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40 und 100 Gigabit - Wo es hakt und die Geschwindigkeit trotzdem Sinn macht Das 100 Gigabit Ethernet ist da!

Autor / Redakteur: Klaus Grobe / Ulrike Ostler

Der Datentransport im Internet- und in Corporate-Backbones sowie in Rechenzentren soll sich beschleunigen. Nun hat die Higher Speed Study Group (HSSG) unter der Bezeichnung 802.3ba die100-Gigabit-Technologie standardisiert. Auch die in optischen Transportnetzen (OTN) benutzte Datenrate von 40 Gbit/s wird hier als 40-Gigabit-Ethernet (40GbE) berücksichtigt. Doch: Wo liegen die Unterschiede zu den bisherigen Standards?

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100 Gigabit verspricht leistungsfähige Netzefür viel Volumen. Doch es gibt ein paar Anschlussprobleme. Bild: Kabel BW
100 Gigabit verspricht leistungsfähige Netzefür viel Volumen. Doch es gibt ein paar Anschlussprobleme. Bild: Kabel BW
( Archiv: Vogel Business Media )

Manche fragen sich, ob 100 Gigabit tatsächlich notwendig sind. Schließlich scheinen 10 Gigabit pro Sekunde für die meisten Transportbereiche noch ausreichend, zudem steht ja 40 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) auch schon in den Startlöchern.

Doch nicht nur Speicher und Prozessoren unterliegen Moores Geset, auch der Bandbreitenbedarf wird weiter stark ansteigen. Das ist die Folge von immer leistungsfähigeren Prozessoren und Speichersystemen, die immer komplexere und damit bandbreitenhungrige Anwendungen bewältigen können.

Zu spüren ist das bereits in den zentralen Bereichen (Core) von Transportnetzen, wo der Netzwerkverkehr eines Netzbetreibers zusammenläuft. Hier kommt es mit 10 Gbit/s mittlerweile zu Engpässen, die vorhandenen Glasfasern geraten an ihre Auslastungsgrenze.

100 ≠ 10 x 10

Wachtumsvergleich: Bitbedarf im Netzwerk- und im Server-Bereich, Grafik: Adva Optical Networking (Archiv: Vogel Business Media)

Einfache Abhilfe ist nicht in Sicht, denn Lösungen, die mehrere 10 Gbit/s-Verbindungen aggregieren, weisen Nachteile auf. So bietet ein echter 100 Gigabit-Ethernet-Link einen Datendurchsatz von 100 Gbit/s, während zusammengefasste 10 mal 10 Gigabit-Ethernet auf signifikant weniger kommen. Denn Letzteres bedeutet einen deutlich höheren Verarbeitungsaufwand für den Core-Router, der bei der 100 Gigabit-Ethernet deutlich effizienter arbeiten kann.

Das hat auch Auswirkungen auf die Kosten: Ein Core-Router, der eine Last von 1 Terabyte durchschleusen soll, schafft das günstiger mit 100 Gbit/s-Links, als mit n mal 10 Gbit/s-Links.

Hinzu kommt: Es ist auch keine zukunftsfähige Lösung, die sich zunehmend füllenden 10 Gbit/s-Links einfach durch weitere 10 Gbit/s-Links – sprich neue Wellenlängen – zu ergänzen. Erstens ist dies nicht unbegrenzt möglich und zweitens technisch schwierig und teuer, insbesondere wenn es gilt, tiefer ins L- oder S-Band des Farbspektrums vorzudringen.

100 Gigabit-Ethernet ermöglicht hingegen durch das breitbandigere Interface auch eine höhere Spektraleffizienz. Das bedeutet, dass sich die Wellenlängen-Slots effizienter füllen lassen.

Das wird wiederum Einfluss auf die Kosten haben: Es ist anzunehmen, dass der 100 Gbit/s-Transport den 40 Gbit/s-Transport bald im Preis unterbieten und relativ schnell in die Preisregion von 10 x 10 Gbit/s kommen wird.

weiter mit: Die Vorteile von 100G im Vergleich zu 40G

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