40 und 100 Gigabit - Wo es hakt und die Geschwindigkeit trotzdem Sinn macht

Das 100 Gigabit Ethernet ist da!

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Koexistenz von 40- und 100-Gbit/s

Verschiedene Konstellationen im Umfeld von 100 Gigabit, Bild: Adva Optical Networking (Archiv: Vogel Business Media)

Doch auch wenn 100 Gbit/s langfristig die besseren Marktaussichten haben, werden die Transportgeschwindigkeiten nebeneinander existieren. So arbeiten sie einerseits in Transportnetzen, andererseits in Anwendungen zusammen.

Bei der Koexistenz in Transportnetzen gibt es zwei unterschiedliche Ansätze bei den großen Carriern. Der eine Ansatz sieht vor, alles in einem Netz zu kombinieren und die 100-Gbit/s-Koexistenz mit 10-Gbit/s- oder 40-Gbit/s-Technologie zu erreichen. Andere Carrier wie AT & T bieten 10 Gbit/s-Transport in altbekannter Weise und 40 Gbit/s beziehungsweise 100 Gbit/s im Overlay.

Ein anderer Fall von Koexistenz betrifft die Rechenzentren: Während sich in großen Core-Routern 100G auf lange Sicht durchsetzen wird, wird 40-Gbit/s eher in Datacenters genutzt werden. Der Grund hierfür: Die Switch-Module für Server-Blades in Rechenzentren sind derzeit meist auf die 40 Gbit/s abgestimmt. Allerdings sind hier die letztgültigen Entwicklungen nicht absehbar.

Die Herausforderungen bei der Umsetzung von 100G

Die Herausforderungen bei der Umsetzung von 100G liegen vor allem im Bereich Spektraleffizienz. Ein 10 Gbit/s-Link lässt sich nicht ohne weiteres auf 100 Gbit/s erweitern.

Arbeitet man mit demselben Modulationsschema NRZ-OOK (Non-Return-to-Zero On/Off-Keying), dann würden 100-Gbit/s nicht mehr in den Wellenslot eines Standard-WDM-Systems passen, der bei 50 Gigahertz liegt. Außerdem würde die stark angestiegene Datenrate im Transportkanal sehr hohe Übertragungseffekte (Penalties) verursachen.

Bei einer Verzehnfachung der Bitrate im Kanal würde sich die Auswirkung der chromatischen Dispersion verhundertfachen. Man müsste die Übertragungssysteme also um den Faktor 100 genauer kompensieren.

Die Auswirkung der so genannten „Polarisationsmodendispersion“ würde sich annähernd verzehnfachen, also etwa linear mit der Datenrate ansteigen. Zusätzlich ist mit einer Verschlechterung des Signalrauschverhaltens um 10 db zu rechnen. Diese Werte zusammengenommen zeigen, dass dieses Verfahren kein sinnvoller Weg ist.

weiter mit: Eine andere Art der Modulation

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