Wenn im Oktober nächsten Jahres der Support für Windows 10 endgültig ausläuft, sollten Unternehmen bereits Lösungen etabliert haben, mit denen das veraltete System abgelöst werden kann. Linux kann dabei eine Option sein.
Mit Tools wie iVentoy und Remmina lassen sich Windows-10-Desktops unter Linux (bspw. Ubuntu) kostengünstig als Thin-Clients zum Remote-Desktop-Zugriff nutzen.
Der Support für Windows 10 läuft im Oktober 2025 aus. Bis dahin müssen sich Unternehmen Gedanken machen, wie sie weiter vorgehen. Neben der Umstellung auf Windows 11 oder dem Buchen der Extended Security Updates (ESU) ist der Umstieg auf Linux ein durchaus gangbarer Weg.
Auf Arbeitsstationen muss das nicht unbedingt sinnvoll sein, da viele Programme auf Linux nicht so laufen, wie in Windows. Als Thin-Client ist Linux aber allemal sinnvoll, vor allem weil hier nur eine Verbindung zu einem Terminalserver/Remote Desktop-Server erfolgt. Dabei gibt es auch noch die Möglichkeit, die Thin-Clients per PXE zu booten. Dadbei muss Linux nicht mal installiert werden; die Thin-Clients können auch über den Netzwerkadapter booten, sich das Boot-Image vom PXE-Server ziehen und sich danach mit dem Terminalserver/RDS verbinden.
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RDP-Zugriff auf RDS und Terminalserver geht auch mit Linux
Unternehmen, die auf RDS setzen und Thin-Clients einsetzen, haben keine hohe Hürde, wenn es darum geht, von Windows 10 zu Linux zu wechseln. Sinnvoll ist das zum Beispiel, wenn die Hardware nicht kompatibel mit Windows 11 ist. Um das Verschrotten von noch funktionierender Hardware zu vermeiden, kann man in diesem Fall Linux einsetzen.
Live-Linux-Systeme können direkt von USB/DVD starten, lassen sich aber auch per PXE booten. Ein Beispiel dafür ist Ubuntu. Die aktuelle LTSC-Variante Ubuntu 24.04 ist im April 2024 erschienen und bietet 12 Jahre Support. Es ist daher ein durchaus gangbarer Weg, sich mit dem Nutzen von Linux im Netzwerk auseinanderzusetzen – und beim Einsatz von Thin-Clients ist das nicht einmal kompliziert und auch nicht teuer.
Ein bekanntes Tool in diesem Bereich ist iVentoy. Es stellt einen PXE-Server im Netzwerk zur Verfügung, auf Anforderung sogar mit eigenem DHCP-Server, mit dem sich leicht ISO-Dateien über das Netzwerk booten lassen. Das Tool ist auch bei der Installation von Windows 11 über das Netzwerk einsetzbar, kann aber eben auch andere Images booten, zum Beispiel Linux-Live-Systeme. Wir haben im Beitrag „Windows 11 und Linux mit iVentoy per PXE installieren“ bereits gezeigt, wie einfach sich iVentoy im Netzwerk betreiben lässt. Neben Ubuntu unterstützt iVentoy auch Debian, Fedora, CentOS, RHEL, SUSE und andere Betriebssysteme https://www.iventoy.com/en/isolist.html.
iVentoy lässt sich auch auf Linux betreiben
Der Betrieb von iVenoty ist auch auf Linux möglich. Die Verwaltung erfolgt über ein Webinterface. Es ist zudem möglich, iVentoy in einem LXC-Container auf Proxmox VE zu betreiben. Dadurch kann Linux per PXE über das Netzwerk aus dem LXC-Container heraus starten. Die Preise für eine solche Infrastruktur halten sich in Grenzen, da die Tools Open Source sind. Die aktuelle iVenoty-Version ist dazu auf GitHub zu finden. Der Download und das Extrahieren sowie der Start erfolgen mit:
Beim Download sollte die aktuelle Version verwendet werden. Nach dem Start kann die Weboberfläche über die Adresse <IP-Adresse>:<Port> geöffnet werden. Der Port ist nach dem Start des Prozesses zu sehen. Über die Weboberfläche lässt sich der PXE-Server verwalten. In der Shell ist der Status des Dienstes mit "./iventoy.sh status" zu sehen. und mit "lsof -i :26000" ist der Prozess zum offenen Port und dessen PID erkennbar. Die weitere Verwaltung erfolgt in der Weboberfläche.
