Warum gute Planung wichtig ist

Netzwerkverkabelung unter der Lupe

| Autor / Redakteur: Peter Schmidt / Andreas Donner

Die Verkabelung ist das Rückgrat jedes Netzwerks – ein kurzer Überblick.
Die Verkabelung ist das Rückgrat jedes Netzwerks – ein kurzer Überblick. (Bild: © scharfsinn86 - stock.adobe.com)

In der modernen Wirtschaftswelt kommt heute kaum ein Unternehmen ohne ein internes Netzwerk aus. Vor allem bei klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist die Netzwerkstruktur in vielen Fällen eher zweckmäßig entstanden und nicht das Ergebnis einer detaillierten Planung. Da ein gut organisiertes Netzwerk jedoch zahlreiche Vorteile mit sich bringt, lohnt sich eine Überarbeitung des Firmennetzwerkes durchaus.

Die heutige Geschäftswelt ist vor allem durch die Digitalisierung gekennzeichnet. So sind die Bearbeitung und Weiterverbreitung von digitalen Daten heute wichtige Bestandteile von unternehmerischen Tätigkeiten. Aus diesem Grund besitzen Betriebe heute mindestens ein lokales Netzwerk, welches allgemein als LAN bezeichnet wird.

Wird das Unternehmen dann größer, wird dieses Netzwerk häufig zweckmäßig erweitert. Dies führt wiederum schnell zu einer chaotischen Netzwerkstruktur, welche schnell Probleme machen kann. Die fehlende Planung kann dazu führen, dass das Netzwerk den von der IT geforderten Anforderungen nicht mehr optimal gerecht wird. So können zum Beispiel Probleme bei der Bereitstellung von Kapazitätsreserven oder hohe Kosten bei Erweiterungen entstehen. Auch die verfügbare Bandbreite und Nutzungsflexibilität sind entscheidend von der Netzwerkstruktur abhängig.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Verkabelung?

Die Vorteile von LAN und WLAN sind durchaus unterschiedlich. Trotz des hohen Nutzungskomfort von drahtlosen Netzwerken, kommen die meisten Unternehmen nicht ohne die Verwendung von Netzwerkkabeln aus. Ein wesentlicher Vorteil des LAN ist dabei die hohe Bandbreite von physischen Kabeln.

Ein weiteres Problem von WLAN ist, dass in Unternehmen häufig viele Clients auf engem Raum arbeiten, was die Bandbreite und Zuverlässigkeit des Datenaustauschs schnell beeinträchtigt. Bei kabelgebundenen Netzwerken kann diese Problematik des "shared Mediums" durch den Einsatz von Switches beseitigt werden. Hinzu kommt, dass Kabel auch aus sicherheitstechnischen Aspekten drahtlosen Verbindungen vorzuziehen sind.

Zentrales Ziel von strukturierten Netzwerkverkabelungen ist nicht nur eine Bereitstellung von Kapazitätsreserven, sondern auch die Unterstützung moderner Kommunikationstechniken. Aber auch die einfache Installation und Anbindung von Netzwerkkomponenten sind essenzielle Faktoren bei der Netzwerkplanung.

Was gibt es bei der Planung von Netzwerkverkabelungen also zu beachten?

Die Grundlage für eine effiziente Netzwerkplanung wird für gewöhnlich durch eine hierarchische Struktur gebildet. Für die Umsetzung werden dabei wahlweise Baum- oder Sterntopologien verwendet. Sternstrukturen sind vor allem deshalb von Vorteil, weil sich mit ihrer Hilfe effektiv Redundanzen schaffen lassen. Außerdem lassen sich andere Topologien sehr leicht auf Sternstrukturen abbilden.

Grundsätzlich lässt sich eine strukturierte Verkabelung in drei Ebenen aufteilen. Diese Ebenen setzen sich aus der Gelände-, Gebäude- und Etagenverkabelung zusammen. Während die Geländeverkabelung einzelne Gebäude miteinander verbindet, werden bei der Gebäudeverkabelung einzelne Etagen vernetzt. Aufgrund der geringen Anzahl an Stationen werden bei der Geländeverkabelung hauptsächlich Glasfaserkabel verwendet. Bei der Gebäudeverkabelung kommen zusätzlich Kupferkabel zum Einsatz.

Die dritte Ebene der Etagenverkabelung bezeichnet die Verbindung von Etagenverteilern mit einzelnen Anschlussdosen in den Räumen eines Stockwerkes. Die Netzwerkdosen sind dabei der Abschluss des Netzwerkes zum eigentlichen Nutzer. Diese können zum Beispiel in einem Bodentank, in Wänden oder aber auf speziellen Netzwerkdosen sitzen.

Zahlreiche Anbieter von Netzwerkkomponenten bieten für die Verkabelung von Anschlussdosen und Etagenverteiler entweder Twisted-Pair Kabel auf Kupferbasis oder aber Glasfaserkabel an. Wichtig ist, dass bei der Verwendung von Twisted-Pair Kabeln eine Länge von neunzig Metern nicht überschritten wird. Aktuell kommen bei der Etagenverkabelung Cat 5 bzw. Cat 6 Kabel zum Einsatz. An den Etagenverteilern werden zudem gerne zusätzlich WLAN-Einstiegspunkte angeschlossen.

Warum ist die Konfiguration so wichtig und welche Probleme drohen bei falscher Planung?

Die Konfiguration eines Kabel- bzw. WLAN-Netzwerkes hat maßgebliche Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit und Performance der Verbindung. Nutzen zum Beispiel viele Nutzer den gleichen Kanal einer WLAN-Frequenz, wird die Verbindung nicht nur langsam, sondern bricht bei Überlastung unter Umständen sogar komplett zusammen. Ein weiteres Problem bei drahtlosen Netzwerken ist die Ausleuchtung. Wird die Konfiguration falsch geplant, können abschirmende Materialien wie beispielsweise Eisen oder Stahl die Funktion massiv beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist die genau Planung von drahtlosen Netzwerken unter Berücksichtigung von Gebäudebauweisen und Materialien besonders wichtig.

Fazit

In der Gesamtbetrachtung zeigt sich schnell, dass mangelhaft geplante Netzwerkstrukturen in der Praxis schnell massive Einschränkungen zur Folge haben können. Da die damit einhergehenden Probleme nicht nur ärgerlich sind, sondern häufig auch eine Menge Geld kosten, sollten Unternehmen bei der Planung keine Kosten und Mühen scheuen.

Über den Autor

Peter Schmidt ist im Bereich E-Commerce für den „Deutscher Medien Verlag GmbH“ tätig und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema IT und Netzwerktechnik.

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