Mobilfunkbetreiber nutzen mit XGS-PON bestehende Glasfasern

Nokia macht FTTH fit für 5G-Fronthaul

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Neben XG-PON und TWDM-PON ist XGS-PON ist eine der von Nokia angebotenen Nachfolgetechnologien für Betreiber existierender GPON-Netze.
Neben XG-PON und TWDM-PON ist XGS-PON ist eine der von Nokia angebotenen Nachfolgetechnologien für Betreiber existierender GPON-Netze. (Bild: Nokia)

Die für 4G und 5G erforderlichen und extrem niedrigen Latenzen können Telkos auch über bestehende FTTH-Infrastrukturen realisieren – das hat Nokias Forschungsbereich Bell Labs jetzt demonstriert.

Mit der jetzigen Demonstration zeigen die Bell Labs, dass bestehende FTTH-Deployments dank XGS-PON auch für Fronthaul-Anwendungen mit anspruchsvollen Latenzanforderungen taugen. Mobilfunkbetreiber können damit also bereits verlegte Glasfasern nutzen, um CPRI-Streams (CPRI = Common Public Radio Interfaces) zwischen Baseband Unit (BBU) und Remote Radio Head (RRH) zu übertragen. Bisher seien hierfür separate Netze erforderlich gewesen.

Das jetzt getestete XGS-PON erfülle auch jene Anforderungen, die 4G respektive 5G an Timing und Synchronisation stellen – laut Nokia tolerieren kommende Fronthaul-Interfaces oft nur Verzögerungen im Bereich unterhalb einer Millisekunde. Der hier erwähnte Fronthaul ist ein wesentliches Element zentralisierter Zugangsnetze (C-RAN, Centralized Radio Access Network), bei denen Rechenleistung von den eigentlichen Basisstationen getrennt und zentral vorgehalten wird. Mit der Architektur sollen Netzbetreiber unter anderem Kosten sparen sowie Abdeckung und Kapazität mobiler Netze erhöhen.

XGS-PON steht für „10 Gigabit Symmetrical Passive Optical Network“. Die Lösung setzt auf Nokias GPON-Plattform auf. Der Anbieter verspricht hiermit einen kosteneffizienten Weg, um GPON zu modernisieren und fit für symmetrische 10G-Dienste zu machen. Nokia präsentiert die passiven optischen Netze nicht nur als Option für den Datentransport innerhalb von Mobilfunknetzen. Darüber hinaus böten sich entsprechende Architekturen auch für andere latenzsensible Dienste und IoT-Anwendungen an.

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