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Migration zu Active Directory Version 2025 Domänencontroller direkt zu Windows Server 2025 aktualisieren

Von Thomas Joos 4 min Lesedauer

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Die direkte Aktualisierung eines Domänencontrollers zu Windows Server 2025 ist vor allem bei virtualisierten Domänencontrollern sinnvoll, passt aber in manchen Fällen auch für Server, die direkt auf der Hardware laufen. Der Beitrag zeigt, wie das geht.

Eine Migration zu Windows Server 2025 kann nicht nur von den beiden Vorgängerversionen aus mit einem In-Place-Upgrade durchgeführt werden, auch von Windows Server 2012 R2 aus kann direkt auf Windows Server 2025 aktualisiert werden.(Bild:  GPT-4o / KI-generiert)
Eine Migration zu Windows Server 2025 kann nicht nur von den beiden Vorgängerversionen aus mit einem In-Place-Upgrade durchgeführt werden, auch von Windows Server 2012 R2 aus kann direkt auf Windows Server 2025 aktualisiert werden.
(Bild: GPT-4o / KI-generiert)

Viele Admins stellen sich die Frage, wie sie am besten zu Windows Server 2025 migrieren, wenn der Einsatz der neuen Version geplant ist. Im Gegensatz zu den Vorgängerversionen ist Windows Server 2025 grundsätzlich sehr flexibel bei der direkten Aktualisierung des Servers. Es ist nicht nur von den beiden Vorgängerversionen aus möglich, mit einem In-Place-Upgrade zu Windows Server 2025 zu aktualisieren, sondern bereits ab Windows Server 2012 R2. Technisch geht das zwar auch mit den Vorgängerversionen von Windows Server 2012 R2, allerdings ist das kein von Microsoft supportetes Szenario und daher nicht zu empfehlen.

Wann ist die direkte Aktualisierung zu Windows Server 2025 sinnvoll?

Betreiben Unternehmen virtualisierte Domänencontroller auf Basis von Hyper-V, vSphere, Proxmox oder anderen Virtualisierungslösungen, ist die Hardware des DCs automatisch virtualisiert. In diesem Fall ist die direkte Aktualisierung der empfohlene Weg von Microsoft, da sich die Server über diesen Weg am schnellsten und einfachsten zu Windows Server 2025 aktualisieren lassen. Treiberprobleme gibt es keine, da die Virtualisierung keine neuen Treiber erfordert. Die Virtualisierungs-Erweiterungen des jeweiligen Virtualisierers sollten ohnehin möglichst immer aktuell gehalten werden, unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem.

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Sollen hardwaregestützte Domänencontroller mit Windows Server 2025 betrieben werden, ist es wichtig, dass die Hardware auch Windows Server 2025 unterstützt. Ist das nicht der Fall, besteht keinerlei Support durch Microsoft. Technisch ist es auf Hardware, die Windows Server 2016 unterstützt meistens kein Problem, auch Windows Server 2025 zu installieren. Spielt der Support von Microsoft keine Rolle, sollte aber auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass es für die eingesetzten Geräte einen passenden Treiber für Windows Server 2025 gibt. Probleme gibt es hier oft bei Netzwerkadaptern und Storage-Controllern.

Direkte Aktualisierung vorbereiten

Um eine direkte Aktualisierung zu Windows Server 2025 durchzuführen, sollte der Server erst entsprechend vorbereitet werden. Natürlich sollte das Active Directory stabil laufen und die Domänencontroller keine Fehler melden. Eine Überprüfung mit dcdiag, repadmin /showreps und ggfs. weiteren Analyse-Tools ist daher sinnvoll, also am besten in der Befehlszeile mit folgenden Befehlen arbeiten:

dcdiag /qrepadmin /replsummaryrepadmin /showrepl

Hinzu kommt ein Backup eines Servers. Im Falle von VMs macht es Sinn, die VM zuvor zu exportieren. Auch das Erstellen eines Snapshots vor der Migration ist generell sinnvoll, um bei Problemen wieder zurückwechseln zu können. Wichtig ist, wie bereits oben erwähnt, dass die jeweils aktuellen Virtualisierungs-Erweiterungen installiert sind.

