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Souveräne Netzwerk-Infrastruktur im Fokus Router, Switch und Access Point – MikroTik spart Kosten

Von Cornelius Hoffmann 7 min Lesedauer

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Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ist die Netzwerkinfrastruktur ein oft unterschätztes, aber entscheidendes Thema. Ein stabiles, sicheres und leistungsfähiges Netzwerk ist die Basis für reibungslose Geschäftsprozesse. Doch gerade in kleineren Betrieben sind die Budgets begrenzt, und kostenintensive Enterprise-Lösungen rechnen sich häufig nicht. Was also tun?

MikroTik fühlt sich laut Website verpflichten, stets nach den effektivsten Lösungen zu suchen, um die richtigen Geräte für die Netzwerke seiner Kunden zu liefern. Cornelius Hoffmann bestätigt das in seinem Praxisartikel.(Bild:  MikroTik)
MikroTik fühlt sich laut Website verpflichten, stets nach den effektivsten Lösungen zu suchen, um die richtigen Geräte für die Netzwerke seiner Kunden zu liefern. Cornelius Hoffmann bestätigt das in seinem Praxisartikel.
(Bild: MikroTik)

Meine Empfehlung: hier kommt MikroTik ins Spiel: Der lettische Hersteller hat sich in den letzten Jahren zum Hersteller für skalierbare und leistungsstarke, aber dennoch preiswerte Netzwerktechnik entwickelt. Besonders für kleinere Unternehmen bietet MikroTik eine Hardware-Plattform, die Router, Firewall, Switch und Access Point in einer einheitlichen Bedien-Oberfläche vereint. Das spart Kosten, reduziert den Administrationsaufwand und sorgt für ein sicheres, leistungsfähiges Netzwerk.

Warum MikroTik für KMU?

MikroTik-Geräte überzeugen vor allem durch ihr Preis-Leistungs-Verhältnis und ihre Flexibilität. Während Produkte namhafter Hersteller wie Cisco, Aruba oder Ubiquiti in der Anschaffung oft kostenintensiv sind, liefert MikroTik robuste Hardware mit einem eigenen Betriebssystem (RouterOS) oft zu einem Bruchteil der Kosten – wenn man die Möglichkeiten betrachtet, die mit den Netzwerkgeräten über das eigene Betriebssystem möglich sind.

Einige Vorteile im Überblick:

  • Kostenersparnis: Netzwerkgeräte können Komponenten wie Struktur-, Verteilerswitches und / oder Access Points ergänzen oder komplett ersetzen.
  • Flexibilität: Die Geräte lassen sich an individuelle Anforderungen anpassen – sei es für VLANs, VPNs, Zugriffs-Regeln oder multiplen WLANs.
  • Skalierbarkeit: Auch bei Wachstum lässt sich das Netzwerk mit recht geringem Aufwand kostengünstig erweitern.
  • Zuverlässigkeit: MikroTik wird weltweit in Unternehmen und bei Internetanbietern eingesetzt und hat sich, was das Produkt anbelangt, als stabil erwiesen.

Welche MikroTik-Geräte eignen sich besonders für KMU?

Folgend einige Geräte, die wir bei Kunden einsetzen, um skalierbare, wie leistungsfähige Netzwerke zu planen und zu realisieren. Die Auswahl ist natürlich nur beispielhaft, denn es gibt viele Geräte mit den unterschiedlichsten Leistungsmerkmalen.

Wichtig dabei ist, zuerst den Bedarf zu analysieren, um unnötige Gerätekäufe zu vermeiden. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt leistungsfähigere Geräte benötigt werden, können Konfigurationen relativ einfach und schnell über einen Export, einer Anpassung auf das neue Gerät (für z.B. abweichende Ports) und danach einen Import am neuen Gerät in sehr kurzer Zeit migriert werden.

Aus der breiten Produktpalette von MikroTik haben sich einige Geräte als besonders geeignet für kleine und mittelständische Unternehmen herauskristallisiert, das sind die folgenden.

1. CCR2004-16G-2S+ / CCR2116-12G-4S+ – leistungsfähige Firewall
MikroTik hat einige Geräte, die für den Einsatz als Router oder Firewall geeignet sind. Um ausfallsichere und leistungsfähige Verbindungen in das Netzwerk zu schaffen, braucht es Leistung und entsprechende Anschlüsse – und wenn VPN genutzt werden soll, auch eine gewisse Rechenleistung am „Eingangsgerät“. Die beiden Geräte unterscheiden sich durch die Anzahl der Ports, aber was vielleicht wichtiger ist: die Rechenleistung. der CCR2004 ist schon sehr leistungsfähig, der CCR2116 hat dazu im Vergleich jedoch die vierfache Anzahl an CPU-Kernen, ist also von daher noch viel leistungsfähiger.

