Definition

Was ist Layer 3?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Der Layer 3 im ISO/OSI-Schichtenmodell ist für die Vermittlung der Daten über die einzelnen Verbindungsabschnitte und Netzwerkknoten hinweg zuständig. Er kümmert sich um die Adressierung der Kommunikationspartner und das Finden des schnellsten oder günstigsten Wegs zum Ziel.

Weitere Bezeichnungen für den Layer 3 sind Vermittlungsschicht, Netzwerkschicht oder Network Layer. Die Schicht 3 findet einen Weg vom Empfänger zum Sender und überträgt die Datenpakete über die einzelnen Netzwerkknoten hinweg.

Im TCP/IP-Umfeld nennt sich die Wegfindung durch das IP-Netz Routing. Das Routing kann sowohl statisch vordefiniert sein als auch dynamisch erfolgen. In den einzelnen Netzwerkknoten (Routern) zwischen der Quelle und dem Ziel werden die Informationen des Layer 3 wie beispielsweise die Ziel- und Absenderadressen ausgewertet und für das Routing verwendet. Hierfür stellt der Network Layer ein eindeutiges Adresskonzept zur Verfügung.

Da auf den einzelnen Teilnetzen unterschiedliche Übertragungsverfahren und -medien zum Einsatz kommen können, enthält die Schicht 3 die Funktionen zur Umsetzung und Weiterleitung der Daten über die unterschiedlichen Teilnetze hinweg. Ebenfalls in der Schicht 3 können Abrechnungsfunktionen angesiedelt sein. Typische Protokolle des Layer 3 sind das Internet Protokoll (IP) oder X.25.

Die typischen Aufgaben der Schicht 3

Die beiden Hauptaufgaben, um die sich die Schicht drei kümmert, sind die logische Adressierung der Kommunikationspartner und die Wegfindung über die Teilabschnitte eines Netzwerks hinweg. Neben der logischen Adressierung und dem Routing erfüllt die Schicht 3 die folgenden weiteren Aufgaben:

  • das Verpacken der Daten höhere Schichten in Layer-3-Pakete und das Hinzufügen der für die Vermittlung benötigten Informationen im Paket-Header
  • die Fragmentierung der Daten in für die Übertragungsstrecke geeignet große Datenpakete
  • das Wiederzusammensetzen der fragmentierten Datenpakete
  • die Aushandlung und Bereitstellung von Dienstgüten auf dem Übertragungsweg
  • die Fehlerbehandlung und Diagnose
  • die Flusskontrolle zwischen den Kommunikationspartnern und dem Vermittlungssystem
  • das Zwischenspeichern (Buffern) von Daten

Je nach Kommunikationsnetz kann das Routing der Daten zwischen zwei Kommunikationspartnern immer auf dem gleichen Weg oder von Paket zu Paket auf unterschiedlichen, jeweils optimalen Routen erfolgen. Nehmen einzelne Pakete zum gleichen Ziel unterschiedliche Wege, kann es unter Umständen vorkommen, dass sie dort in der falschen Reihenfolge ankommen. In diesem Fall übernimmt der Layer 4 die Aufgabe, die Pakete einer Verbindung wieder in die korrekte Reihenfolge zu sortieren.

Typische vom Layer 3 verursachte Netzwerkprobleme

Aufgrund von Fehlern in der Vermittlungsschicht können verschiedene Netzwerkprobleme verursacht werden. Sind beispielsweise Adressen doppelt vergeben, lassen sich Datenpakete nicht mehr eindeutig einem Kommunikationspartner zustellen. Fehlerhaftes Routing kann zu Schleifen (Loops) bei der Datenvermittlung führen, bei denen die Datenpakete immer wieder zwischen einzelnen Netzknoten hin und her gesendet werden, ohne dass sie ihr eigentliches Ziel erreichen. Ein weiteres typisches Fehlerbild des Layer 3 sind falsche Paketgrößen. Ist ein Paket größer als die maximal übertragbare Paketgröße eines bestimmten Teilabschnitts und eine Fragmentierung nicht möglich, ist das Datenpaket zu verwerfen.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Multi-Gigabit-Access-Switch für Wi-Fi-6-Netze

Anschluss von bis zu zwölf Wi-Fi-6-Access-Points

Multi-Gigabit-Access-Switch für Wi-Fi-6-Netze

Der Multi-Gigabit-28-Port-Access-Switch Lancom GS-3528XP unterstützt an zwölf seiner Ports 2,5-Gigabit-Ethernet. Dies, so der Hersteller, sei eine leistungsstarke Basis für den Betrieb von Wi-Fi-6-Access-Points und anderen Netzwerkkomponenten mit hohen Anforderungen an die Performance. lesen