Bei der direkten Aktualisierung von Domänencontrollern sollte im Vorfeld das Active Directory-Schema erweitert werden. Dazu wird das Tool "adprep" im Verzeichnis "support\adprep" der Windows Server 2025-Installationsdateien mit folgendem Parameter gestartet:

adprep /forestprep

Dazu ist eine Verbindung zum Active Directory-Schemamaster notwendig. Ist die Aktualisierung bereits erfolgt, wird diese nicht erneut durchgeführt, sondern Adprep informiert darüber. Auch die Domänen müssen auf Windows Server 2025 vorbereitet werden. Das geht mit:

adprep /domainprep

Ist auf dem Server weitere Software installiert, sollte natürlich überprüft werden, ob diese kompatibel mit Windows Server 2025 ist. Malwarescanner und Management-Tools sollten idealerweise vor der Aktualisierung deinstalliert und nach dem Update in der aktuellen Form wieder installiert werden.

Inplace-Upgrade: Direkte Aktualisierung durchführen

Die direkte Aktualisierung eines DCs entspricht generell der von anderen Servern auch. Wir sind darauf bereits im Beitrag „Schritt für Schritt per Upgrade zum neuen Windows-Server“ eingegangen.

Nach dem Start der Installation im laufenden Betriebssystem erfolgt auch beim Inplace-Upgrade von Domänencontrollern die Auswahl von "Beibehalten von Dateien, Einstellungen und Apps". Nach dem Upgrade sollte möglichst die Installation der aktuellen Windows-Updates erfolgen, damit der Server auf dem aktuellen Stand ist. Teilweise kann es passieren, dass das Updatefenster zu Windows Server 2025 leer ist, vor allem bei älteren Servern. Hier kann es helfen das Update über die Befehlszeile zu starten:

setup.exe /compat ignorewarning

Nachbereiten des In-Place-Upgrades

Wenn der Domänencontroller zu Windows Server 2025 aktualisiert ist, sollte nach einiger Zeit eine Überprüfung der Replikationsverbindungen in Active Directory erfolgen. Hier sind auch die Schritte sinnvoll, die beim Installieren eines neuen Domänencontrollers sinnvoll sind. Das Gleiche gilt für die Überprüfung der Replikation. Auch hier sind die Schritte mit denen älterer Versionen nahezu identisch. Eine regelmäßige Überprüfung von Active Directory macht ohnehin Sinn – direkt nach einer Aktualisierung des Betriebssystems natürlich erst recht.

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Wenn alle Domänencontroller der Umgebung zu Windows Server 2025 aktualisiert sind, kann der neue Betriebsmodus für Windows Server 2025 für Domäne und Gesamtstruktur aktiviert werden. Das geht im Snap-In "domain.msc" über das Kontextmenü von "Active Directory-Domänen und -Vertrauensstellungen", beziehungsweise der Domäne im gleichen Snap-In. Überprüfen lässt sich der Betriebsmodus auch in der PowerShell mit:

Get-ADDomain | Select-Object DomainModeGet-ADForest | Select-Object ForestMode

Danach ist es sinnvoll, auch die neuen Features von Active Directory zu aktivieren. Dazu wird am besten die PowerShell verwendet:

$params = @{Identity = 'Database 32k pages feature'Scope = 'ForestOrConfigurationSet'Target = 'jooslab.de'}Enable-ADOptionalFeature @params

Netzwerkprofil überprüfen

Teilweise kann es passieren, dass bei der Aktualisierung zu Windows Server 2025 das Netzwerkprofil auf "Öffentliches Netzwerk" gestellt wird. Bei Domänencontrollern sollte es aber natürlich ein domänenauthentifiziertes Netzwerk sein. Zu sehen ist das in den Einstellungen von Windows bei "Netzwerk und Internet -> Ethernet" und in der PowerShell mit:

Get-NetconnectionProfile

Teilweise kann es helfen den Netzwerkadapter neu zu starten:

Get-NetAdapter | Restart-NetAdapter

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Active Directory & Domain Networking im Fokus

Active Directory & Domain Networking ist seit vielen Jahren ein Schwerpunktthema bei IP-Insider. Neben zahlreichen Fachartikeln finden Sie auch viele Definitionen und Begriffserklärungen aus diesem Themenkomplex auf unserer Website. Am Artikelende der Begriffserläuterung „Was ist Active Directory?“ haben wir als Service für Sie jetzt alle auf IP-Insider erschienenen Artikel rund um die Themen Active Directory, Entra ID und Domain Networking für Sie zusammengefasst. Viel Spaß beim Schmökern!

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