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Definition Was ist ein Magic Packet?

Ein Magic Packet ist ein Datenpaket, mit dem sich Rechner über das LAN oder WLAN einschalten lassen. Die Funktion nennt sich Wake on LAN und ist seit den 1990er-Jahren standardisiert. Zum Aktivieren des Rechners über das Netzwerk müssen einige Voraussetzungen erfüllt und der Rechner für WOL vorbereitet sein. Das Magic Packet wird entweder als Broadcast versendet oder ist direkt an einen Host adressiert.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Magic Packet ist der Name für ein Datenpaket mit definiertem Inhalt und vorgegebener Struktur, mit dem sich Computer im Ruhemodus über das Netzwerk aktivieren und starten lassen. Das Verfahren nennt sich Wake on LAN, abgekürzt WOL, und wurde 1995 von Hewlett Packard und AMD als Standard veröffentlicht.

WOL war zunächst nur für das LAN vorgesehen, funktioniert mittlerweile aber auch drahtlos über das WLAN. Zum Aufwecken des Computers wird ein Magic Packet entweder als Broadcast im lokalen Netzwerk versendet oder direkt an einen Rechner adressiert. Im Datenbereich des Magic Packets findet sich die MAC-Adresse der Netzwerkkarte des zu aktivierenden Rechners. Verpacken lässt sich ein Magic Packet in Protokolle höherer OSI-Schichten wie IP (UDP). Der Versand von Magic Packets im LAN oder WLAN ist von verschiedenen Quellen aus möglich. Beispielsweise versenden einige Software-Tools, Fernwartungsprogramme oder Router Magic Packets. Selbst aus der Ferne über das Internet lässt sich das Versenden von Magic Packets anstoßen. Typischer Anwendungsbereich des Magic Packets ist das Starten eines Rechners für den Remote-Zugang und die Fernwartung.

Die Rolle des Magic Packets für Wake on LAN

Für die Funktion von Wake on LAN spielt das Magic Packet eine entscheidende Rolle. Die noch aktive Netzwerkkarte eines sich im Ruhemodus befindenden Rechners wertet die über das LAN oder WLAN empfangenen Datenpakete aus. Empfängt sie ein Magic Packet, löst sie zusammen mit dem BIOS/UEFI und/oder dem Betriebssystem den Startvorgang des Rechners aus.

Damit das funktioniert, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Netzwerkkarte, Motherboard, Netzteil, BIOS/UEFI und gegebenenfalls das Betriebssystem des Rechners müssen mit Wake on LAN kompatibel und entsprechend konfiguriert sein. Aktuelle Computer, Netzwerkkarten und Betriebssysteme wie Windows, macOS oder Linux unterstützen in der Regel WOL. Das Aufwecken des Computers funktioniert prinzipiell aus verschiedenen Zuständen wie S3 (Suspend to RAM), S4 (Suspend to Disk) oder S5 (Heruntergefahren). Wichtig ist, dass die Netzwerkkarte mit Strom versorgt bleibt, damit sie an ihrem Eingangsport ein Magic Packet erkennt.

Aufbau und Inhalt eines Magic Packets

Aufbau und Inhalt eines Magic Packets sind definiert. Das Magic Packet besitzt ein spezielles Format und einen vorgegebenen Inhalt. Das Paket beginnt mit sechsmal dem Wert 0xFF (entspricht dezimal sechsmal dem Wert 255). Anschließend folgt 16-mal hintereinander die sechs Byte lange MAC-Adresse der Netzwerkkarte des aufzuweckenden Rechners. Die Daten können in Protokolle höherer Ebenen verpackt sein. Es kann sich beispielsweise um einen Broadcast-Frame mit diesem Inhalt handeln, der prinzipiell allen Stationen in diesem Netzwerksegment zugestellt wird, oder um ein IP-Paket mit dieser Nutzlast. Im Falls von IP ist das Magic Packet meist in ein UDP-Paket (User Datagram Protocol) verpackt und an den UDP-Port 0, 7 oder 9 adressiert.

WOL aus der Ferne über das Internet auslösen

Grundsätzlich ist das Aufwecken eines Computers mit einem Magic Packet auch aus der Ferne über das Internet möglich. Da Broadcast-Frames über das Internet nicht weitergeleitet werden und IP-Pakete ebenfalls nicht ohne Weiteres von außen an einen Rechner in einem internen LAN-Segment gesendet werden können, sind hier jedoch einige Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem bestehen folgende Möglichkeiten der Zustellung eines Magic Packets:

  • per Directed Broadcast
  • per DynDNS und Portweiterleitung
  • über eine spezielle Funktion des lokalen Routers
  • per WOL-Tool eines im lokalen Netzwerk erreichbaren Rechners oder Servers

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