Definition

Was ist ein (Wireless) Access Point?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Über einen Wireless Access Point können sich Endgeräte drahtlos mit einem lokalen Netzwerk verbinden. Im privaten Umfeld sind die Geräte häufig mit Router und Modem integriert, in größeren Unternehmen dagegen Teil einer Controller-gesteuerten Infrastruktur.

Der Begriff Access Point bezeichnet in der Telekommunikation einerseits Schnittstellen eines Schichtmodells. Über derlei Dienstzugangspunkte (Service Access Points) greifen Nutzer auf Dienste darunter liegender Ebenen zu. Im Folgenden geht es jedoch ausschließlich um Wireless Access Points, über die drahtlos funkende Endgeräte auf (lokale) Netze zugreifen können.

Dank Wireless Access Points können sich Clients somit flexibel mit einem Netzwerk verbinden und dieses in Maßen auch mobil nutzen. Anders als ein kabelgebundenes und geswitchtes Ethernet stellt die Luftschnittstelle allerdings ein vergleichsweise langsames, störanfälliges sowie geteiltes Medium dar; Clients können Daten also nicht gleichzeitig übertragen und müssen sich die verfügbare Bandbreite teilen. Mit Multi-User Multiple-Input Multiple-Output (MU-MIMO) können aktuelle Geräte dieses Problem immerhin lindern. Über entsprechende Technologien können Access Points zeitgleich mehreren Endgeräte verschiedene Datensätze schicken.

Unterschiedlich ausgestattete Ausführungen

Access Points sind in vielfältigsten Ausführungen verfügbar. Neben spezialisierter Hardware gibt es auch Softwarelösungen, mit denen sich klassische Rechner zu einem Access Point umrüsten lassen.

Je nach Umgebung sind die Access Points unterschiedlich leistungsfähig. Anwender in kleineren Umgebungen nutzen häufig integrierte Systeme. Die als WLAN-Router bezeichneten Appliances beinhalten neben dem eigentlichen Access Point weitere Funktionen, beispielsweise Routing und Switching, Paketfilter, Modem-Verbindungen sowie einfache Serverfunktionen. Insbesondere Consumer-Geräte bieten per Wi-Fi Protected Setup (WPS) eine vergleichsweise bequeme Möglichkeit, dem drahtlosen Netzwerk neue Geräte hinzuzufügen.

Controller-gesteuerte Umgebungen

Auch isoliert für sich betrachtet verfügen nicht alle Zugangspunkte über einen vergleichbaren Funktionsumfang. Während so genannte „Fat Access Points“ autark arbeiten, verfügen die vergleichsweise einfach konstruierten „Thin Access Points“ über keine eigene Intelligenz – lassen sich damit vereinfacht als verlängerte Antennen beschreiben, die direkt von einem WLAN-Switch (auch WLAN-Controller) angesteuert werden. Solch eine Architektur eignet sich insbesondere für größere Umgebungen, weil sich Switches komfortabler konfigurieren lassen und entsprechende Änderungen sofort über das gesamte Netzwerk verfügbar sind.

Verschiedene Anbieter kombinieren mittlerweile auch Vorteile von Thin Access Points und Fat Access Points. Einmal konfigurierte Access Points funktionieren dann beispielsweise auch noch während des eventuellen Ausfalls eines WLAN-Switches weiter. Bei alternativen Ansätzen organisieren sich WLAN-Access-Points dezentral als Schwarm. Funktionen eines WLAN-Controllers lassen sich zudem nicht mehr nur lokal implementieren, sondern auch aus der Cloud beziehen.

IEEE 802.11, Verschlüsselung und Betriebsmodi

Auf kurze Distanzen verwenden Access Points in der Regel ein nach IEEE 802.11 standardisiertes Protokoll mit Carrier Sense Multiple Access/Collision Avoidence (CSMA/CA). Das optionale Verschlüsselungsverfahren Wi-Fi Protected Access 2 (WPA2) schützt die Kommunikation dabei gegen Datenspione; die Vorgänger WPA und Wired Equivalent Privacy (WEP) gelten dagegen als mittlerweile überholt und angreifbar.

Über verschiedene Betriebsmodi können 802.11-Access-Points unterschiedliche Infrastrukturen abbilden.

  • Im Basic Service Set bedient ein einzelner Access Point alle drahtlos angebundenen Clients. Diese bilden dann ein autarkes Intranet.
  • Per Extended Service Set lassen sich mehrere Access Points per Ethernet verbinden und mit einem identischen Netzwerknamen (Extended Service Set Identifier) versehen. Solche Infrastrukturen decken größere Fläche per Funk ab als einzelne Access Points; Clients werden automatisch zwischen den Access Points übergeben (Roaming).
  • Das Wireless Distribution System (WDS) erlaubt es mehreren Access Points derweil, drahtlos miteinander zu kommunizieren. Hier unterscheidet man zwischen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (Wireless Bridge) sowie Punkt-zu-Multipunkt-Verbindungen (Wireless Repeater).
  • Der Modus Ethernet Bridge dient dazu, eine Verbindung zu drahtgebundenen Netzen herzustellen. Damit können mit einem Access Points verbundene Clients nicht nur untereinander kommunizieren, sondern auch auf eine per Kabel verfügbare Internetanbindung zugreifen.
  • Im Client-Modus betrieben übernimmt ein Access Point derweil die Funktion eines Wireless-Adapters. Über einen solchen lassen sich Endgeräte in drahtlose Infrastrukturen einbinden, die lediglich über eine drahtgebundene Netzwerkschnittstelle verfügen.

