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Graue-Flecken-Initiative Telefónica kooperiert mit Vodafone und der Telekom

Auf dem Land oder im Zug unterwegs und kein Netz. Dieses Problem kennt jeder. Um so genannte Graue Flecken in der 4G-Netzversorgung, vor allem in ländlichen Raum, zu schließen, arbeitet Telefónica mit Vodafone und der Telekom zusammen.

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Ein flächendeckens Mobilfunknetz auf dem Land? Davon träumt man in vielen ländlichen Regionen in Deutschland noch.
Ein flächendeckens Mobilfunknetz auf dem Land? Davon träumt man in vielen ländlichen Regionen in Deutschland noch.
(Bild: JFL Photography – stock.adobe.com)

98 Prozent der Haushalte in Deutschland sind Angaben von Vodafone zufolge inzwischen mit schnellen mobilen Breitband-Verbindungen versorgt. Außerhalb von Wohngebieten und insbesondere abseits größerer Verkehrswege sieht die Realität jedoch anders aus, wie jeder Zugfahrer sicherlich schon einmal erlebt hat. Denn in der überwiegend ländlichen Region bieten nicht alle Betreiber eine deckungsgleiche Netzversorgung an. So entstehen so genannte Graue Flecken – Flächen, in denen nur ein Anbieter einen mobilen Netz-Zugang für seine Kunden bietet.

Graue-Flecken-Initiative

Damit soll nun Schluss sein. Um die Netzwerklücken zu schließen und ein flächendeckendes Netz anzubieten, kooperiert Telefónica (02) sowohl mit Vodafone als auch mit der Telekom. Gerade in wenig frequentierten Gebieten ist es für die Betreiber oftmals unwirtschaftlich, separate Infrastrukturen zu errichten und mit eigener Netztechnik zu betreiben, deshalb werden sich die Partner an den Standorten aktive Netztechnik teilen.

Das heißt an mehreren hundert Standorten, an denen jeweils nur einer der beiden Kooperationspartner aktuell eine Mobilfunk-Versorgung sicherstellt, gewähren sich die Anbieter gegenseitigen Netzzugang für ihre Kunden. Diese gegenseitige Nutzung der aktiven Netz-Infrastruktur, also der Sendetechnik und Antennen, soll noch im Laufe des Jahres umgesetzt werden. Durch aktives Network-Sharing erhalten Kunden mehr Netz und das, Hannes Ametsreiter, CEO bei Vodafone Deutschland zufolge, mit weniger Masten. Die Betreiber bieten allen Kunden im Ergebnis 4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband. So will Telefónica mit Vodafone und der Telekom noch in diesem Jahr mehrere hundert Graue Flecke eliminieren.

Zusammenarbeit für Digitalisierung

Vor allem beim Netzausbau, ob Breitband oder Mobilfunk, seien Kooperationen wichtig, wie Srini Gopalan, Deutschland-Chef der Telekom betont und ergänzt: „Zusammen mit Telefónica können wir einen wichtigen Beitrag zu einer besseren und unterbrechungsfreien LTE-Versorgung in Deutschland leisten, denn die Digitalisierung Deutschlands gelingt am besten gemeinsam.“

Diese Ansicht teilt auch Markus Haas, CEO bei Telefónica Deutschland: „Deutschland muss digitaler werden. Die deutschen Verbraucher und die Wirtschaft fordern dafür schnelle Fortschritte in der Mobilfunk-Versorgung. Hierfür ist eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Beteiligten erforderlich. Die kooperative Mitnutzung von Standorten ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg und ein gutes Signal an Deutschlands Mobilfunk-Kunden.“

Die geplanten Kooperationen werden vom Bundeskartellamt und der Bundesnetzagentur geprüft. Eine ähnliche Kooperation zur Erschließung Grauer Flecken hatte Vodafone bereits im vergangenen Jahr mit der Telekom geschlossen.

Breitbandinitiative

Des Weiteren arbeiten die drei Mobilfunk-Netzbetreiber bereits gemeinsam daran, komplett unversorgte Gebiete, sogenannte Weiße Flecken, gemeinsam bundesweit zu versorgen. Bereits im Herbst 2019 haben sie ein Abkommen für circa 6.000 Standorte vereinbart. Demnach baut jeder Betreiber anteilig die Netzwerk-Infrastruktur aus und gewährt den anderen Beteiligten ein Nutzungsrecht. Im Gegensatz zur Grauen-Flecken-Initiative werden bei der Breitbandinitiative nur die baulichen Infrastrukturen wie Funkmasten und Stromversorgung gemeinsam genutzt, die Sendetechnik und Antennen stellt jeder Betreiber eigenständig.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin