Plusserver stellt Proxmox VE als fertigen Cluster in deutschen Rechenzentren bereit. Der Anbieter betreibt die Plattform, der Kunde verwaltet VMs und Container in der gewohnten Oberfläche. Der Beitrag zeigt, was im Paket steckt, welche Nachweise die Souveränität belegen und worauf Unternehmen vor dem Umzug achten sollten.
Zwischen Eigenbetrieb und Public Cloud: Mit seiner gemanagten Private Cloud Proxmox besetzt Plusserver ein Segment, das seit dem Broadcom-Kurswechsel deutlich gewachsen ist.
Proxmox Virtual Environment liegt seit Mai 2026 in der Version 9.2 vor. Die Plusserver GmbH aus Köln bietet die Plattform als Managed Private Cloud Proxmox an – mit mindestens drei dedizierten Servern in deutschen Rechenzentren. Der folgende Text beschreibt den Betrieb in dieser Umgebung.
Plusserver bietet Proxmox auf drei Wegen an
Bei der Managed Private Cloud Proxmox übernimmt der Anbieter den kompletten Betrieb der Plattform. Für Unternehmen mit eigenem Betriebsteam liefert Plusserver Dedicated Server mit Proxmox VE 9 und Proxmox Backup Server 4 als Image, ohne Einrichtungsgebühr und mit im Preis inkludierten 30 Terabyte Traffic. Eigene hochverfügbare Cluster baut ein Team damit nach Angaben des Anbieters in wenigen Minuten auf.
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Der Unterschied liegt in der Verantwortung. Auf dem Dedicated Server richtet das eigene Team das Cluster ein, pflegt die Aktualisierungen und schließt die Subskription bei Proxmox selbst ab. In der Managed Private Cloud liegen Einrichtung, Überwachung und Aktualisierung bei Plusserver. Der Support antwortet rund um die Uhr auf Deutsch. Einem Team ohne eigene Virtualisierungserfahrung erspart der gemanagte Weg den Aufbau der Plattform.
Plusserver stellt Server mit Speicher und Netz bereit
Das Paket M umfasst 32 nutzbare CPU-Kerne mit 2,1 Gigahertz, 128 Gigabyte Arbeitsspeicher und 2,6 Terabyte Speicher. Im aktuell laufenden Aktionszeitraum kostet das Paket 999 statt regulär 1.499 Euro netto monatlich (Stand Oktober 2026).
Paket L bringt 24 Kerne mit 3,4 Gigahertz und 256 Gigabyte Arbeitsspeicher und 2,6 Terabyte Speicher für aktuell 1.699 Euro, Paket XL besteht aus 64 Kernen mit 4,22 Gigahertz, 512 Gigabyte Arbeitsspeicher und 5,2 Terabyte Speicher für 4.099 Euro. Neukunden erhalten bis zum 31.12.2026 zusätzlich Gratismonate: einen bei zwölf Monaten Laufzeit, zwei bei 24 und drei bei 36 Monaten.
Das Cluster besteht aus drei physischen Servern, im Paket M mit je 16 Kernen und 64 Gigabyte Arbeitsspeicher. Server, Speicher und Netzanbindung stellt der Anbieter, die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Monate. Zum Leistungsumfang zählen der Betrieb der Plattform mit automatisierten Aktualisierungen, die Überwachung der Cluster-Komponenten und ein deutschsprachiger Support rund um die Uhr, dazu eine über ein Service Level Agreement zugesagte Verfügbarkeit. Bei einer Migration begleitet Plusserver auf Wunsch Planung und Umsetzung.
Drei Server ergeben einen Cluster, keine Sammlung von Maschinen
Proxmox VE braucht drei Knoten für ein verlässliches Quorum, also für die Mehrheitsentscheidung darüber, welcher Teil des Clusters im Fehlerfall weiterarbeitet. Plusserver stellt diese drei Server dediziert bereit, ohne geteilte Nutzung mit anderen Kunden. Die Pakete legt der Anbieter im N+1-Betrieb aus, also mit einem Server als Reserve. Der Speicher verteilt sich über alle drei Maschinen, dafür bringt Proxmox VE den Ceph-Verbund mit.
Ein Kunde bekommt damit vom ersten Tag an Funktionen, die auf einem einzelnen gemieteten Server fehlen. Dazu zählen die Live-Migration einer laufenden VM auf einen anderen Server, der automatische Neustart eines Gastes nach dem Ausfall eines Servers und der gemeinsame Speicher für alle drei Maschinen. Ein Umzug für Wartungsarbeiten läuft ohne Abschalten der VM. Der Anbieter verschiebt die Gäste also im laufenden Betrieb, bevor er einen Server aus dem Cluster nimmt.
