So tunen Sie Ihr LAN kostengünstig

eBook "Kupfer-Verkabelungen unter der Lupe" verfügbar

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

NBASE-T erlaubt auf Kupferverkabelungen 2,5 und 5 Gigabit/s – und das bei sinnvollen Längen und ohne Spezialkabel. Unser eBook wirft einen Blick auf die Renaissance von Twisted Pair.
NBASE-T erlaubt auf Kupferverkabelungen 2,5 und 5 Gigabit/s – und das bei sinnvollen Längen und ohne Spezialkabel. Unser eBook wirft einen Blick auf die Renaissance von Twisted Pair. (Bild: © VIT / xiaoliangge - stock.adobe.com [M])

Die Anforderungen moderner Access Points, hochauflösender Videos und anspruchsvoller IoT-Anwendungen bringen bestehende LANs immer öfter an ihre Leistungsgrenzen. Ein jetzt verfügbares eBook zeigt darum, wie Sie auch aus bestehenden Infrastrukturen mehr Bandbreite herausholen.

So paradox es klingt: Insbesondere drahtlose Netzwerke haben in den vergangenen Jahren für steigende Anforderungen an kabelgebundene LANs gesorgt. Denn deren verbreitete Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde genügt bei Weitem nicht, um den Bedarf von nach IEEE 802.11ac funkender Access Points zu bedienen.

Und auch weitere Anwendungen benötigen zunehmend mehr Durchsatz als klassische LAN-Infrastrukturen zu leisten in der Lage sind. Zu nennen sind hierbei etwa CAD/CAM-Simulationen, die Einbindung einer Vielzahl von IoT-Geräten oder Systeme zur Videoüberwachung. Nicht zuletzt fordern auch moderne Medienproduktionen mit hochauflösenden 4K/8K-Videos klassische Infrastrukturen zunehmend heraus.

Kupfer-Verkabelungen unter der Lupe

eBook

Kupfer-Verkabelungen unter der Lupe

Ließ sich das kupferbasierte Ethernet bis zur Jahrtausendwende noch als Allzweckwaffe betrachten - als Technik die alle denkbaren Nutzungsszenarien abdecken kann, so sind die zahlreichen Standards und Anwendungen heute geradezu unüberschaubar. weiter...

Mit dem 2006 eingeführten Standard IEEE 802.3an steht zwar schon seit einiger Zeit eine Lösung bereit, um zehn Gigabit pro Sekunde über verdrillte Kupferadern (Twisted Pair) zu übertragen. Das Problem: Über klassische „Cat. 5e/Cat. 6“-Kabel lässt sich der Standard bestenfalls über begrenzten Strecken nutzen: Per Cat. 6 sind bis zu 55 Meter möglich, Distanzen bis zu 100 Meter sind ohne Cat. 6a nicht denkbar.

Geschwindigkeit versus Wirtschaftlichkeit

Bestehende Infrastrukturen durchgehend auf die für 10GbE mindestens benötigten Cat. 6a-Kabel aufzurüsten, wäre für Unternehmen nicht nur umständlich, sondern auch teuer. In einem Whitepaper (PDF) taxiert die mittlerweile mit der Ethernet Alliance vereinigte NBASE-T Alliance: „Bei Kosten von $200 bis $800 pro neuem Kabel für Hunderte von Access Points können die Kosten für eine Nachrüstung eines bestehenden Campus leicht in die Hunderttausende von [US-]Dollar reichen.“

Dem entsprechend rät Roland Schön, Business Manager Networking bei der Bechtle Systemhaus Holding AG: „Kunden müssen über eine individuelle Business-Case-Betrachtung entscheiden, ob der Sprung von 1 Gbit/s auf 10GbE (kupferbasiert) im Access-Bereich notwendig und wirtschaftlich sinnvoll ist. Eine Neuverkabelung mit Cat 6a- oder höherwertigen Kabeln, die für den Einsatz von 10GBASE-T mindestens nötig wären, ist je nach Beschaffenheit und Struktur der Gebäude mit hohen Kosten verbunden.“

NBASE-T als Lösung

Als mögliche Lösung des beschriebenen Dilemmas lässt sich der 2016 verabschiedete Standard IEEE 802.3bz (auch als NBASE-T bezeichnet) betrachten. Mit der technisch auf 10GBASE-T basierenden Lösung lassen sich über die vollen 100 Meter Länge bestehender Kupferkabel 2,5 Gbit/s (Cat. 5) respektive fünf Gbit/s (Cat. 6) übertragen.

Unternehmen müssen damit lediglich in neue Hardware investieren. Deren Kosten beziffert Roland Schön von Bechtle wie folgt: „NBASE-T fähige Switches können im Vergleich zu klassischen 1GbE-Access-Switches je nach Hersteller bis zu doppelt so hohe Kosten mit sich bringen. Die Preise für NBASE-T-fähige Netzwerk-Adapter (Clients/Server) liegen auf einem ähnlichem Niveau wie für hochwertige 10GBASE-T-Karten.“

Moderne Ethernet-Switches mit Multigigabit-Funktionalität stellen auf ihren Switch-Ports Geschwindigkeiten zwischen 100 Megabit/s und 10 Gbit/s bereit. Herstellerabhängig werden die Systeme mit den Begriffen Multigigabit, Smart-Rate-Multigigabit oder Multi-Rate bezeichnet.

Ein Vergleich von NBASE-T- und 10GbE-fähigen Switches gestaltet sich aufgrund unterschiedlicher Ausstattungen schwierig. So wirken sich etwa die Zahl verbauter Multigigabit-Ports sowie die implementierten PoE-Funktionen auf den Preis aus. Zudem gelten 10GbE-Switches mit Kupfer-Ports bislang im Accessbereich als eher unüblich.

Theorie, Praxis und Mischbetrieb

Ob und wie gut NBASE-T unter realen Bedingungen tatsächlich funktioniert, lässt sich per Messung von Crosstalk-Verhalten und Signal-to-Noise-Ratio herausfinden. Wie auch immer: „Da ein Mischbetrieb im LAN möglich ist, wäre es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll, nur dort auf Multigigabit-fähige Switches zu migrieren, wo die höheren Bandbreiten auch tatsächlich benötigt werden.“ – rät Roland Schön.

Falls ohnehin ein größerer Um- oder Ausbau bestehender Infrastrukturen ansteht, bieten sich Unternehmen zudem weitere Alternativen zur klassischen, strukturierten Verkabelung an.

Das steht im eBook

Die hier skizzierten Ansätze werden im jetzt verfügbaren eBook „Kupfer-Verkabelungen unter der Lupe“ angesprochen und vertieft. Dabei liefert Ihnen der Ratgeber einen umfassenden Überblick über den Stand der Technik und zeigt wie sich bestehende Infrastrukturen aufrüsten lassen. So erfahren Sie mehr über aktuelle Standards und Anwendungen oder das Zusammenspiel von Kabeln und Komponenten. Tipps zu Messungen und Anregungen zur alternativen Gebäudeverkabelung runden das eBook ab.

Angemeldete Nutzer von IP-Insider können das eBook „Schnelles Ethernet per Kupferkabel“ jetzt kostenfrei herunterladen. Auch eine Registrierung ist kostenlos und erlaubt zudem den Zugriff auf alle weiteren registrierungspflichtigen Inhalte von IP-Insider, darunter auch alle aktuellen und zukünftigen eBooks.

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