SDN, Unified Cable Access und WLAN der Carrier-Klasse

Nokia präsentiert Breitbandlösungen

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Nokias WLAN-Mesh soll jede Wohnungsecke beim Anwender ausleuchten.
Nokias WLAN-Mesh soll jede Wohnungsecke beim Anwender ausleuchten. (Bild: © zinaidasopina112 - stock.adobe.com)

Eine Cloud-Softwareplattform für Breitbandnetze, zuverlässigeres WLAN für Endanwender und ein Ende der Diskussion über R-PHY und R-MACPHY verspricht Nokia im Rahmen des Broadband World Forums in Berlin.

Neben neuen Produkten hat Nokia auf dem Broadband World Forum Ende Oktober in Berlin auch die eigene Vision für Breitbandnetze präsentiert. Dabei beschreibt der Ausrüster, wie Provider ihre Kunden künftig zuverlässig und effizient mit Gigabit-Bandbreiten versorgen.

Software-Defined Access Network

So bringt der Anbieter eine Lösung für Software-Defined Access Network (SDAN) auf den Markt. Mit Cloud-basierter Software und programmierbarer Hardware soll der skalierbare Ansatz das Tor zu einem intelligenteren Zugangsnetz öffnen. Als konkrete Anwendungsfälle nennt Nokia beispielsweise Network Slicing, virtuelle Zugangsnetze, Betrieb von Rechenzentren, Wavelength Mobility, cloudbasierte Bereitstellung, automatisierten Netzbetrieb sowie Edge-Cloud-Architekturen für 5G und Internet der Dinge (IoT).

Zu den Bestandteilen der SDAN-Lösung gehört einerseits Altiplano, eine gezielt für Software-Defined Networking und Network Function Virtualization (SDN/NFV) entwickelte Cloud-Softwareplattform. Die zentralisiere Netzfunktionen, die bislang von Netzanschlusssystemen ausgeführt wurden – somit könnten Betreiber ihre Netze besser als bisher skalieren. Altiplano lasse sich mühelos in eine Multivendor-Umgebung integrieren und unterstützt offene Schnittstellen, offene Datenmodelle und Open-Industry-Initiativen, wie Open Broadband, ON.LAB, Open Networking, CORD, ONAP und BBF.

Mit der Lightspan-Familie offeriert Nokia andererseits programmierbare, speziell auf SDAN-Anwendungsszenarien abgestimmte Zugangsknoten. Die Systeme übertragen die in Rechenzentren gängigen Abläufe auf die Ortvermittlungsstelle und ermöglichten es, im Outdoor-Bereich die Vorteile der Cloud und eines flexibleren Netzbetriebs zu nutzen. Der Lightspan SX-16F ist laut Nokia der weltweit erste G.fast-Mikroknoten mit 16 Ports, der vom Endkunden aus sicher mit Strom versorgt wird. Der Lightspan CF-24 ist ein stapelbares, softwaredefiniertes Optisches Abschlußelement (OLT), das die höchste NG-PON-Kapazität (Next-Generation PON) in der Branche in einem einzelnen Rack bereitstelle.

vDAA: Unified Cable Access R-PHY und R-MACPHY

Mit der jetzt angekündigten Generation der „Unfied Cable Access“-Lösung richtet sich der Anbieter an Kabelnetzbetreiber. Die müssten sich bei ihrer Distributed Access Architecture nun nicht mehr zwischen den zwei Konzepten R-PHY oder R-MACPHY entscheiden. Vielmehr könnten Provider sowohl R-PHY- als auch R-MACPHY-Geräte innerhalb ihres Netzes einsetzen und komfortabel zwischen beiden Varianten umschalten. Unterschied der beiden Ansätze: Bei R-PHY wird nur die Erzeugung des DOCSIS-Signals (PHY) in den Zugangsknoten verschoben, bei R-MACPHY kümmere sich der Zugangsknoten zusätzlich um die DOCSIS-Verarbeitung (MAC).

Folgende Leistungsmerkmale verspricht Nokia mit der virtuellen Distributed Access Architecture (vDAA) im Detail:

  • vCMTS Anywhere – Nokia hat das CMTS (Cable Modem Termination System) virtualisiert, das sowohl DOCSIS MAC als auch eine virtuelle Netzfunktion (VNF) enthält. Somit könne das vCMTS überall auf dem Netz ausgeführt werden: Auf dem Knoten oder auf einem handelsüblichen Server im Außenbereich (OSP), im Hub, im Headend oder im Rechenzentrum.
  • Universal Node – Kabelnetzbetreiber können einen „Gainspeed Kabelnetz“-Zugangsknoten während des Betriebs umschalten – von R-PHY auf R-MACPHY oder umgekehrt. Damit hätten sie die Möglichkeit, einen Knoten bestmöglich für einen bestimmten Anwendungsfall einzustellen. Außerdem könnten Betreiber nahtlos von R-PHY auf R-MACPHY umsteigen.
  • Unified Control – Der Gainspeed-Zugangscontroller ist in der Lage, sowohl R-PHY- als auch R-MACPHY-Knoten gleichzeitig zu unterstützen, weil er über erweiterte Funktionen für die einheitliche Kontrolle von Kabel- und Glasfasernetzen verfügt.
  • Interoperabilität – Die neue Lösung soll mit jedem R-PHY- oder R-MACPHY-Knoten kompatibel sein.

Carrier-grade WLAN für Zuhause

Damit die Gigabit-Versorgung auch beim Endkunden nicht ins Stocken gerät, offeriert Nokia schließlich eine besonders zuverlässige, vermaschte Wi-Fi-Lösung für daheim. Das Angebot entspreche Carrier-Anforderungen und biete eine unvergleichliche Gigabit-Konnektivität bis in jede Ecke der Wohnung – so der Anbieter.

Dabei setzt der Hersteller auf Broadcoms „BCM4363 WLAN“-Chipsatz mit Air-IQ-Technologie. Die WLAN-Gateways könnten bis zu 17 verschiedene Störquellen in den Frequenzbändern 2,4 GHz sowie 5 GHz identifizieren – und den Betriebskanal so steuern, dass Funkabbrüche vermieden werden. Die Lösung ist als Premium- oder Basis-Angebot zu haben und decke damit unterschiedliche Anforderungen ab.

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