Proprietäres Polling für Spezialanwendungen

Sollen längere Distanzen überbrückt werden, kommen mitunter auch proprietäre Pollingprotokolle mit Time Division Multiple Access (TDMA) zum Einsatz, beispielsweise Nv2 des Herstellers MikroTik. Zu typischen Anwendern hierfür zählen beispielsweise Service Provider, die längere Punkt-zu-Punkt-Strecken überbrücken müssen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

WLAN oder 5G: So sieht es die Industrie

Wozu brauchen Firmen und Fabriken 5G-Campus-Netze?

WLAN oder 5G: So sieht es die Industrie

Bald können deutsche Firmen lokale 5G-Frequenzen für private 5G-Netze beantragen. Doch was kann 5G besser als WLAN? Warum will es die Industrie haben? Und wird mit 5G-Campus-Netzen das Ende der bisherigen Industrie-WLANs eingeläutet? lesen

So kommen Schulen an die Fördergelder

Digitalpakt Schule bringt moderne IT-Infrastruktur ins Klassenzimmer

So kommen Schulen an die Fördergelder

Der Digitalpakt Schule ist da. Endlich. Doch was bedeutet er konkret für die Schulen? Was müssen sie tun, um in den Genuss der Gelder für den Ausbau der digitalen Infrastruktur zu kommen und welche Infrastruktur sollte es sein? Worauf sollten Schulen im Einzelnen achten, damit Schüler und Lehrkräfte bestmöglich profitieren? lesen

Cognitive Cloud Networking für IoT-fähige Campus-LANs

Campus-Edge Produkte von Arista

Cognitive Cloud Networking für IoT-fähige Campus-LANs

Arista Networks erweitert sein Cognitive-Campus-Portfolio um kabelgebundene und drahtlose Edge-Produkte. Die Campus-Leaf-Switches der 720XP-Serie und der Wi-Fi-6-Access-Point C-250 seien speziell für Organisationen entwickelt worden, die zu einem IoT-fähigen Campus übergehen möchten. lesen

Telekom und Samsung kooperieren beim MDM

Mobile Devive Management mit Samsung Knox

Telekom und Samsung kooperieren beim MDM

Die Deutsche Telekom integriert verschiedene Mobile-Device-Management-Dienste (MDM), die Samsung unter dem Knox-Brand vermarktet, ins eigene Angebot. Die Kooperation wurde auf der Hausmesse „Digital X“ bekanntgegeben. lesen

„Insight Managed Smart Cloud“-Produkte von Netgear

Remote-Netzwerkmanagement

„Insight Managed Smart Cloud“-Produkte von Netgear

Netgear erweitert sein Portfolio an Insight-Netzwerklösungen. Die Smart Cloud-Produkte: GC108P (26W) und GC108PP (126W) können allesamt remote verwaltet werden und sind ab sofort auf dem deutschen Markt verfügbar. lesen

Huawei AirEngine für Enterprise-WLANs

„Wi-Fi 6“-Geräte nutzen Stärken von 5G Smart Antenna

Huawei AirEngine für Enterprise-WLANs

Huawei wird seine mit Wi-Fi 6 kompatiblen Geräte der Enterprise-Klasse künftig unter der Marke AirEngine anbieten. Erste 802.11ax-Systeme sind bereits seit dem Vorjahr im Einsatz und sollen viermal mehr Clients mit geringeren Latenzen bedienen als bisherige Access Points. lesen

Robuster LTE-A Router auch mit Dual-Band Wi-Fi erhältlich

Sierra Wireless AirLink RV55 jetzt bei Hy-Line erhältlich

Robuster LTE-A Router auch mit Dual-Band Wi-Fi erhältlich

Einen robusten LTE-A Router von Sierra Wireless hat Hy-Line jetzt im Distributionsprogramm. Das Gerät eignet sich unter anderem für die Verbindung von kritischen Remote-Assets, Infrastrukturen und Fahrzeugen. Der Router RV55 ist auch mit Dual-Band-WLAN erhältlich. lesen

Es tut sich was bei optischen Netzwerken

Netzwerk-Trends, die es zu beobachten gilt

Es tut sich was bei optischen Netzwerken

Fluke Networks zählt zu den wichtigsten Herstellern von Messtechnik-Equipment für optische Netzwerk-Technologien. Verständlich, dass man bei Fluke Trends aus dem Bereich optischer Netzwerke sehr genau im Blick hat. Was sich aktuell tut, und welche Entwicklungen sich lohnen, im Auge zu behalten, und was 802.3bt und 802.11ax mit optischen Netzen zu tun haben, erläutert Christian Schillab in seinem Beitrag. lesen

Wi-Fi-5-Access-Point im Rauchmelderdesign

Lancom LW-500 für kleine und mittlere Netze

Wi-Fi-5-Access-Point im Rauchmelderdesign

Dezente Optik, hoher Datendurchsatz – mit diesen Eigenschaften, so Hersteller Lancom, sei der 802.11ac-Wave 2-kompatible WLAN-Access-Point LW-500 eine geeignete Lösung für Umgebungen, in denen eine hohe Access-Point-Dichte nötig sei, z.B. in der Hotellerie. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44625975 / Definitionen)