte Anbieter wie Cisco ThousandEyes, ExtraHop oder Catchpoint unter Rechtfertigungsdruck.

Kurzfristig ändert sich nichts

Kentik-CEO Avi Freedman beziffert die gemeinsame Kundenbasis auf über 80 Konten und betont, dass Verträge, Preise, Ansprechpartner und Roadmap zunächst unverändert bleiben. Kentik will Produkt und Roadmap eigenständig weiterentwickeln, bis die Integrationspläne mit Infoblox konkreter ausgearbeitet sind.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und üblicher Vollzugsbedingungen, ein Abschlussdatum nannten beide Unternehmen nicht.

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