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Definition Was ist NSX?

Aktualisiert am 21.10.2026 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 4 min Lesedauer

NSX ist eine Softwareplattform von VMware (Broadcom) für Netzwerkvirtualisierung, softwaredefinierte Netzwerke und Netzwerksicherheit. Mit ihr lassen sich logische Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen weitgehend unabhängig von der physischen Netzwerktopologie bereitstellen. NSX wird in der aktuellen Produktlinie inzwischen auch als VMware Cloud Foundation Networking (NSX) vermarktet.

NSX stellt virtualisierte Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen auf einer physischen Netzwerkinfrastruktur bereit.(Bild:  ChatGPT / KI-generiert)
NSX stellt virtualisierte Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen auf einer physischen Netzwerkinfrastruktur bereit.
(Bild: ChatGPT / KI-generiert)

NSX ist eine Softwareplattform für Netzwerkvirtualisierung, softwaredefinierte Netzwerke und Netzwerksicherheit des Virtualisierungsspezialisten Broadcom, vormals VMware. Sie erlaubt die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen und Netzwerkelementen und abstrahiert Netzwerkfunktionen von der physischen Infrastruktur. Das ermöglicht unter anderem logisches Switching und Routing, Overlay-Netzwerke, verteilte Firewalls, Mikrosegmentierung, VPNs und viele weitere Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen. Die Plattform stellt das Netzwerk in Software bereit und gestattet auf einer logischen Ebene abstrahiert von der zugrunde liegenden Hardware unterschiedliche Topologien und Strukturen.

Die Entwicklung und Vermarktung von NSX erfolgt inzwischen unter dem Dach vom Unternehmen Broadcom, das VMware im November 2023 übernommen hat. Im Zuge der Übernahme wurde das VMware-Produktportfolio überarbeitet und konsolidiert. Inzwischen ist NSX als VMware Cloud Foundation Networking (NSX) eng in die VMware-Infrastruktur integriert. NSX bildet einen wesentlichen Bestandteil der Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen von VMware Cloud Foundation (VCF) und kann in entsprechenden VMware-vSphere-Umgebungen eingesetzt werden.

Typische Einsatzbereiche für die Netzwerkvirtualisierung mit NSX sind:

  • virtualisierte, softwaredefinierte Rechenzentrumsumgebungen
  • Mikrosegmentierung
  • private und hybride Clouds
  • Multi-Tenant-Umgebungen
  • automatisierte Infrastrukturen

Gründe für die Virtualisierung von Netzwerken und Netzwerkservices

Klassische Netzwerke und Sicherheitslösungen für Netzwerke waren in der Vergangenheit in der Regel starr. Sie basierten auf komplexen Konfigurationen vieler verschiedener Netzwerkkomponenten und unterschiedlicher Hardwareplattformen und waren jeweils für spezielle Anwendungsfälle optimiert. Die Bereitstellung oder Integration neuer Netzwerkservices war in solchen Netzwerken mit großem Aufwand verbunden. Es mussten die Konfigurationen vieler Netzwerkkomponenten angepasst und häufig neue Hardwarekomponenten integriert werden. Die individuellen Konfigurationen der Switches, Router oder Firewalls waren aufeinander abzustimmen. Solche starren Netze waren für die Implementierung neuer Anwendungen recht unflexibel und langsam. Die physische Struktur und die verwendete Hardware begrenzten die Möglichkeiten und Funktionen der Netze stark.

Moderne, dynamische und virtualisierte Anwendungen und RZ-Umgebungen erfordern jedoch flexible, effiziente und leicht skalierbare Netzwerklösungen. Mit NSX und der Netzwerkvirtualisierung lassen sich die typischen Beschränkungen starrer Netzwerke aufheben. Hardware und Software werden voneinander entkoppelt. Logische, virtualisierte Netzwerkelemente und Netzwerkservices lassen sich schnell und flexibel bereitstellen, wodurch sich die Agilität und Wirtschaftlichkeit des Netzes verbessern.

Abhängig von Architektur und Betriebsmodell kann eine virtualisierte Netzwerkumgebung folgende Vorteile bieten:

  • flexible und schnelle Bereitstellung von Netzwerkkonnektivität und -diensten über beliebige physische Netzwerkstrukturen hinweg
  • Beschleunigung der Anwendungsbereitstellung
  • Vereinfachung von Netzwerkdesign und Kapazitätsplanung
  • Vereinheitlichung von Netzwerkkonfigurationen
  • bessere Infrastruktur-Resilienz durch vereinfachte Architektur und Abläufe
  • erweiterte Sicherheit und Compliance
  • höhere betriebliche Effizienz durch Automatisierung
  • potenzielle Einsparungen bei den Netzwerkbetriebskosten
  • bessere Anpassbarkeit an künftige technische Anforderungen

NSX im historischen und aktuellen Produktportfolio von VMware (Broadcom)

Vor der Übernahme von VMware durch Broadcom existierte NSX als Standalone-Version in verschiedenen Editionen wie Standard, Advanced, Enterprise, Professional oder Enterprise Plus. Je nach Edition waren bestimmte Funktionalitäten und Leistungsmerkmale zur Netzwerkvirtualisierung enthalten. Diese Editionsstruktur ist allerdings historisch, da sich mit der Übernahme von VMware durch Broadcom die Produkt- und Lizenzierungslogik grundlegend verändert hat.

