Ethernet als Plattform für die Standortvernetzung und den Aufbau weltweiter VPNs

Ethernet External Network-to-Network Interface (ENNI) hilft dem globalen Ethernet auf die Sprünge

04.05.2011 | Autor / Redakteur: Uwe Scholz / Andreas Donner

Das Ethernet ist längst seiner lokalen Beschränkung entwachsen und man arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von Infrastukturequipment, Netzen und Services, um Ethernet im WAN flächendeckend bereitzustellen. Treibende Kraft ist hier das Metro Ethernet Forum (MEF). War es einst die Initialaufgabe des MEF, das Ethernet für die Metropolitan Area nutzbar zu machen, steht nun – nach der Erreichung dieses Ziels – mit ENNI das Thema Global Interconnect auf der Agenda. Das neue Businessmodell soll ein bisher unerreichtes Maß an Flexibilität, Qualität und Freiheit bei der Auswahl bzw. dem Angebot von Services ermöglichen.

Carrier Ethernet hat sich seinen Platz unter den neuen Datendiensten hart erarbeitet. Im LAN seit Langem ohne wirkliche Konkurrenz, war der Schritt zum WAN-Protokoll ein weiter Weg. Mit der Erarbeitung der Architektur, der Definition der Schnittstellen und Services sowie der Zertifizierung entsprechender Produkte hat das MEF seit 2001 an der Etablierung dieser altbekannten, neuen Technologie gearbeitet. Und dies offensichtlich mit Erfolg. Denn inzwischen haben Carrier und Provider weltweit Ethernet-Services für lange Distanzen im Programm.

Doch wenn auch die technischen Hürden offensichtlich genommen sind – in der Praxis ist das flächendeckende, universelle Angebot eher Wunsch denn Wirklichkeit, und bei den Unternehmen besteht nach wie vor Klärungsbedarf hinsichtlich betriebswirtschaftlicher und technischer Vorteile, Transparenz des Angebotes sowie der Verfügbarkeit beim Betreiber der Wahl.

Auch in Deutschland gibt es inzwischen ein vielfältiges Provider-Angebot an Ethernet-VPN-Services – von T-Systems über BT bis hin zu Colt und Teragate, um nur einige zu nennen. Ethernet gewinnt in Deutschland langsam aber sicher Marktanteile als alternative Plattform für die Verbindung von Unternehmensstandorten oder den Aufbau weltweiter Virtual Private Networks (VPN). Im Gegenzug sinkt der Marktanteil von konventionellen Netzzugängen, etwa über Leased-Line.

Infrastrukturen gemeinsam nutzen

Anders verhält es sich bei den Infrastrukturen, die etwa Mobilfunkbetreiber in ihren eigenen Backbones einsetzen. Und so entwickelt sich bspw. Mobile Backhaul derzeit zu einer Carrier-Ethernet-Domäne, um den Bandbreitenhunger der mobilen Nutzer zu stillen. Und nicht nur beim Ausbau der Mobilfunknetze in Richtung LTE (Long Term Evolution) setzen die Netzbetreiber zunehmend auf Carrier- Ethernet, um den sprunghaft wachsenden Datenverkehr in ihren Netzen zu bewältigen.

Dass dies alles andere als trivial ist, zeigt schon die aktuelle Initiative der drei Mobilfunkbetreiber T-Mobile, O2 und Vodafone, beim Ausbau der Infrastrukturen vor allem in ländlichen Gebieten zusammenzuarbeiten. Schließlich macht es nicht viel Sinn, jedes Dorf dreifach redundant zu versorgen, nur um den Wettbewerb zu garantieren – zumal die Anbieter darin kein attraktives Business sehen. Folgerichtig sitzen hier auch die Bundesnetzagentur und das Kartellamt mit am Tisch, um den Wettbewerb auch da zu beaufsichtigen, wo es keinen gibt.

Die Idee, eine größere Netzabdeckung durch gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen zu erzielen und Netzkapazitäten an andere Provider zu vermieten, macht offensichtlich Sinn. Folgerichtig verfolgt auch das MEF mit der Global Interconnect Intiative genau diese Idee. Wenn eine universelle, globale Verfügbarkeit auf Basis verbindlicher Service Level Agreements (SLA) zwischen Provider und Kunden garantiert werden soll, dann kann das nur über die arbeitsteilige Bereitstellung von Netzsegmenten realisiert werden. Weder gibt es Anbieter, die über ein eigenes weltumspannendes physikalisches Netz verfügen, noch wäre dies für den Kunden im Sinne der Auswahl konkurrierender Angebote wünschenswert.

Gefordert war also eine Schnittstelle, die es Carriern untereinander ermöglicht, ihren Kunden, seien es Provider oder Unternehmen, einen überregionalen, transnationalen oder weltweiten Service zu vereinbarten Qualitäten und Preisen über mehrere physikalische Netze hinweg zu garantieren.

weiter mit: Umfangreiche Abstimmung zwischen Carriern und Providern

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