Vom VDI-Anbieter zur Software-Company

Igel wird zum Workspace-Endpoint-Spezialisten

| Autor / Redakteur: Stefan Girschner / Andreas Donner

Heiko Gloge, Gründer und CEO von Igel Technology, erläuterte, warum ein einfaches und zugleich sicheres End User Computing für die Digitalisierung so entscheidend ist.
Heiko Gloge, Gründer und CEO von Igel Technology, erläuterte, warum ein einfaches und zugleich sicheres End User Computing für die Digitalisierung so entscheidend ist. (Bild: Igel Technology)

Auf seinem Kunden- und Partnerforum „Disrupt“ in München stellte VDI- und Endpoint-Management-Spezialist Igel Technology vom 23. bis 25. Januar erstmals die neue Igel Workspace Edition mit ihren flexiblen Lizenzierungsmöglichkeiten vor. Die rund 500 Branchenvertreter konnten sich außerdem über die EUC-Lösungen von Igel und seinen Partnern informieren und aktuelle Markttrends diskutieren.

Die „Disrupt“ im Kongresshotel Infinity in Unterschleißheim bei München stand in diesem Jahr unter dem Motto „Challenge Everything“. Daran anknüpfend stellten die Branchenexperten in ihren Vorträgen Strategien und Technologien vor, mit denen Unternehmen die vielfältigen Anforderungen im Endpoint Computing und damit auch die digitale Transformation meistern können. Erfolg versprechen dabei vor allem zwei Ansätze: Virtual Desktop Infrastructure (VDI) und Desktop as a Service (DaaS).

Igel, in den 2000er Jahren vor allem bekannt für Thin Clients und Zero Clients, entschied sich vor drei Jahren dafür, das Geschäftsfeld auf softwarebasierte End-User-Computing-Lösungen als zentraler Bestandteil von Client-Computing-Infrastrukturen zu konzentrieren. Die Basis bildet hierbei das Betriebssystem Igel OS für einen sicheren Zugriff auf virtualisierte Desktops und Anwendungen. Ergänzt wird es durch die Universal Management Suite (UMS) für Umgebungen jeder Größe und Komplexität sowie den Universal Desktop Converter (UDC) für die Konvertierung von x86-Geräten in Igel-Clients.

Dass die neue Produktstrategie von Erfolg gekrönt ist, belegen die gerade veröffentlichten Umsatzzahlen. Demnach lag der Umsatz für 2018 bei über 100 Millionen Euro, was insbesondere auf die überdurchschnittlichen Erlöse mit Software zurückzuführen ist. In der Region Amerika stiegen die Umsätze um 79 Prozent, weltweit um 50 Prozent und in Deutschland um 35 Prozent. Außerdem konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr fast eine halbe Million OS-Client-Neugeräte implementieren. Und: 2018 wurden im DACH-Bereich 48 weitere Mitarbeiter eingestellt.

„Wir profitieren jetzt von unserer Vorarbeit, auf deren Grundlage es uns gelang, Igel in eine Spitzenposition als innovativer Softwareanbieter für einfaches, intelligentes und sicheres End User Computing (EUC) zu bringen“, erklärte Jed Ayres, Global Chief Marketing Officer bei Igel Technology, anlässlich der Disrupt in München. „Wir übertrafen 2018 weiterhin unsere Ziele für Umsatz- und Stückzahlen, unter anderem durch sieben Millionenaufträge. Ebenso sind wir dabei, unsere größeren Mitbewerber zu überholen und immer schneller zu verdrängen und zugleich die besten Partner und Talente der Branche für uns zu gewinnen.“ Seiner Meinung nach bestätigten diese Meilensteine Igel in seiner Position als fortschrittlichen Anbieter von softwaredefinierten Endpoint-Computing-Lösungen. Und für 2019 erwartet er sogar noch höhere Wachstumszahlen.