2. CCR2004-1G-12S+2XS – Leistungsfähiger Strukturswitch
Dieses Gerät ist ein leistungsfähiger Strukturswitch für größere Netzwerke in kleinen Unternehmen. Durch die Rechenleistung und die zwölf 10G Ports, können an dem Gerät bis zu zwölf Stockwerkverteiler per Glasfaser-Kabel angeschlossen werden. Der Switch ist in dem Fall eine zentrale Verwaltungseinheit z.B. in segmentierten Netzwerken als interner Routing-Switch oder auch als Firewall zwischen VLAN-Netzwerk-Segmenten, welche die Zugriffsberechtigungen zwischen den Netzwerk-Teilbereichen regelt. Mit einem 1700 MHz ARM, 64Bit Prozessor verfügt das Gerät über einige Leistungsreserven und bringt einen Gigabit-Port,12 10G SFP+- und zwei 25G SFP28-Ports mit.

3. CRS326-24S+2Q+RM – sinnvolle Erweiterung für ein 10G-Netzwerk
Ideal als Ergänzung, wenn der Struktur-Switch nicht über genügend Anschlüsse verfügt. So können Stockwerk-Switches z.B. redundant über Bonding verbunden werden, der Ausfall einer Leitung kann damit gut aufgefangen werden. Zudem ist dieses Gerät mit dem Protokoll MLAG nutzbar, womit z.B. zwei CRS326 zu einer logischen Einheit zusammengefasst werden können. Fällt ein CRS326 aus, funktioniert das Netzwerk dennoch weiterhin, wenn die Stockwerkswitches jeweils auf beiden Geräten angeschlossen sind. Ebenfalls in diesem Setup möglich ist ein unterbrechungsfreies Update der Geräte, wenn diese nicht zur selben Zeit aktualisiert werden. Dann werden die Mitarbeiter ihre Arbeit während des Updates ohne Einschränkungen, fortsetzen können. Insgesamt weist der CRS326 für einen 10G SFP+ Switch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Er verfügt über 24 Gigabit-Ports und zwei 10G SFP+ Ports.

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4. CRS309-1G-8S+IN – preisgünstiger Server-Strukturswitch
Gerade in Proxmox Cluster-Umgebungen ein interessantes Gerät. Da MLAG fähig und somit wie vorher schon erläutert als Verbund konfigurierbar, eignet sich dieser Switch gut, um z.B. mehrere Proxmox-Server darüber zu verbinden. Zwei Switches können auch hier Redundanz bilden – es kann also auch ein Gerät ausfallen oder aktualisiert werden, ohne dass der Betrieb der Server dadurch eingeschränkt wird. Der CRS309 hat für einen Strukturswitch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und, bringt einen Gigabit-Port und acht 10G SFP+ Ports mit.

5. CRS326-24G-2S+RM – der günstige Stockwerkswitch
Ideal als Ergänzung, wenn mehrere Arbeitsplätze per Kabel angebunden werden sollen. Somit ist das Gerät der optimale Stockwerkverteiler mit der Möglichkeit, die beiden 10G-Ports als redundanten Uplink zu einem Strukturswitch zu nutzen. Der CRS309 hat für einen Stockwerkverteiler ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und bringt 24 Gigabit-Ports und zwei 10G SFP+ Ports mit. Beide zuletzt genannten Geräte sind auch gut als Router oder Firewall für kleine und mittlere Unternehmen geeignet.

6. wAP ax oder cAP ax – WLAN der neuesten Generation
Mikrotik verfügt auch über viele WLAN-Geräte für den Außen- oder Innenbereich, Richtfunkstrecken oder ähnliches. Die beiden genannten wAP ax oder cAP ax sind somit stellvertretend für alle möglichen Geräte zu betrachten und zielen auf die Einrichtung eines WiFi 6 WLANs im Innenbereich ab. Die Möglichkeit eine zentrale Verwaltung (CAPsMAN) zu schaffen, erleichtert die Konfiguration eines WLANs. Damit lassen sich sehr große Flächen bei Firmen abdecken.

