Definition

Was ist ein Netzwerk-Port?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Ein Netzwerk-Port ist eine Adresse, mit deren Hilfe sich UDP- oder TCP-Verbindungen eindeutig bestimmten Anwendungen zuordnen lassen. Zu einer Verbindung gehört auf beiden Seiten jeweils ein Port. Ports können eine fortlaufende Nummer im Bereich von 0 bis 65535 annehmen.

Zweck eines Netzwerk-Ports ist die Zuordnung von UDP- oder TCP-Paketen einer IP-Verbindung zu einer bestimmten Anwendung. Zusammen mit der IP-Adresse bildet der Netzwerk-Port die vollständige Adresse einer Anwendung auf einem Ziel- oder Absendersystem.

Insgesamt stehen die Ports der Nummern von 0 bis 65536 für die Verwendung zur Verfügung. Bestimmte Portnummern sind allerdings fest einzelnen Anwendungen zugeordnet. Andere Portnummern können dynamisch vergeben werden. Zu jeder TCP- oder UDP-Verbindung gehören zwei Ports, ein Netzwerk-Port auf der Clientseite und einer auf der Serverseite.

Die Transportprotokolle UDP (User Datagram Protocol) oder TCP (Transmission Control Protocol) übergeben die Datenpakete anhand der verwendeten Ports an die Anwendungen höherer Schichten. Dadurch ist es möglich, trotz mehrerer paralleler Verbindungen zwischen zwei Kommunikationspartnern, die einzelnen Anwendungen eindeutig zu adressieren.

Wichtige Protokolle der IP-Welt wie HTTP, Telnet oder FTP besitzen fest zugewiesene, standardisierte Portnummern. Sie sind von der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) vergeben und werden auch Standard-Ports oder Well Known Ports genannt. Nicht fest verknüpfte Anwendungen erhalten einen Netzwerk-Port aus einem Pool freier Ports dynamisch zugewiesen.

Funktionsweise der Ports

Anwendungsserver fordern bei ihrem Start beim Betriebssystem einen Port an, auf dem sie Verbindungen entgegennehmen können. Für Standard-Anwendungen handelt es sich immer um die gleichen festen Portnummern. Anschließend ist der Netzwerk-Port fest mit der Anwendung verknüpft. Clients erhalten vom Betriebssystem in der Regel einen zufälligen Port dynamisch zugewiesen. Diesen können sie als Absender-Port nutzen, um eine Verbindung zu einem Zielsystem aufzubauen. Der Client muss die Ziel-IP-Adresse und den Ziel-Port des Servers kennen. Beim Verbindungsaufbau lernt der Server den Port des Clients kennen und adressiert Antwortpakete an diesen.

Standardisierung und Einteilung der Ports

Die Portnummern sind von der IANA und der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) in verschiedene Bereiche eingeteilt. Den Bereich der Standard-Ports oder Well Known Ports bilden die Portnummern 0 bis 1023. Sie sind fest einem bestimmten Anwendungsprotokoll zugeteilt. Anschließend folgt mit den Portnummern 1024 bis 49151 der Bereich der so genannten Registered Ports. Diese Netzwerk-Ports dürfen für die Registrierung verschiedener Anwendungen verwendet werden. Die Reservierung erfolgt wiederum über IANA und ICANN. Die Portnummern von 49152 bis 65535 nennen sich Dynamically Allocated Ports und stehen für die dynamische Zuordnung zur Verfügung. Clients nutzen diese Ports für ihre ausgehenden Verbindungen als Absender-Ports. Beispiele für Standard-Ports sind:

  • TCP 21: File Transfer Protocol (FTP)
  • TCP 23: Telnet
  • TCP 80: Hypertext Transfer Protocol (HTTP)
  • UDP 53: Domain Name System (DNS)
  • UDP 69: Trivial File Transfer Protocol (TFTP)
  • UDP 161: Simple Network Management Protocol (SNMP)

Die verschiedenen Portzustände

Je nach Status einer IP-Verbindung und der jeweiligen Anwendung können Netzwerk-Ports unterschiedliche Zustände annehmen. Über den Zustand ist definiert, ob die Kommunikation mit der verknüpften Anwendung möglich ist. Es existieren die drei grundsätzlichen Zustände offen (open), geschlossen (closed) und gefiltert (filtered).

Ist ein Netzwerk-Port offen, ist die Anwendung hinter diesem Port dazu bereit, Verbindungen entgegen zu nehmen.

Ein geschlossener Netzwerk-Port bedeutet, dass es keine Anwendung gibt, die über den Netzwerk-Port erreichbar ist. Verbindunsaufbauwünsche zu diesem Port werden aktiv abgelehnt. Auch durch eine Firewall geschützte Ports können den Zustand geschlossen aufweisen. In diesem Fall ist die dahinterliegende Anwendung ebenfalls unerreichbar.

