Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 24

Moderne LAN-Technologien: IEEE 802.1ad Link Aggregation

17.06.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Trunking-Verfahren – Bandbreitengewinne mit Tücken im Detail; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Trunking-Verfahren – Bandbreitengewinne mit Tücken im Detail; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Viele dachten um die Jahrtausendwende, Gigabit Ethernet sei das Ende der Fahnenstange, was die reine Übertragungstechnik anbetrifft. Seit 10 GbE wissen wir es besser. Schnell kam daher der Wunsch auf, statt der Hochrüstung auf die nächste Geschwindigkeitsstufe mit einer Parallelschaltung bestehender Systeme zu arbeiten. Eine solche Parallelschaltung nennt man Trunking oder Link Aggregation

Eigentlich ist es ein naheliegendes Konzept, die Leistung von Datenverbindungen zwischen Switches untereinander oder zu bestimmten Endgeräten wie Servern einfach dadurch zu steigern, indem man mehrere Leitungen parallel führt und benutzt. Schon in der Frühzeit der LANs hat man oftmals einen Server mit mehreren Adapterkarten versehen, um sowohl Leistung als auch Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Verschiedene Hersteller hatten schon seit langem Trunking in ihren Switches implementiert, jedoch handelt es sich um proprietäre Lösungen, weil erst im Juli 1998 die Gründung einer Arbeitsgruppe für Trunking, die Link Aggregation Task Force, von den IEEE Leitgremien genehmigt wurde. Die Gruppe arbeitet unter der Bezeichnung IEEE 802.3ad, was kennzeichnet, dass sie sich nur um Lösungen für den Ethernet-Bereich kümmert.

Die Zusammenfassung (Aggregierung) von Links soll auf der Schicht zwei stattfinden und völlig transparent für die Endgeräte sein. Dies ist ein Unterschied zu bisherigen Lösungen mit mehreren Adapterkarten in einem Endgerät, die alle einzeln konfiguriert und an bestimmte Verkehrsflüsse gebunden werden mussten. Wenn parallele Verbindungen bestehen, soll die Last auch über diese verteilt werden. Dies ist nicht nur für den Hochlastfall sehr sinnvoll, sondern senkt auch die im normalen Betrieb durchschnittlich belegte Bandbreite und damit die Oberwellen, die vom System letztlich ausgehen können.

Wenn eine oder mehrere der parallelen Leitungen ausfällt, soll der Gesamtverkehr automatisch auf die verbleibenden Leitungen verteilt werden. Dies ist eine ganz wesentliche Forderung beim Aufbau redundanter Strukturen für die Erhöhung der Gesamtzuverlässigkeit von Netzen.

Die Zielsetzung umfasst eine schrittweise Skalierbarkeit der Bandbreite für die Kommunikation von Server zu Server und von Switch zu Switch. Außerdem sollen Diagnose-Parameter für die Übergabe an Management-Systeme definiert werden.

weiter mit: Der Teufel im Detail

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2022438 / Netzwerk Basics)