NSX wird im aktuellen Portfolio stärker in VMware Cloud Foundation integriert und unter anderem als "NSX Networking for VMware Cloud Foundation" vermarktet. Broadcom beschreibt VMware Cloud Foundation (VCF) als integrierte Plattform, die unter anderem vSphere, vSAN und NSX sowie Management und Automatisierungswerkzeuge umfasst. Daneben existiert VMware vSphere Foundation (VVF) mit einem anderen Funktionsumfang sowie zusätzlichen Add-ons. Die Netzwerkvirtualisierungstechnologie NSX bleibt jedoch als technische Komponente und als Lizenzkomponente bestehen.

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Die Lizenzierung hat Broadcom nach der Übernahme von VMware von Perpetual-Lizenzen auf ein Subscription-Modell (Abo-Modell) umgestellt. Der Verkauf neuer unbefristeter VMware-Lizenzen wurde beendet. Bestehende unbefristete Lizenzen können jedoch grundsätzlich weiter genutzt werden. Eine Neuanschaffung von NSX mit klassischer, unbefristeter Lizenz ist im aktuellen Vertriebsmodell in der Regel nicht mehr möglich. Die verfügbaren Funktionen hängen von der gewählten VMware-Lösung, den gebuchten Add-ons und der jeweiligen Produktversion ab.

Wichtige Funktionen von NSX

Bestandteil von NSX ist eine "Bibliothek" virtualisierter, logischer Netzwerkkomponenten wie Router, Switches, Load Balancer, VPNs (virtuelle private Netzwerke) oder Firewalls. Durch die Kombination dieser Komponenten sind komplexe logische Netzwerkstrukturen und unterschiedliche Topologien abbildbar.

Ein wichtiges technisches Konzept hierfür ist die Overlay-Virtualisierung. Dabei werden virtuelle Netzwerke über einem bestehenden physischen IP-Netzwerk aufgebaut. Das Grundprinzip hinter der Lösung ist das Software-Defined Networking (SDN). Ziel des Konzepts ist es, virtuelle Netzwerkumgebungen schnell und flexibel für unterschiedliche Anforderungen bereitzustellen. Hardware und Software des Netzwerks sind voneinander entkoppelt und über eine Virtualisierungsschicht verbunden. Alle Netzwerkkomponenten können innerhalb kürzester Zeit angepasst und zur Verfügung gestellt werden.

Für die virtualisierten Netze stellt NSX eine Reihe von Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen softwarebasiert bereit. Dazu gehören logisches Switching für virtuelle Layer-2-Netzwerke, Overlay-Netzwerke, Ethernet Virtual Private Networks (EVPN), logisches Layer-3-Routing zwischen virtuellen Netzwerksegmenten, VPN-Funktionen, Virtual Private Cloud, Load Balancing, Netzwerkautomatisierung über APIs und Container Networking. Historisch in NSX enthaltene Sicherheitsfunktionen wie verteilte Firewalls, Gateway-Firewalls oder Mikrosegmentierung werden im aktuellen Portfolio zunehmend über die Produktlinie VMware vDefend lizenziert und vermarktet (siehe folgender Abschnitt).

NSX und Security

Als Sicherheitsproduktlinie im VMware-Cloud-Foundation- beziehungsweise VMware-NSX-Umfeld positioniert Broadcom inzwischen VMware vDefend. NSX bildet dabei weiterhin die Plattform für Netzwerkvirtualisierung, Routing, Switching und Sicherheitsservices und ist eine technische Grundlage für vDefend. Während NSX die Netzwerkvirtualisierung und logische Steuerung übernimmt, liefert vDefend die darauf aufsetzenden, erweiterten Sicherheitsfunktionen wie Distributed Firewall, Gateway Firewall, Mikrosegmentierung und abhängig von der Lizenz IDS/IPS, Malware-Schutz, Network Traffic Analysis und Network Detection and Response.

Allerdings handelt es sich bei vDefend nicht einfach um ein vollständig neues, von NSX unabhängiges Produkt. Vielmehr wurde die bisherige NSX-Sicherheitsfunktionalität stärker als eigenständige Sicherheitsproduktlinie positioniert und teilweise neu lizenziert. Die Nutzung von vDefend setzt eine passende Basislizenz beziehungsweise ein entsprechendes VMware-Lizenzbundle voraus. Je nach Bereitstellungsmodell kann dies beispielsweise eine NSX-, VCF- oder vSphere-Lizenz sein. Erweiterte Funktionen können zusätzliche Add-on-Lizenzen erfordern.

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