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Betriebsmodelle für die Open-Source-Virtualisierung Plusserver steigt in den Markt für gemanagtes Proxmox ein

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Der Kölner Anbieter Plusserver stellt eine Private Cloud auf Proxmox-Basis mit dediziertem Cluster in deutschen Rechenzentren bereit. Der Betrieb der Plattform bleibt beim Anbieter, der Einstieg kostet monatlich 999 Euro als befristeten Aktionspreis. Das Angebot trifft auf einen Markt, den seit dem Broadcom-Kurswechsel bei VMware zahlreiche deutsche Hoster besetzen.

Zwischen Eigenbetrieb und Public Cloud: Gemanagte Private Clouds besetzen ein Segment, das seit dem Broadcom-Kurswechsel deutlich gewachsen ist.(Source: ©  .shock - stock.adobe.com)
Zwischen Eigenbetrieb und Public Cloud: Gemanagte Private Clouds besetzen ein Segment, das seit dem Broadcom-Kurswechsel deutlich gewachsen ist.
(Source: © .shock - stock.adobe.com)

Plusserver bietet die Managed Private Cloud Proxmox ab sofort an. Zielgruppe sind Unternehmen, die datensensible oder geschäftskritische Anwendungen auf dedizierter Infrastruktur betreiben, den Plattformbetrieb aber nicht in die eigene IT holen wollen. Grundlage ist ein Cluster aus mindestens drei dedizierten Hostsystemen in eigenen Rechenzentren in Deutschland. Die Hardware teilen sich nach Angaben des Anbieters keine anderen Kunden.

Der Leistungsumfang deckt den vollständigen Plattformbetrieb ab: Erstinstallation und Cluster-Konfiguration, Monitoring, Netzwerkbetrieb, regelmäßige Updates, Lifecycle-Management, Hardware-Austausch und Störungsbehebung. Der Kunde verantwortet die virtuellen Maschinen, Plusserver alles darunter. Genau diese Schnittlinie unterscheidet das Angebot von klassischem Dedicated Hosting, bei dem der Hypervisor Sache des Kunden bleibt, und von Public-Cloud-Diensten, bei denen die Hardware geteilt wird.

Das Angebot umfasst drei Pakete, deren Preis sich nach Prozessorleistung und Arbeitsspeicher richtet. Der Einstieg kostet regulär 1.499 Euro monatlich, das größte Paket 4.099 Euro, jeweils netto. Die Einstiegskonfigurationen laufen laut Anbieter auf Intel-Xeon-Prozessoren der 2017 eingeführten Skylake-SP-Generation, aktuelle AMD-EPYC-Hardware kommt erst im größten Paket zum Einsatz. Plusserver weist die nutzbaren Ressourcen im N+1-Betrieb aus, ein Knoten dient also als Ausfallreserve. Der Datentransfer ist im Monatspreis enthalten, die Mindestlaufzeit beträgt zwölf Monate.

Eine Backupmöglichkeit ist nach Angaben des Anbieters integriert, für den Speicherplatz fallen Kosten an. Die Sicherung läuft über einen angebundenen S3-kompatiblen Object Storage und umfasst neben Konfiguration und Überwachung auch Wiederherstellungstests und Restore-Prozesse.

Ein voller Markt mit vertrautem Auslöser

Proxmox VE hat sich seit dem Wegfall des kostenlosen ESXi und den geänderten Lizenzbedingungen unter Broadcom als Ausweichoption etabliert. Der Hypervisor bringt Cluster-Funktionen, Software-Defined Networking und mit dem Proxmox Backup Server eine Sicherungslösung mit, ohne dass zusätzliche Verwaltungskomponenten wie vCenter nötig wären.

Was die Technik kostenlos liefert, verlangt allerdings Betriebskompetenz. Genau daran setzt der Markt für gemanagte Proxmox-Umgebungen an, und der ist gut besetzt. Anbieter wie Servinga oder Vshosting adressieren dieselbe Zielgruppe mit vergleichbaren Argumenten: dedizierte Hardware, planbare Monatspreise, kein Vendor-Lock-in. Ein technisches Alleinstellungsmerkmal ist in diesem Segment kaum noch zu erzielen, die Differenzierung verläuft über Standortzusagen, Zertifizierungen, SLA-Zusagen und Migrationsunterstützung.

Der Anbieter bedient beide Lager

Das Angebot firmiert bei Plusserver als VMware-Alternative. In der Ankündigung ist dort von „klassischen, lizenzgebundenen Virtualisierungsplattformen“ die Rede. Die Zurückhaltung hat einen naheliegenden Grund: Plusserver führt sich als Broadcom Pinnacle Partner und bewirbt parallel bis zu vier Monate kostenfreie Nutzung der pluscloud VMware. Der Anbieter verdient also an der Migration in beide Richtungen und dürfte kein Interesse daran haben, die eine gegen die andere auszuspielen.

Friedrich Haarmann, Chief Product Officer von Plusserver, begründet den Schritt mit der Nachfrage nach offenen und wirtschaftlich planbaren Alternativen für Virtualisierungsumgebungen, deren Betrieb Unternehmen nicht vollständig in die eigene IT verlagern wollten. Man verbinde dedizierte Infrastruktur und einen Open-Source-basierten Virtualisierungs-Stack mit einem gemanagten Betriebsmodell aus deutschen Rechenzentren.

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