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Definition Was ist FTP (File Transfer Protocol)?

Das File Transfer Protocol (FTP) ist ein Client-Server-basiertes Netzwerkprotokoll, mit dem sich Daten in einem TCP/IP-Netzwerk übertragen lassen. FTP-Clients sind in den meisten Betriebssystemen standardmäßig integriert. Darüber hinaus existieren Clients mit grafischer Benutzeroberfläche.

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(© aga7ta - Fotolia )

FTP (File Transfer Protocol) zählt zu den ältesten Protokollen der TCP/IP-Welt. Es existiert bereits seit 1971 und wurde 1985 im RFC 959 spezifiziert. Es handelt sich um ein Protokoll auf Anwendungsebene, mit dem sich Daten zwischen einem Client und einem Server in einem IP-Netz übertragen lassen. Über Kommandos ist es möglich, den Up- und Download zu starten, Verzeichnisse anzulegen oder Namen von Dateien und Verzeichnissen zu verändern.

Die Funktionsweise von FTP

Das File Transfer Protocol nutzt zwei unterschiedliche Verbindungen, den Steuerungs- und den Datenkanal. Zu Beginn einer Session startet der Client eine Verbindung, indem er den Steuerkanal zum Server aufbaut. Hierfür kommt serverseitig der Port 21 zum Einsatz. Im zweiten Schritt wird die Datenverbindung über den Serverport 20 etabliert. Kommandos überträgt der Client über den Steuerkanal, die eigentlichen Daten tauschen Client und Server über die Datenverbindung aus.

Der Aufbau der Verbindung zu einem FTP-Server erfordert zu Beginn die Authentifizierung des Benutzers mit Usernamen und Passwort. Abhängig von den hinterlegten Rechten des jeweiligen Users dürfen Dateien gelesen, verändert oder gelöscht werden. Das Beenden der Sitzung führt der Client entweder aktiv durch oder der Server schließt die Verbindung nach einem Timeout.

Grundsätzlich lassen sich per File Transfer Protocol Daten im ASCII- und im Binary-Modus übertragen. Während einer Datenübertragung übernimmt das TCP-Protokoll die Fehlerkontrolle. Abgebrochene Sitzungen können vom File Transfer Protocol dank gesetzter Restart-Markierungen wieder aufgenommen werden. Für das Senden, Abrufen, Umbenennen oder Löschen von Dateien oder das Einrichten, Wechseln und Löschen von Verzeichnissen existiert ein eigener Befehlssatz.

Verwendung des File Transfer Protocols

Das Datenübertragungsprotokoll kommt häufig zum Einsatz, um Software oder Daten für den Download zur Verfügung zu stellen. Viele Softwarehersteller oder Lehranstalten wie Universitäten betreiben öffentlich erreichbare FTP-Server. Oft werden diese Server auch genutzt, um Usern die Möglichkeit zu bieten, eigene Dateien zu übermitteln. Dies können beispielsweise Log-Dateien für eine Fehleranalyse oder andere Informationen sein.

Im Webumfeld wird das Protokoll verwendet, um Webseiten auf einem Server bereitzustellen. Hosting Kunden können die Daten für den Webserver per File Transfer an den Rechner im Rechenzentrum des Hosting-Providers übertragen. Darüber hinaus existieren viele weitere Anwendungsbereiche des File Transfer Protocols.

Besonderheiten und Sicherheitsaspekte des File Transfer Protocols

Das File Transfer Protocol kann beim Verbindungsaufbau zwischen dem so genannten Active Mode und dem Passive Mode unterscheiden. Der Passive Mode kommt zum Einsatz, um auch Usern hinter einem NAT-Router und mit privater IP-Adresse zu ermöglichen, eine Session zu einem Server aufzubauen.

FTP überträgt Steuer- und Nutzdaten sowie Benutzernamen und Passwort ohne zusätzliche Maßnahmen unverschlüsselt. Um für eine dennoch sichere Authentifizierung und Datenübermittlung zu sorgen, lässt sich die Transport Layer Security gemeinsam mit dem Protokoll einsetzen (FTP über SSL – FTPS). Zudem existiert eine auf SSH aufbauende Alternative. Sie nennt sich SSH File Transfer Protocol (SFTP).

Anonymous-FTP

Bei vielen Servern ist als eine Besonderheit des File Transfer Protocols der anonyme Zugriff möglich. Diesen Zugriff bezeichnet man als Anonymous-FTP. Ist der anonyme Zugriff aktiviert, kann der User sich mit dem Usernamen "anonymous" und einem beliebigen Passwort auf dem Server anmelden. Anschließend kann er sich frei im Verzeichnis des Servers bewegen und freigegebene Dateien herunterladen. Das Löschen oder Umbenennen von Dateien oder Verzeichnissen ist in der Regel dem anonymen Nutzer nicht gestattet. Hochgeladene Dateien landen in einem speziell für den Besucher ständig geleerten Verzeichnis.

In fast allen Betriebssystemen ist standardmäßig ein FTP-Client integriert. In Windows lässt er sich über die Kommandozeilenoberfläche ausführen. Darüber hinaus existieren zahlreiche grafische Varianten von Clients, die eine Bedienung und Ausführung von Kommandos per Maus gestatten. Die Verzeichnisse des Servers zeigen diese Clients ähnlich wie im lokalen Dateimanager an. Auch Webbrowser beherrschen das File Transfer Protocol. Die Seiten eines Servers lassen sich über die Eingabe eines dem Domainnamen vorangestellten "ftp://...." aufrufen.

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