Geht Active Directory komplett verloren, kann es sinnvoll sein, aus einer vollständigen Sicherung einen kompletten AD-Server wiederherzustellen. Der Beitrag zeigt, wie das geht.
Wir zeigen, wie Sie einen Domänencontroller mit Bordmitteln sichern und wiederherstellen können.
(Bild: Joos - Microsoft)
Die Wiederherstellung des Active Directorys ist vor allem dann notwendig, wenn ein Domänencontroller oder sogar die AD-Datenbank nicht mehr funktionieren. Es sind auch Szenarien denkbar, in denen mehrere Domänencontroller zerstört oder gestohlen wurden und daher ein Backup genutzt werden muss, um die Umgebung wiederherstellen zu können.
Katastrophale Szenarien passieren schnell und es ist nicht unrealistisch, dass durch Cyberattacken, Fehlkonfigurationen oder andere Probleme das komplette Active Directory verloren geht. Ist der erste Domänencontroller der Umgebung gesichert, kann er leicht wiederhergestellt werden. Es ist außerdem sehr ratsam die Wiederherstellung der Umgebung regelmäßig zu testen, um sicherzustellen, dass die Prozesse im Notfall auch funktionieren. Die Wiederherstellung lässt sich zum Beispiel in einer Testumgebung durchspielen.
Wiederherstellung des ersten Domänencontrollers vorbereiten
Es ist durchaus sinnvoll, zumindest parallel eine vollständige Sicherung von Domänencontrollern mit dem Bordmittel in Windows Server 2019/2022 durchzuführen. Dadurch kann die Wiederherstellung komplett ohne andere Tools erfolgen. Die Windows-Server-Sicherung gehört zum Lieferumfang von Windows Server 2019/2022. Installieren lässt sich das Feature in der PowerShell mit:
Install-WindowsFeature Windows-Server-Backup
Generell sollte man bei der Sicherung des Domänencontrollers nicht geizig mit dem Speicherplatz sein und möglichst alle Daten und Datenträger sichern. Daher ist es auch sinnvoll, keine unnötigen Dienste direkt auf dem Domänencontroller parallel zu betreiben. Geht das nicht anders, dann sollten auch diese mitgesichert werden, um bei einer anstehenden Wiederherstellung sicher zu sein, dass sich der komplette Server wiederherstellen lässt und nicht doch etwas fehlt. Generell ist es sinnvoll, über einen geplanten Task die komplette Umgebung in regelmäßigen Abständen zu sichern. Die Einrichtung der Sicherung erfolgt über „wbwadmin.msc“.
Um eine regelmäßige Sicherung durchzuführen, wird „Sicherungszeitplan“ auf der rechten Seite gewählt. Für das Erstellen einer manuellen Sicherung erfolgt ein Klick auf „Einmalsicherung“. Nach dem Anklicken auf „Sicherungszeitplan“ startet der Einrichtungsassistent.
Auf der zweiten Seite des Assistenten wird entweder gleich „Vollständiger Server“ oder „Benutzerdefiniert“ ausgewählt. Über „Elemente hinzufügen“ erfolgt jetzt die Auswahl aller notwendigen Systemkomponenten. Für die vollständige Sicherung reicht „Systemstatus“ alleine nicht aus. Auch „Bare-Metal-Recovery“, „EFI-Systempartition“ und „Lokaler Datenträger (C:)“ sollten ausgewählt werden.
Bei der Erstellung eines Sicherungszeitplans kann dieser auf der nächsten Seite konfiguriert werden. Danach erfolgt die Konfiguration des Sicherungsziels. Idealerweise sollte die Sicherung auf einer Freigabe erfolgen, die sicher ist, auf die bei einer Wiederherstellung aber auch ohne Probleme zugegriffen werden. kann. Danach erfolgt die Bestätigung der Auswahl und mit „Fertig stellen“ wird der Zeitplan erstellt.
Über den Link „Einmalsicherung“ und der Auswahl von „Optionen für geplante Sicherung“ lässt sich eine zusätzliche Sicherung auch bei geplanter Sicherungsreihe durchführen.
Wiederherstellung eines Domänencontrollers
Um einen Domänencontroller komplett wiederherzustellen, sind zunächst die Installationsdateien von Windows Server 2019/2022 notwendig. Mit diesen wird der Server gestartet. Dabei kann es sich auch um eine neue Hardware handeln. Nach dem Start der Installation erfolgt die Auswahl der „Computerreparaturoptionen“ und dann „Problembehandlung -> Systemimage-Wiederherstellung“. Im Anschluss wird das Ziel-Betriebssystem ausgewählt, wenn Windows noch vorhanden ist. Handelt es sich um eine neue Installation, startet direkt der Assistent zur Wiederherstellung.
Stand: 08.12.2025
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Idealerweise sollte bereits das aktuellste Backup angezeigt werden. Ist das nicht der Fall, fehlt vermutlich die Verbindung zum Backup-Medium. Auf der nächsten Seite erfolgt die Auswahl von „Datenträger formatieren und partitionieren“, wenn die Option nicht bereits aktiv ist. Danach erfolgt eine Zusammenfassung und mit „Ja“ startet die Wiederherstellung. Die Wiederherstellung dauert einige Zeit. Danach kann der Server mit dem Stand aus der verwendeten Datensicherung neu gestartet werden.
Nacharbeiten durchführen
Nach der Installation sollte überprüft werden, ob der Server auf dem aktuellsten Stand ist. Daher ist das Durchführen von Windows-Updates sinnvoll. Außerdem ist es unter Umständen notwendig, die Kennwörter der Admins anzupassen. Generell sollten alle Einstellungen des Servers einmal durchgegangen werden, vor allem die Netzwerkeinstellungen. Eine Diagnose des Domänencontrollers ist ebenfalls anzuraten. Hier sollten die Einstellungen des Beitrags „In 17 Schritten zum perfekten Domänencontroller“ berücksichtigt werden.
Active Directory & Domain Networking ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema bei IP-Insider. Neben zahlreichen Fachartikeln finden Sie auch viele Definitionen und Begriffserklärungen aus diesem Themenkomplex auf unserer Website. Am Artikelende der Begriffserläuterung „Was ist Active Directory?“ haben wir als Service für Sie jetzt alle auf IP-Insider erschienenen Artikel rund um die Themen Active Directory, Entra ID und Domain Networking für Sie zusammengefasst. Viel Spaß beim Schmökern!