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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 24

Moderne LAN-Technologien: IEEE 802.1ad Link Aggregation

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Der Blick auf den MAC-Layer

Nach oben hin gerichtet ist das 802.3 MAC ClientInterface, welches per Definition üblicherweise mit der LLC zusammenarbeitet. Die Link Aggregierung soll für die Teilnehmer völlig transparent sein. Das Link Aggregation Control Protocol, welches die Link Aggregierung steuert, muß also unter dem MAC-Client Interface, aber oberhalb der „herkömmlichen“ MAC implementiert sein. Insgesamt gibt es hierfür ein Modell mit drei weiteren Teilschichten:

  • LAC Distribution/Collector – Teilschicht, die die Pakete aus dem Paketstrom des Client Interface auf verschiedene Trunks verteilt bzw. ankommende Pakete wieder in Paketströme richtig einsortiert, also multiplext.
  • LAC Control – Teilschicht, die physische Links dem logischen Aggregat hinzufügt und wegnimmt.
  • MAC Control – Teilschicht, die die herkömmliche IEEE 802.3 MAC anspricht.

Ein weiteres Problemfeld sind erlaubte und nicht erlaubte Aggregierungen. In einem ersten, relativ statischen Ansatz hat man sich dazu entschlossen, den Aggregierungs-Port mit der niedrigsten Nummer auszuwählen. So kann man anhand der Konfiguration eindeutig erkennen, welche Ports zu welcher Aggregierung gehören.

Dies hat natürlich den Nachteil, dass man neu konfigurieren, und damit das System kurzzeitig unterbrechen muss, wenn ein neuer Port zur Gruppe hinzukommt, der selbst eine niedrigere Nummer hat als der bisherige Aggregierungs-Port. Andererseits muss man ebenfalls neu konfigurieren, wenn man den bisherigen Aggregierungs-Port entfernen will, weil dann der Port mit der nächsthöheren Nummer zum Aggregierungs-Port gemacht werden muss.

Sieht man sich diesen Vorschlag genau an, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass dieses Verfahren in der Praxis nicht handhabbar ist, besonders bei tausenden von Ports, bei denen laufend Änderungen anfallen. Eine andere, elegantere Möglichkeit wäre es dagegen, neben den physischen auch logische Ports eindeutig zu identifizieren, sozusagen logische MAC Adressen zusätzlich einzuführen.

Eigentlich ist das Trunking eine besonders gute Methode zur Realisierung einer glatten Skalierbarkeit zwischen den Leistungsbereichen von IEEE 802.3. Denn die Sprünge zwischen 10 und 100, sowie 100 und 1000 Mbit/s sind ja doch recht groß.

Trunking für einfache Ethernets lohnt sich sicher nicht, da die Kosten für Fast Ethernet recht gering sind. Zwischen Gigabit- und 10 Gigabit-Ethernet liegen allerdings noch Welten, die man sehr gut mit Trunks füllen kann. Statt eine neue Technologie zu benutzen, kann man bekannte Elemente herkömmlicher Lösungen miteinander mischen. Dadurch kann die Bandbreite zu überschaubaren Kosten vergrößert werden, und zwar dort, wo es am notwendigsten ist, z.B. auf dem Weg zu Servern.

Trunking kann sowohl im Backbone als auch im Backend sinnvoll eingesetzt werden. Existierende Netzwerk-Implementierungen kann man so lassen, wie man möchte, weil sich jenseits der MAC-Dienstleistungsschicht nichts ändert, es wird einfach nur schneller und bleibt für die höheren Protokolle dennoch transparent.

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