Die Bedienung läuft über die Proxmox-Oberfläche
Der Kunde arbeitet in der Weboberfläche von Proxmox VE oder per API-Verbindung. Vertraute Ansichten für VMs, Container, Speicher, Firewall und Benutzerrechte bleiben also erhalten, ebenso die REST-Schnittstelle für eigene Automatisierung. Ein Team, das Proxmox aus dem eigenen Rechenzentrum kennt, braucht keine neue Bedienoberfläche zu lernen. Rollen und Rechte vergibt der Kunde selbst, ebenso legt er Benutzer und Gruppen für seine Administratoren an. Auch die Netze für die eigenen Server legt der Kunde selbst an, die Verwaltung virtueller Netze ermöglicht Proxmox als vollständig unterstützte Funktion.
Stand: 08.12.2025
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Snapshots und Sicherung liegen in der Hand des Kunden
Vor dem Update einer Anwendung sichert ein Administrator den Stand einer VM mit einem Snapshot. Proxmox 9.2 hat diese Funktion für weitere Speicherarten in den Produktivbetrieb übernommen. Der oberste Snapshot lässt sich im laufenden Betrieb wieder entfernen. Der Rückweg auf den Stand vor dem Update braucht damit keine Wiederherstellung aus der Sicherung.
Für die Sicherung selbst bindet Plusserver auf Wunsch S3-Objektspeicher zusätzlich zum Monatspreis des Pakets an, abgerechnet nach belegtem Speicher. Die Standardklasse kostet 0,022 Euro je Gigabyte und Monat, die replizierte 0,039 Euro und die gespiegelte 0,044 Euro. Ein Terabyte Sicherung liegt damit bei rund 23 Euro im Monat, die Kopien liegen außerhalb der drei Server. Über Umfang, Intervall und Aufbewahrungszeit der Sicherung entscheidet der Kunde selbst.
Der Objektspeicher steht in zwei Regionen bereit, in Köln und in Hamburg. Eine dritte Region in Düsseldorf ist angekündigt. Die Sicherung lässt sich damit in einer anderen Stadt ablegen als der Cluster. Ein Rückweg aus der Sicherung dauert länger als der aus einem Snapshot, dafür übersteht die Kopie den Ausfall des Clusters und mit der gespiegelten Speicherklasse auch den eines ganzen Standorts.
Beim Ausfall eines Servers startet der Gast neu
Die Hochverfügbarkeit im Cluster hat eine Eigenschaft, die vor der Migration einer Anwendung zählt. Fällt ein Server aus, startet der betroffene Gast auf einem anderen Server neu. Fehlererkennung und Übernahme dauern nach Angaben des Herstellers rund zwei Minuten, der zuständige Dienst prüft den Zustand der Server in Runden von rund zehn Sekunden. Die Rechenleistung für diesen Fall ist eingeplant, denn die Auslegung im N+1-Betrieb hält die Reserve eines Servers frei.
Als Einsatzfelder nennt Plusserver geschäftskritische Anwendungen, darunter ERP, CRM und Datenbanken. Eine Warenwirtschaft oder ein CRM mit üblichen Anforderungen verkraftet den Neustart. Eine Datenbank mit ständigen Schreibzugriffen oder ein Dienst mit harter Zeitvorgabe braucht dagegen eine eigene Redundanz, zum Beispiel einen Datenbank-Cluster über zwei Gäste auf getrennten Servern. Die Plattform liefert dafür die Grundlage, die Auslegung der Anwendung bleibt Sache des Kunden. Zwei Gäste auf getrennten Servern kosten im Paket nichts extra.
Der eigene Standort lässt sich verschlüsselt anbinden
Für hybride Aufbauten bringt Proxmox eine Ergänzung mit, die den Betrieb über zwei Standorte vereinfacht. Eine WireGuard-Fabric baut verschlüsselte Tunnel zwischen den Servern auf und dient als Unterbau für Netze zwischen zwei Clustern. Die Schlüssel erzeugt Proxmox je Server automatisch, externe Gegenstellen lassen sich eintragen. Der Aufbau kommt damit ohne zusätzliche Appliance und ohne Fremdsoftware aus.
Damit verbindet ein Unternehmen die gemanagte Umgebung mit dem eigenen Rechenzentrum, ohne einen zusätzlichen VPN-Dienst auf den Servern zu betreiben. Ein Layer-2-Netz über VXLAN allein bringt keine Verschlüsselung mit, weshalb der Tunnel darunter gehört. Für den Umzug einzelner VMs in die Cloud ist eine solche Verbindung sinnvoll. Sie bleibt danach im laufenden Betrieb bestehen, wenn eine Anwendung in der Cloud auf eine Datenbank im eigenen Rechenzentrum zugreift.