Desktop as as Service ersetzt VDI-Umgebungen

Nathan Hill, VP Analyst bei Gartner, erläuterte in seiner Keynote die Bedeutung der drei Plattformen für Endpoint Computing: das PC-Netzwerk, VDI und DaaS. So würden neue Arbeitsformen wie die virtuelle Zusammenarbeit in Teams, die große Bandbreite der eingesetzten Endgeräte wie auch automatisierte Analyseanwendungen eine flexible Endpoint-Computing-Umgebung benötigen. Unternehmen können seiner Meinung nach die digitale Transformation nur durch eine digitale Arbeitsplatzstrategie zum Erfolg führen. Die Lösung liege daher in einem „Unified Workspace“, der dem Benutzer sämtliche benötigte Anwendungen, Daten und Rechenleistung für jedes Gerät, unabhängig von Zeit und Ort, bereitstellt. Gemäß dem Gartner Hype Cycle für Unified Workspaces sei dies derzeit am besten mit Desktop as a Service umsetzbar, da dann der Provider den Großteil der Routineaufgaben übernimmt. Der Analyst prognostizierte, dass bis 2023 30 Prozent der Anwender, die heute On-Premises-VDI nutzen, ihre Arbeitsplätze mithilfe von DaaS in die Cloud verlagern werden.

Heiko Gloge, Gründer und CEO von Igel Technology, bestätigt die zunehmende Bedeutung von Desktop as a Service: „Immer mehr Unternehmen haben den Mehrwert von Virtual Desktop Infrastructure erkannt, allerdings wird aktuell nur ein kleiner Teil davon in der Cloud virtualisiert. Sowohl durch Anbieter wie Microsoft, Amazon oder IBM als auch durch Managed Service Provider wird sich das in der nächsten Zeit massiv ändern. DaaS liefert Unternehmen bessere Kostenkontrolle, Planbarkeit und mehr unternehmerische Freiheit. Zudem profitieren die User von mehr Flexibilität. Damit diese Vorteile auch abgerufen werden können, benötigen Nutzer die richtige Softwarearchitektur und passende Partnerlandschaft.“

Igel sieht er hierbei durch die technologische Erfahrung, das Partnernetzwerk und die moderne Verwaltungslösung gut aufgestellt. Allerdings würde dieser Wandel nicht von heute auf morgen erfolgen: „Gerade in der DACH-Region werden konventionelle EUC-Lösungen sicherlich noch einige Zeit erhalten bleiben. Wir legen daher Wert auf Flexibilität für unsere Kunden. Egal, ob on-premises oder aus der Cloud, wir wollen gerade so viel Betriebssystem wie nötig bieten – bei maximaler Sicherheit und einer möglichst effizienten und einheitlichen Verwaltung“, so Gloge weiter.

Mit seiner neuen, auf OS 11 basierenden Workspace Edition unterstützt Igel jetzt DaaS-Architekturen. Die Lösung ermöglicht es Unternehmen, komplexe End-User-Computing-Umgebungen zu standardisieren sowie effizient zu verwalten und zu schützen. Hierfür wurde die Hardware von der Software dank einer flexiblen und übertragbaren Softwarelizenzierung entkoppelt. Dem Kunden wird damit versprochen, den Mehrwert für Endgeräte zu erhöhen sowie deren Anschaffung, Steuerung und Verwaltung zu vereinfachen, was auch die anfallenden Kosten reduziert. Zu den neuen Features von Igel OS 11 gehören eine Switching-Funktion und eine Profil-Unterstützung für die Igel-Lösungen Universal Desktop, UD Pocket und UDC, eine erweiterte Display-Switching-Funktion für Konfigurationen mit mehr als zwei Bildschirmen und Auto-DPI für 4K-Displays.

Mehr Flexibilität beim Endgeräte-Management

Die Workspace Edition unterstützt als einzige Komplettlösung für softwaredefiniertes Endgerätemanagement die Zuweisung und Übertragung von Lizenzen auf jedes kompatible x86-Gerät, unabhängig von dessen Marke. Hierbei erfolgt die Softwarelizenzierung getrennt von Hardware und Preis, was die Anschaffung und Verwaltung von Endgeräte-Umgebungen vereinfacht und so den Partnern und Kunden mehr Flexibilität einräumt.

