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Definition Was ist ein Zero Client?

Bei einem Zero Client handelt es sich um eine besonders schlanke Form eines Thin Clients. Er ist zur Bereitstellung seiner Funktionen vollständig von einem Server abhängig und besitzt keinen lokalen Speicher. Sein Betriebssystem ist auf wenige Funktionen beschränkt. Häufiger Anwendungsbereich sind virtualisierte Desktop-Umgebungen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Eine allgemeingültige Definition des Zero Clients existiert nicht. Seine tatsächliche Ausprägung kann sich abhängig vom Anwendungsbereich und vom Hersteller unterscheiden. Gemeinsames Merkmal aller Zero Clients ist, dass es sich um eine besonders reduzierte Form des Thin Clients handelt, dessen Funktionen stark beschränkt und auf die Unterstützung von Lösungen einzelner Anbieter ausgerichtet sind.

Eine alternative Bezeichnung für den Zero Client ist Ultra Thin Client. Der Zero Client ist wie der Thin Client auf die Hilfe eines Servers angewiesen, um seine Funktionen bereitzustellen. In der Regel läuft auf den Zero Clients nur eine absolute Minimalversion eines Betriebssystems, häufig in Form einer fest installierten und nicht veränderlichen Firmware. Es sind keine lokalen Speichermöglichkeiten vorhanden.

Der Zero Client stellt das genaue Gegenteil zu einem Fat Client dar. Im Gegensatz zum Zero Client hat der Fat Client als vollwertiger Rechner eigene Rechenkapazität, Speicherplatz, Grafikkarte, externe Anschlussmöglichkeiten für Wechseldatenträger und ein vollständiges Betriebssystem. Häufiger Anwendungsbereich der Zero Clients sind virtuelle Desktop-Umgebungen. Oft sind die Clients nur für eine bestimmte Virtualisierungslösung eines Anbieters einsetzbar.

Abgrenzung zwischen Thin Client und Zero Client

Der Zero Client ist eine sehr schlanke Form des Thin Clients. Eine klare Trennlinie zwischen den beiden Client-Arten existiert nicht. In der Regel lassen sich die Client-Typen nach folgenden Kriterien voneinander abgrenzen:

Ein Thin Client besitzt ein eigenes Betriebssystem, das meist aus einem Flash-Speicher geladen wird und die Möglichkeit bietet, Einstellungen zu speichern. Bei Zero Clients ist das Betriebssystem für den Anwender nahezu unsichtbar und beschränkt sich auf wenige zur Verbindung mit dem zentralen Serversystem und zur Ausführung des Remote-Protokolls benötigte Funktionen. Für den Anwender stellt sich der Client wie eine Blackbox dar, an die Tastatur, Maus, Netzwerk und Monitor angeschlossen werden. Der Zero Client ist direkt nach dem Einschalten betriebsbereit und hat keine langen Bootzeiten. Thin Clients unterstützen meist mehrere Server-Lösungen und Remote-Protokolle. Sie sind für Systeme verschiedener Hersteller einsetzbar, während Zero Clients nur für die Arbeit mit einer bestimmten Lösung eines Herstellers und meist nur einem einzigen Protokoll vorgesehen sind.

Technische Realisierung des Zero Clients

Wie im vorigen Kapitel beschrieben, sind Zero Clients in der Regel kleine Geräte in Form einer Box, an die Tastatur, Maus, Netzwerk und Monitor angeschlossen werden. Je nach System verfügen sie über kabelgebundene oder drahtlose Schnittstellen zur Kommunikation mit dem Server. Das Remote-Protokoll, für das der Client vorgesehen ist, ist fest in der Firmware verankert und nicht austauschbar. Viele Zero Clients sind als Ein-Chip-Lösungen realisiert. Sie sind mit einem einzigen Chip ausgestattet, der die Funktionen des Prozessors, der Grafikkarte und des Netzwerkcontrollers vereint. Oft weichen die Chip-Designs von den üblichen x86-Architekturen der Thin oder Fat Clients ab.

Vorteile eines Zero Clients

Zero Clients bieten gegenüber Thin Clients und Fat Clients einige Vorteile. Die wichtigsten Vorteile sind:

  • stark vereinfachte Systemadministration
  • schnelle Betriebsbereitschaft
  • minimale Startzeiten
  • geringe Fehleranfälligkeit und hohe Systemzuverlässigkeit
  • geringe Wartungs- und Betriebskosten
  • geringer Energieverbrauch
  • geringe Anfälligkeit gegenüber Malware oder Hackerangriffe
  • geringe Wahrscheinlichkeit einer Fehlbedienung
  • niedrige Anschaffungskosten
  • effiziente Zusammenarbeit mit einer spezifischen Serverlösung

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