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Definition Was ist ein Gateway?

| Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Grundsätzlich vermitteln Gateways zwischen Systemen, die unterschiedliche Protokolle verwenden. Das können gleichermaßen Netzwerkknoten oder Softwareprogramme sein. Heute verwendet man den Begriff jedoch auch im übertragenen Sinne und für Systeme, die keine Protokolle mehr konvertieren.

(© aga7ta - Fotolia)

Abstrakt formuliert fungieren Gateways als Bindeglieder, die die Kommunikation zwischen unterschiedlichen, nicht (zwingend) miteinander kompatiblen Systemen ermöglichen. Hinter dem weit gesteckten Begriff „System“ können sich sowohl Netzwerke, einzelne Computer oder auch verschiedene Anwendungen auf einem einzelnen Rechner verbergen.

Ein Gateway könnte beispielsweise E-Mail-Nachrichten entgegennehmen und per Fax weiterversenden. Vor dem Siegeszug IP-basierter Infrastrukturen spielten Gateways insbesondere als Vermittler zwischen miteinander nicht kompatiblen Netzwerken eine entscheidende Rolle. Eine Anwendung, die mit dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) neuen Schwung erhält: Über IoT-Gateways lassen sich per IP auch Geräte ansteuern, die ihrerseits nur über auf Effizienz getrimmte Funkprotokolle oder proprietäre Datenbusse kommunizieren.

In den zuvor beschriebenen Szenarien nehmen Gateways eine Protokollumsetzung vor und konvertieren eingehende Daten. Vom Zielnetz nicht unterstützte Protokolldaten können dabei wegfallen, zusätzliche für den Weitertransport nötige Protokolldaten ergänzt werden.

Bridge, Router, Proxy

Als historisch gewachsener Begriff ist das „default Gateway“ auch heute noch fester Bestandteil bei der Konfiguration von IP-Netzen. Werden gleichartige Netze miteinander verbunden, wird eine Protokollumsetzung jedoch überflüssig. Das ursprüngliche Gateway kann somit durch einen Router ersetzt werden, der nicht zum Subnetz gehörende Netzwerkanfragen in ein anderes Subnetz weiterleitet. Als weitere Erscheinungsformen eines Gateways gelten zudem Bridges, Router oder Proxy Server.

Der Begriff Gateway wird zudem für Teilnehmerendgeräte (Customer Premises Equipment, CPE) verwendet, die Router und DSL-/Kabelmodem vereinen. Mobilfunk-Gateways verbinden derweil für das Festnetz ausgelegte Endgeräte und Telefonanlagen mit Mobilfunknetzen.

Media Gateway konvertiert Nutzdaten

Als Media Gateways werden im Kontext der Telekommunikation Netzübergänge bezeichnet, die digitale Ton-, Bild- oder Videoinformationen zwischen verschiedenen Netzwerktypen vermitteln. Media Gateways passen dabei nicht mehr nur Protokollinformation an, sondern transkodieren auch die eigentlich übertragenen Nutzdaten.

Über Gateways können zudem Netzwerktunnel realisiert werden; ein Beispiel hierfür sind Virtual Private Networks, die Anwendern per Internet einen Zugriff auf entfernte Firmennetze gewähren.

Als Gateway bezeichnet man ferner auch in Software realisierte Schnittstellen von Bezahldiensten (Payment Gateway) sowie Landing Pages – also kompakte, für neue Benutzer und Suchmaschinen optimierte Webseiten.

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