So löst

Netzwerkdiagnose mit Traceroute unter der Lupe

So löst "A-B Path" die Probleme von Traceroute

Jeder Administrator kenn den Befehl Traceroute, um eine Verbindung von einem Quellrechner zu einem Zielrechner über das Internet zu testen. So aufgelistete Zwischen­sta­tio­nen und der Zeit- bzw. Paketverlust auf den Teilstrecken zwischen den einzelnen Knoten erlauben einen Rückschluss auf mögliche Problempunkte von Verbindungen. Doch ganz so einfach funktioniert Traceroute gar nicht! lesen

D-Link-Switches für 10 GB Ethernet und PoE

DGS-1250-Serie für KMU und Endanwender

D-Link-Switches für 10 GB Ethernet und PoE

Power over Ethernet (PoE), zahlreiche Sicherheits-Features sowie eine Management-Oberfläche, mit der Überwachungskameras verwaltet werden können, zeichnen die vier Switches der DGS-1250-Serie von D-Link aus. Sie sind vor allem für kleine und mittlere Unternehmen interessant. lesen

Layer-3-Lite-Switches mit Cloud-Unterstützung

Management über SD-LAN möglich

Layer-3-Lite-Switches mit Cloud-Unterstützung

Lancoms Fully-Managed-Gigabit-Switches GS-3152X, GS-3152XP und GS-3152XSP bieten, so der Hersteller, grundlegende Layer-3-Funktionen wie Static Routing und DHCP-Server. Sie können traditionell oder optional über die Lancom Management Cloud mittels SDN konfiguriert und verwaltet werden. lesen

Mellanox SN3000-Familie kommt mit Spectrum 2

Ethernet Cloud Fabric bringt mehr Performance und Features

Mellanox SN3000-Familie kommt mit Spectrum 2

Mit der SN3000-Familie kündigt Mellanox die ersten Switches an, die auf dem Spectrum-2-ASIC basieren. Der Chip unterstützt Port-Geschwindigkeiten bis zu 400 Gbit/s und soll genug Leistung für anspruchsvolle virtualisierte Umgebungen liefern. lesen

Modularer Allrounder mit 10G-Uplink

KTI-Switch mit acht, 16 oder 24 Ports

Modularer Allrounder mit 10G-Uplink

KTI hat den Switch KGS-2422 mit drei Modulschächten ausgestattet. Wachsen die Aufgaben, könne der KGS-2422 mitwachsen: vom 8- zum 16- oder zum 24-Port Switch. Zusätzlich gebe es eine Modellvariante mit 10G-Uplink für Glasfaserverbindungen. lesen

Grundlagen der Netzwerkverschlüsselung

Layer 2- und die Layer 3-Verschlüsselung

Grundlagen der Netzwerkverschlüsselung

Um die Datenübertragungen in Un­ter­neh­mens­netz­wer­ken abzusichern, stehen verschiedene Verschlüsselungstechnologien zur Verfügung. In diesem Zusammenhang sind unter anderem die Layer 2- und die Layer 3-Encryption sowie die Verschlüsselung auf Anwendungsebene zu nennen. Dieser Beitrag geht im Detail auf die Layer 2-Verschlüsselung ein und führt die Vorteile auf, die diese Technologie gegenüber den anderen Optionen mit sich bringt. lesen

ICE6 für optische Übertragung mit 800G

„Infinite Network“ um Infinite Capacity Engine erweitert

ICE6 für optische Übertragung mit 800G

Infinera hat die 6. Generation der Infinite Capacity Engine angekündigt. ICE6 setze als Teil des „Infinite Network“, einer disruptiven Architektur zur Vereinfachung der Skalierbarkeit und Automatisierung, eine neue Benchmark für optische Übertragung mit zwei Kanälen von 800 GBit/s. lesen

Upgrade für den Allegro Network Multimeter

Version 2.2 der Analyse- und Monitoring-Software

Upgrade für den Allegro Network Multimeter

Allegro Packets zufolge lassen sich Datenströme, die mit dem Allegro Network Multimeter aufgezeichnet werden, mit der Version 2.2 der Analyse- und Monitoring-Software schneller und präziser analysieren. Das Upgrade behandle auch IP-Adressen, QoS-Funktionen und VoIP-Analyse. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44942248 / Definitionen)