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Definition Was ist TCP/IP?

TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) steht als Überbegriff für eine Reihe von Netzwerkprotokollen. Die Protokolle sind für die Vermittlung und den Transport von Datenpaketen in einem LAN oder WAN verantwortlich. Das Internet basiert vollständig auf der TCP/IP-Protokollfamilie.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com )

TCP/IP setzt sich aus den beiden Abkürzungen TCP und IP zusammen. Die Abkürzung TCP steht für Transmission Control Protocol und die Abkürzung IP für Internet Protocol. Transmission Control Protocol/Internet Protocol bezeichnet jedoch nicht nur diese beiden Protokolle, sondern wird in der Regel als Überbegriff für eine ganze Protokollfamilie verwendet.

Zu ihr gehören noch viele weitere Protokolle wie ICMP (Internet Control Message Protocol) oder UDP (User Datagram Protocol). Die Protokollfamilie stellt die grundsätzlichen Funktionen bereit, um in einem privaten oder öffentlichen Netzwerk (egal, ob LAN oder WAN) Datenpakete zu transportieren und zu vermitteln.

Das Internet basiert vollständig auf den zur TCP/IP-Familie gehörenden Protokollen. Entwickelt wurden die Protokolle bereits in den 1970er Jahren ausgehend von den Arbeiten und Überlegungen der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency). Durch den Erfolg des Internets und der universalen Einsetzbarkeit der Protokollfamilie wurden andere Protokolle wie IPX/SPX, AppleTalk, NetBEUI oder X.25 inzwischen fast vollständig abgelöst.

Die Protokollfamilie ist von der Hard- und Software unabhängig und steht in allen gängigen Betriebssystemen zur Verfügung. Sie sorgt für einheitliche Kommunikationsstandards in Netzwerken und bietet definierte Schnittstellen für Anwendungen. Zudem regelt sie die Adressierung im Netzwerk. Im OSI-Schichtenmodell ist Transmission Control Protocol/Internet Protocol auf Layer 3 und Layer 4 (Vermittlungsschicht und Transportschicht) des ISO/OSI-Referenzmodells angesiedelt. Es existiert ein vereinfachtes TCP/IP-Referenzmodell. In diesem arbeiten die Protokolle auf Layer 2 und Layer 3 (Internetschicht und Transportschicht).

Das TCP/IP-Referenzmodell

Das TCP/IP-Referenzmodell, auch DoD-Schichtenmodell (Department-of-Defense-Schichtenmodell) genannt, definiert im Gegensatz zum OSI-Schichtenmodell keine sieben, sondern nur vier Schichten. Diese vier Schichten sind:

  • Schicht 1: Netzwerkschicht
  • Schicht 2: Internetschicht
  • Schicht 3: Transportschicht
  • Schicht 4: Anwendungsschicht

Die Protokolle der TCP/IP Familie sind in den Schichten 2 und 3 (Internetschicht und Transportschicht) aktiv. Darüber befinden sich die Protokolle der Anwendungsschicht wie bspw. SMTP (Simple Mail Transfer Protocol), HTTP (Hypertext Transfer Protocol) oder FTP (File Transfer Protocol). Sie werden von den Protokollen der Schicht 2 und 3 bedient und sind für den Informationsaustausch der verschiedenen Anwendungen in einem IP-basierten Netz zuständig.

Aufgaben und Protokolle der Internet- und Transportschicht

Aufgabe der Internetschicht ist es, die Datenpakete im Netz zu vermitteln und an die richtigen Knoten weiterzuleiten. Größtenteils ist für diese Aufgaben das Internetprotokoll (IP) in den Versionen IPv4 und/oder IPv6 zuständig. IP sorgt für die eindeutige Adressierung der Teilnehmer und Knoten des Netzwerks.

Jedes Datenpaket verfügt über eine Absender- und Ziel-IP-Adresse. Anhand der Ziel-IP-Adresse erfolgt das Routing durch das Netzwerk und die Zustellung des Datenpakets an den gewünschten Empfänger. IP definiert zudem die Größe der Datagramme, sieht aber keine besonderen Mechanismen zur Kontrolle der Datenübertragung vor. Ebenfalls auf der Internetschicht arbeiten Protokolle wie:

  • ICMP (Internet Control Message Protocol) für den Austausch und das Mitteilen von Status- oder Fehlermeldungen
  • Routingprotokolle wie RIP (Routing Information Protocol), OSPF (Open Shortest Path First), BGP (Border Gateway Protocol) und weitere für den Austausch von Wegeinformationen

Auf der Transportschicht sind die Ende-zu-Ende-Verbindungen vom Sender bis zum Ziel realisiert. Das Transmission Control Protocol ist eines der Protokolle für diese Aufgabe. Es sorgt für den definierten Aufbau und Abbau der Verbindungen und sieht Mechanismen der Flusskontrolle vor. TCP kontrolliert, ob eine Paket tatsächlich beim Empfänger angekommen ist, und regelt im Bedarfsfall das erneute Versenden eines verlorenen Datenpakets.

Über so genannte Ports lassen sich die Anwendungen der höheren Schichten adressieren. Auch UDP arbeitet auf der Transportschicht und sieht Ports zur Anwendungsadressierung vor. Allerdings hat es eine verbindungslose Arbeitsweise und kontrolliert nicht, ob Datenpakete tatsächlich am Ziel ankommen.

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