Wichtig ist, dass die ISO-Datei im Verzeichnis "iso" von iVentoy gespeichert ist und der DHCP-Server so eingestellt ist, dass er Anfragen zum PXE-Server umleitet. Das Tool kann in Linux auch automatisch starten. dazu erstellt man eine neue Datei "/etc/systemd/system/iventoy.service" mit dem Inhalt:
[Unit]Description=iVentoy - a new netboot solutionAfter=network.target[Service]Type=simpleRestart=alwaysWorkingDirectory=/opt/iventoyExecStart=/usr/bin/bash /opt/iventoy/iventoy.sh -R startExecStop=/usr/bin/bash /opt/iventoy/iventoy.sh stopRemainAfterExit=yes[Install]WantedBy=multi-user.target
Hier muss natürlich auf die richtigen Verzeichnisse mit den iVentoy-Dateien geachtet werden. Danach kann der Dienst aktiviert und gestartet werden:
Um Ubuntu als Live-System per PXE zu booten und als Thin-Client zu betreiben, ist sicherzustellen, dass der DHCP-Server so konfiguriert ist, dass er die Netzwerkgeräte zur PXE-Bootumgebung leitet. Der DHCP-Server muss dabei die IP-Adresse des TFTP-Servers bereitstellen, auf dem die Boot-Dateien gespeichert sind, zum Beispiel iVentoy. Die ISO-Datei sollte in ihre Bestandteile zerlegt werden, wobei insbesondere der Linux-Kernel (vmlinuz) und das initiale RAM-Disk-Image (initrd) extrahiert werden müssen. Diese Dateien müssen in das TFTP-Verzeichnis kopiert werden.
Stand: 08.12.2025
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Anschließend muss eine PXE-Boot-Konfigurationsdatei erstellt werden, die den Bootvorgang steuert. Diese Datei befindet sich normalerweise im Verzeichnis des TFTP-Servers und enthält Anweisungen für den Bootloader, wie die zu startenden Kernel- und RAM-Disk-Dateien sowie etwaige Kernel-Parameter. Hier ein Beispiel für eine solche Konfigurationsdatei:
Es muss darauf geachtet werden, dass die Netzwerkdateifreigabe (NFS) korrekt eingerichtet ist und die notwendigen Ubuntu-Dateien enthält. Der NFS-Server muss so konfiguriert sein, dass er den Clients Zugriff auf die benötigten Dateien erlaubt. Schließlich sollte das Netzwerk so konfiguriert werden, dass die Thin-Clients über PXE booten können. Dazu gehört die richtige Einstellung der Boot-Priorität im BIOS oder UEFI der Thin-Clients, sodass diese zuerst vom Netzwerk und nicht von der lokalen Festplatte booten.
RDP-Clients für Linux nutzen
Es gibt verschiedene RDP-Clients, mit denen Ubuntu eine RDP-Verbindung zu Terminalservern/RDS aufbauen kann, zum Beispiel Remmina. Remmina ist ein beliebter Remote-Desktop-Client, der verschiedene Protokolle unterstützt, darunter RDP. Auch hier lassen sich Verbindungen automatisiert aufbauen, oder Admins hinterlegen mehrere Verbindungen zu unterschiedlichen Terminalservern. Um die RDP-Verbindung beim Start automatisch zu initiieren, kann ein Skript erstellt und in die Autostart-Konfiguration eingebunden werden:
Danach wird das Skript unter einem geeigneten Namen gespeichert, zum Beispiel "start_remmina.sh" und ausführbar gemacht:
chmod +x start_remmina.sh
Um das Skript beim Systemstart automatisch auszuführen, kann es zur Autostart-Konfiguration der Desktop-Umgebung hinzugefügt werden:
nano ~/.config/autostart/start_remmina.desktop
Dabei ist der folgende Inhalt ein Beispiel dafür:
[Desktop Entry]Type=ApplicationExec=/pfad/zu/deinem/start_remmina.shHidden=falseNoDisplay=falseX-GNOME-Autostart-enabled=trueName=Start RemminaComment=Startet automatisch die RDP-Verbindung mit Remmina