Definition

Was ist IP-Kommunikation?

| Autor / Redakteur: Michael Radtke / Andreas Donner

(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Sowohl in der Gesellschaft als auch in den Unternehmen hat sich das Kommunikationsverhalten maßgeblich verändert. Eine intensivierte Kommunikation und das stetige Abrufen von Informationen erhöhen dabei auch die Anforderungen an die Netze.

Traditionell waren Kommunikationsnetze (Telefon) und Datennetze getrennt. Seit einigen Jahren konsolidieren sich viele Datenverbindungen auf das Internet Protocol (IP) als preisgünstige, kompatible und zuverlässige Basis für die Datenkommunikation. Warum also nicht auch die klassischen leitungsvermittelten Telefonnetze auch auf das paketvermittelnde IP umstellen?

Über das Internet Protocol kann auch die Übertragung von Sprache paketvermittelt über das Internet realisiert werden. Zuständig für den Transport von Sprache und Daten im Internet sind die Protokolle IPv4 und seine sich langsam etablierende Nachfolgeversion IPv6. Das Protokoll ist zuständig für die paketvermittelte Übertragung von Datenpaketen im Netz, für die Weiterleitung von Datenpaketen zwischen verschiedenen Teilnetzen sowie für die Adressierung von Netzknoten.

Wird auch die Sprachkommunikation via Voice over IP (VoIP) oder Voice over WLAN (VoWLAN) über das Internet abgewickelt, wird auf diesem Weg auch das Zusammenwachsen von Mobilfunk- und Festnetz unterstützt. Das wiederum schafft Synergien, bietet Chancen für eine entsprechende Harmonisierung, verschlankt vorhandene Strukturen und senkt Betriebskosten.

Im Rahmen von Mobile Networking ermöglichen damit mobile Netze wie LTE oder 5G eine Workflow-integrierte Kommunikation. Da bei einer Umstellung von beispielsweise ISDN auf All-IP die gewohnten Analog-/ISDN-Funktionalitäten nicht nur erhalten bleiben sondern sogar weiter ausgebaut werden können und viele weitere Optionen möglich werden, spricht vieles für eine zeitnahe Umstellung auf die neue Technik. Nahende Abschaltungen von ISDN-Netzen machen einen baldigen Umstieg auf All-IP zudem aus diesem Gesichtspunkt unumgänglich.

Qualitative Vorteile gegenüber den herkömmlichen Übertragungstechniken

Moderne Netzwerk-Infrastrukturen werden daher von immer mehr Unternehmen einerseits als Plattform für den schnellen Datenaustausch und andererseits für die Echtzeitkommunikation genutzt. So können Videos, Sprache sowie mobile Applikationen über mobile oder drahtgebundene Netzwerke übermittelt werden. Dabei erreicht zum Beispiel die Sprachübertragung mit entsprechenden Wideband-Codecs häufig HiFi-Qualität. Aber auch Videokonferenzen können in Full-HD-Auflösung gestochen scharf über IP durchgeführt werden. Diese Qualität kann mit herkömmlichen Übertragungstechniken in der Regel nicht realisiert werden.

Voraussetzungen für die IP-Kommunikation

Hierbei darf allerdings nicht vergessen werden, dass durch den schnelleren Datenaustausch und durch die Echtzeitkommunikation die Anforderungen an die involvierte Netzwerk-Infrastruktur nachhaltig steigen. Die Unternehmen bzw. die Nutzer sind diesbezüglich in der Pflicht, entscheidende Parameter, wie zum Beispiel die Bandbreite, die Stromversorgung, die Latenz sowie die Priosierungsmöglichkeiten, sorgfältig zu betrachten und auf ihre diesbezügliche Eignung hin zu überprüfen. Erst wenn diese Parameter sämtliche erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, kann eine auf dem Internet Protocol basierende umfassende Kommunikation erfolgreich eingeführt werden.

Integration der relevanten Arbeitsumgebungen und Applikationen

Die Vereinheitlichung der Kommunikation und der Zusammenarbeit kann dabei über so genannte Unified Communications & Collaboration Ansätze (UCC) realisiert werden. UCC ermöglicht von jedem Ort aus und zu jeder Zeit einen uneingeschränkten Zugriff auf Geräte und eben Informationen zum Zweck der erleichterten und unterstützten Kommunikation und Zusammenarbeit. Zudem unterstützt UCC die Zusammenführung von Sprache, Daten und IT-Technologien über alle Netze einschließlich den Mobilfunknetzen LTE und 5G. Dabei integriert Unified Communications & Collaboration sämtliche relevanten Arbeitsumgebungen und Applikationen, die für die jeweilige Unternehmenskommunikation unerlässlich sind. Folgende Arbeitsumgebungen bzw. Applikationen und Funktionen können diesbezüglich bspw. unmittelbar mit der Unternehmenskommunikation verknüpft werden:

  • Unified Messenger bzw. Messaging (UM)
  • Instant Messenger bzw. Messaging (IM)
  • Web- und Videokonferenzen
  • Computer-Telefonie-Integration (CTI)
  • Voice over IP (VoIP)
  • Fixed Mobile Convergence (FMC)

Kommunikationsplattform für die Optimierung individueller Geschäftsprozesse

Zudem stellt UCC eine integrierte Kommunikationsplattform bereit, um Geschäftsprozesse optimieren zu können. Diese Optimierung beeinflusst dann geschäftskritische Anwendungen, wie zum Beispiel ERP (Enterprise Resource Planning) oder auch CRM (Customer Relationship Management), positiv. Grundsätzlich ist UCC äußerst flexibel, lässt sich individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens abstimmen und steigert letztendlich die Benutzer-Effizienz bei gleichzeitig verbesserter Kostenstruktur.

Jüngst wird im Zusammenhang mit UCC immer öfters auch von Enterprise Mobility gesprochen bzw. werden beide Schlagworte in einem Atemzug genannt. Letztendlich bedeutet dies aber nur, dass klassische UCC-Aspekte nun zügig auch die Mobilfunknetze und alle zugehörigen Endgeräteklassen wie Handys, Smartphones, Tablets & Co. erobern. Werden Unternehmensprozesse konsequent auf UCC und EM abgestimmt, sind je nach Branche und Anwendungsfall enorme Effizienzgewinne möglich. Allerdings erfordert ein großer Erfolg auch große Anstrengungen bei der Implementierung einer UCC- und EM-Strategie. Basis ist jedoch in jedem Fall immer das Internet Protocol IP.

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