Beispielkonfiguration: Effizientes Netzwerk für KMU

Ein typisches MikroTik-Netzwerk-Setup für ein Unternehmen mit bis zu 50 Arbeitsplätzen könnte wie folgt aussehen:

Die Geräte

  • CCR2004-16G-2S+ als zentraler Router/ Firewall. Er verwaltet die Internetverbindung, schafft Netzwerksegmente oder verweist auf die des Strukturswitches, regelt deren Kommunikation untereinander und sorgt für einen kontrollierten Netzwerkzugang für mobile Mitarbeiter per VPN.
  • CCR2004-1G-12S+2XS kann sehr gut als leistungsfähiger Strukturswitch in einem Netzwerk eingesetzt werden. Mehrere Stockwerkverteiler daran angeschlossen, die VLANs darauf installiert, mit der Firewallfunktion des Gerätes den internen Netzwerkverkehr zwischen den Netzwerksegmenten regeln. Durch die hohe Rechenleistung des Geräts ist vieles denkbar.
  • CRS326-24G-2S+RM ist der ideale Stockwerkverteiler. Die zwei SFP+ 10G-Ports eigenen sich gut als redundanter Uplink zu einem Strukturswitch. An das VLAN des Strukturswitches angeschlossen, können dann über das Gerät verschiedenste Netzwerksegmente bedient werden.
  • wAP ax oder cAP ax Access Points sorgen für flächendeckendes und schnelles WLAN. Diese lassen sich z.B. per Kabel an den CCR2004-16G-2S+ als zentral verwaltete Accesspoints anschließen. Je größer das Netzwerk wird, umso sinniger ist es dann allerdings, ein eigenes Gerät für die Verwaltung des CAPsMAN einzusetzen. Der Umzug ist dann in nicht mal einer Stunde erledigt.

Die Konfiguration

Der CCR2004-16G-2S+ ist vorgesehen als Router / Firewall. Auf der Maschine wird der Internetzugang realisiert und deswegen ist das Gerät dann auch gleich der VPN-Server. Recht schlank und im RouterOS standardmäßig enthalten ist WireGuard, das als Zugang für mobile Mitarbeiter genutzt werden kann, aber auch für Standortvernetzungen geeignet ist. Da an dieser Stelle keine weiteren Kosten entstehen und die Software mit allen Standard-Betriebssystemen kompatibel ist, ziehen wir diese Plattform kostenpflichtigen Produkten vor.

Für VLANs hier mal ein paar Beispiele:

  • VLAN 10: Server, Datenlaufwerke gut abgesichert, mit Zugriffen, die nur das Nötigste erlauben
  • VLAN 20: DMZ, für Server und Dienste, die aus dem Internet erreichbar sein sollen
  • VLAN 30: Drucker, mit eigenen Systemen abgesichert gegen unbefugte Zugriffe
  • VLAN 40: LAN, das Segment in dem vermutlich die meisten Angriffsversuche stattfinden
  • VLAN 50: IoT-Geräte wie Kameras, Smart-TVs oder Zutrittssysteme
  • VLAN 100: Gäste-WLAN mit Internetzugang, aber ohne Zugriff auf interne Systeme

Fazit: Weniger Geräte, weniger Kosten – Mehr Kontrolle

Mit MikroTik können KMU eine leistungsfähige, sichere und skalierbare Netzwerkinfrastruktur aufbauen – und das bei überschaubaren Kosten. Die Geräte vereinen oft mehrere Funktionen in einem, was die Komplexität reduziert und die Betriebskosten senkt. Gerade für Unternehmen ohne eigenes IT-Team ist das ein großer Vorteil. Wer auf MikroTik setzt, profitiert von professionellen Features, ohne sein Budget zu sprengen.

Wie sind eure Erfahrungen mit MikroTik im Unternehmensumfeld? Welche Setups habt ihr im Einsatz? Lasst uns das gerne über LinkedIn austauschen!

Über den Autor

Cornelius Hoffmann Gründer und Geschäftsführer von cicero-point.net, einem Systemhaus für kleine und kleinste Unternehmen. Mit seiner Firma berät Hoffmann Kunden, plant Netzwerke und/oder Serveranlagen, sorgt für Virtualisierungsumgebungen (auch hochverfügbar) und kümmert sich um Automatisierungen. Auch Sicherungsszenarien und das Thema Telefonie gehören zum Repertoire von cicero-point.net.

Über cicero-point.net

cicero-point.net ist ein Systemhaus für Intelligente und leistungsfähige IT für kleine und kleinste Unternehmen. Lösungsorientiertes Planen, Installieren und Betreuen sowie Optimieren von Netzwerken, Server-Umgebungen, Drucklösungen und Desktoparbeitsplätzen gehört zu den Kern-Angeboten des Unternehmens.

Der Fokus liegt dabei auf bezahlbaren Enterprise-Lösungen. Netzwerke werden von cicero-point.net flexibel und skalierbar konfiguriert, um mit dem Unternehmen mitzuwachsen. Virtualisierungs- sowie Speicherumgebungen realisiert cicero-point.net auf Linux und/oder FreeBSD, um die Kosten für Anschaffung und Betrieb klein zu halten.

Die Plattform der Produkte von cicero-point.net bilden Hersteller wie Mikrotik, Proxmox oder TrueNAS – alles Hersteller aus Europa, oder mit einer sehr umfassenden Open-Source-Strategie.

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