Der Monatspreis deckt beliebig viele VMs ab
Proxmox VE kostet im Eigenbetrieb je Prozessorsockel und Jahr, nicht je Kern und nicht je virtueller Maschine, mit 120 Euro für Community bis 1.100 Euro für Premium. Im Paket von Plusserver fällt dieser Posten weg, dort zahlt ein Unternehmen den Monatsbetrag für Server, Speicher und Betrieb. Die Rechnung besteht damit aus zwei Größen, dem Paketpreis und dem Speicher für die Sicherung. Die Zahl der VMs auf den drei Servern ändert daran nichts, die Grenze setzen allein Kerne und Arbeitsspeicher.
Der Anbieter belegt Sicherheit und Datenschutz
Souveränität steht bei deutschen Unternehmen weit oben auf der Liste. In einer Untersuchung von Foundry in Zusammenarbeit mit Plusserver stufen 71,1 Prozent der Befragten Digitale Souveränität als sehr wichtig oder geschäftskritisch ein. 32,4 Prozent nennen eine europäische Lösung mit 90 Prozent Funktionsumfang als ihre Wahl gegenüber einer US-Lösung. Dr. Marc Wilczek, CEO der Plusserver GmbH und Auftraggeber der Untersuchung, nennt die praktische Folge für die Planung. „Entscheidend ist, dass Datenhaltung, Rechtsraum und Exit-Optionen von Anfang an Teil der Cloud-Strategie sind.“
Eine eigene Zertifizierung verlangt den Nachweis, dass auch die Dienstleister geprüft sind. Statt das Rechenzentrum selbst zu besichtigen, legt ein Kunde dafür die Testate des Anbieters vor. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik führt seinen Kriterienkatalog C5 seit April 2026 in der Fassung C5:2026. Ein Testat nach C5 Typ II bescheinigt die Wirksamkeit der Maßnahmen über einen Zeitraum und nicht nur zu einem Stichtag.
Plusserver weist für die eigene Infrastruktur BSI C5 Typ II, ISO 27001 und eine Zertifizierung nach ISO 27001 auf Basis des IT-Grundschutzes aus. Hinzu kommen ISAE 3402 Typ II, ISO 50001 und PCI DSS. Die Nachweise decken die Infrastruktur ab, also Rechenzentrum, Hardware und Betrieb der Plattform. Für die eigenen VMs, deren Aktualisierung und die Rechtevergabe darin bleibt der Kunde in seiner eigenen Prüfung selbst zuständig.
Unternehmen reduzieren ihren VMware-Bestand
Der Anlass für das Interesse an Proxmox VE liegt außerhalb der Technik. CloudBolt befragte im Januar 2026 nach eigenen Angaben 302 IT-Entscheider mit Leitungsfunktion in nordamerikanischen Unternehmen ab tausend Beschäftigten. Gut acht von zehn senken ihren VMware-Bestand aktiv, 88 Prozent rechnen mit weiteren Preiserhöhungen. In der Vorgängerbefragung von 2024 erwarteten 73 Prozent eine Verdopplung der Lizenzkosten.
Der Druck folgt damit aus der Erwartung künftiger Rechnungen und nicht allein aus bereits gestellten. Beim Kostenpunkt setzt das Lizenzmodell von Proxmox an, denn dort hängt der Preis am Prozessorsockel und nicht an der Zahl der Kerne oder der VMs. Die Zahlen aus Nordamerika lassen sich auf Europa durchaus als Tendenz übertragen.
Fazit
Die Managed Private Cloud Proxmox von Plusserver liefert ein Cluster aus drei Servern in deutschen Rechenzentren, zum festen Monatspreis ab 999 Euro als Aktionspreis und mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit. Live-Migration, automatischer Neustart nach einem Serverausfall und verteilter Speicher stehen damit ab dem ersten Tag bereit, ohne Lizenzgebühr je VM und ohne eigene Hardware. Snapshots vor einem Update gehören ebenso dazu.
Der Anbieter betreibt Server, Speicher, Netz und Plattform. Der Kunde verwaltet seine VMs in der gewohnten Proxmox-Oberfläche und legt dort auch seine Netze und Benutzerrechte an. Vor dem Umzug sollten Unternehmen die Zusagen ihrer Anwendungshersteller klären, den Speicherbedarf für Paket und Sicherung und prüfen, und klären, welche Anwendung eine eigene Redundanz oberhalb der Plattform brauchen. Für den Aufbau in Eigenregie liefert Plusserver Dedicated Server mit Proxmox VE 9 und Proxmox Backup Server 4 als Image.