Der Zustand gefiltert (auch geblockt genannt) weist darauf hin, dass eine Firewall den Netzwerk-Port schützt. Er ist weder offen noch geschlossen, ermöglicht aber ebenfalls keinen Verbindungsaufbau.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Switches für SDVoE-Anwendungen

Professionelles Audio/Video over Ethernet

Switches für SDVoE-Anwendungen

Die Switches M4300-16X und M4300-24FX, Netgears neue Mitglieder der M4300-Familie, wurden laut Hersteller speziell dafür entwickelt, audiovisuelle Displaylösungen über IP zu optimieren und die Komplexität von AV-Bereitstellungen zu vereinfachen. lesen

Wie Netzbetreiber den Weg zum Highspeed-Internet ebnen

Glasfaserausbau

Wie Netzbetreiber den Weg zum Highspeed-Internet ebnen

Der Breitbandbedarf in Deutschland ist innerhalb der letzten Jahre sowohl bei Privat- als auch bei Geschäftskunden stark angestiegen. Da sich dieser Trend fortsetzt, führt an einem schnellen Glasfaserausbau kein Weg vorbei. Die Netzbetreiber haben dabei die Wahl zwischen aktiver und passiver Glasfasertechnik. lesen

Allegro 500 erfasst Daten mit vier Gbit/s

Network Multimeter für Büros und kleine Rechenzentren

Allegro 500 erfasst Daten mit vier Gbit/s

Allegro Packets erweitert das Portfolio seiner Network Multimeter für Monitoring und Fehlersuche. Die kompakte Appliance Allegro 500 erreicht dabei eine Aufzeichnungsrate bis zu vier Gbit/s. lesen

Mellanox SN3000-Familie kommt mit Spectrum 2

Ethernet Cloud Fabric bringt mehr Performance und Features

Mellanox SN3000-Familie kommt mit Spectrum 2

Mit der SN3000-Familie kündigt Mellanox die ersten Switches an, die auf dem Spectrum-2-ASIC basieren. Der Chip unterstützt Port-Geschwindigkeiten bis zu 400 Gbit/s und soll genug Leistung für anspruchsvolle virtualisierte Umgebungen liefern. lesen

Vision X von Ixia sorgt für Transparenz im Datacenter

Sicherheit und Überwachung im Rechenzentrum

Vision X von Ixia sorgt für Transparenz im Datacenter

Ixia, ein Keysight-Unternehmen, stellt die Netzwerk-Paketvermittlung „Vision X“ vor. Dabei handelt es sich laut Anbieter um eine hochdichte, modulare Plattform, die Unternehmen Transparenz für skalierende Rechenzentren bietet. lesen

Modularer Allrounder mit 10G-Uplink

KTI-Switch mit acht, 16 oder 24 Ports

Modularer Allrounder mit 10G-Uplink

KTI hat den Switch KGS-2422 mit drei Modulschächten ausgestattet. Wachsen die Aufgaben, könne der KGS-2422 mitwachsen: vom 8- zum 16- oder zum 24-Port Switch. Zusätzlich gebe es eine Modellvariante mit 10G-Uplink für Glasfaserverbindungen. lesen

„Insight Managed Smart Cloud“-Produkte von Netgear

Remote-Netzwerkmanagement

„Insight Managed Smart Cloud“-Produkte von Netgear

Netgear erweitert sein Portfolio an Insight-Netzwerklösungen. Die Smart Cloud-Produkte: GC108P (26W) und GC108PP (126W) können allesamt remote verwaltet werden und sind ab sofort auf dem deutschen Markt verfügbar. lesen

Raritan zeigt Dominion KX IV-101

IP-basierter Zugriff mit 4K und beschleunigten virtuelle Medien

Raritan zeigt Dominion KX IV-101

Mit dem Dominion KX IV-101 kündigt Raritan einen leistungsfähigen KVM-over-IP-Switch an, über den sich entfernte Server und Workstations auch per Smartphone oder Tablet steuern lassen. Für anspruchsvolle Anwendungen gibt es zudem eine KX IV Benutzerstation. lesen

Switches für Kamera-Überwachungssysteme

Reichweite bis zu 250 Meter

Switches für Kamera-Überwachungssysteme

Zyxel hat seine PoE-Switch-Serien GS1300 und GS1350 eigenen Angaben zufolge speziell für IP-gestützte Kameras entwickelt. Die Geräte, so der Hersteller, ermöglichen eine Reichweite von bis zu 250 Metern und bieten Funktionen zur Abwehr von Kameraausfällen. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45154643 / Definitionen)