„Wir waren schon immer ein softwareorientiertes Unternehmen“, betont Jed Ayres „Derzeit sorgen steigende Mobilität, BYOD, IoT und DaaS (Desktop-as-a-Service) aber für eine Explosion der Anzahl und Vielfalt an Endgeräten und unterstützen den IT-Trend in Richtung softwaredefinierte Cloud, Pay-as-you-go-Abonnements und nutzungsbasierte Lizenzierung. Softwareabonnements sind die neue Art des Softwarekaufs moderner Unternehmen.“

Der Igel Workspace bietet in Kombination mit OS 11 eine ganze Reihe neuer Funktionen für das Endgerätemanagement. So vereinfacht eine neue Produktstruktur die Anschaffung von Endgeräten, bietet dem Anwender mehr Auswahl und Flexibilität und erhöht den Gegenwert der Investition. Die Cloud-basierte Softwarelizenzierung ermöglicht dabei ein transparentes Management der Endgerätelizenzen. Ein sogenanntes Lizenz-Roaming unterstützt zudem die Migration von Softwarelizenzen zwischen kompatiblen x86-Geräten und ermöglicht so mehr Flexibilität und eine bessere Kontrolle der Hardwarekosten. Mit einem neuen Support-Angebot für den sicheren Betrieb der End-User-Computing-Umgebung ergänzt der Anbieter sein Portfolio. Und nicht zuletzt hat Igel OS eine neue moderne Bedienoberfläche erhalten.

Neues Lizenzierungsmodell reduziert Kosten

Eine wichtige Rolle spielt auch das Igel-Partnernetzwerk mit derzeit mehr als 80 Technologiepartnern, die ein weites Spektrums an IT- und Nutzerumgebungen auf Basis der Igel-Technologie abdecken. Damit erhalten Partner neben der Workspace-Software eine unbefristete und auf neue oder vorhandene x86-Geräte übertragbare Lizenz sowie diverse Mehrwertfunktionen, die den Verkauf fördern sollen. Das Software-Abonnement Enterprise Management Pack enthält unter anderem das Igel Cloud Gateway (ICG) und bietet zusätzliche Funktionen, wie das Geräte-Management außerhalb des Firmennetzwerks ohne VPN-Verbindung.

„Unser neues Lizenzierungsmodell auf Abonnementbasis ergänzt das unseren Partnern bisher bekannte unbefristete Modell“, kommentiert Simon Richards, Chief Sales Officer bei Igel. Es führe gleichzeitig zu einer höheren Zahl an Transaktionen mit wiederkehrendem Kundenkontakt und intensiviere damit automatisch die Kundenbeziehungen. „Zu den bisherigen Vorteilen – einfache Bedienung und Verwaltung – kommen jetzt noch der vereinfachte Kauf und Unterhalt hinzu. Mit der Bereitstellung der branchenweit leistungsstärksten und komfortabelsten Endpoint-Management-Plattform tragen wir so nicht nur zur Minimierung der Hardwarekosten unserer Kunden und Partner bei“, so Richards.

Für CEO Heiko Gloge war die diesjährige Igel Disrupt ein voller Erfolg: „Natürlich war es wieder eine Herausforderung, ein Forum zum Thema Enduser-Computing auf die Beine zu stellen, aber wir haben es geschafft. Der Schritt nach München war richtig und wir werden den Event im nächsten Jahr wieder dort durchführen – vermutlich in größerem Umfang. Das Feedback von Kunden und Partnern war sehr positiv. Außerdem gilt ein besonderer Dank unseren Technologie-Partnern und Sponsoren sowie den vielen Sprechern, die unserer Einladung gefolgt sind.“ Das nächste Disrupt End User Computing Forum in den USA findet übrigens vom 5. bis 7. Februar 2019 in Santa Clara im Silicon Valley statt.

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