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Supportende von Windows 10: So geht es jetzt weiter Extended Security Updates, IoT Enterprise LTSC oder Cloud Windows

Von Thomas Joos 5 min Lesedauer

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Am 14. Oktober 2025 läuft der Support für Windows 10 aus. Bis dahin sollten Unternehmen planen, wie sie vorgehen. Ohne Sicherheitsupdates ist ein Betriebssystem kaum mehr einsetzbar und ein Wechsel zu Windows 11 kommt bei vielen Unternehmen nicht in Frage. Der Beitrag zeigt die Möglichkeiten auf, die es jetzt noch gibt.

Der Support für das beliebte Betriebssystem Windows 10 endet im Oktober 2025. Unternehmen haben jetzt fünf Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. (Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Der Support für das beliebte Betriebssystem Windows 10 endet im Oktober 2025. Unternehmen haben jetzt fünf Möglichkeiten, wie es weitergehen kann.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Wenn am 14.10.2025 der Support von Windows 10 ausläuft, haben Unternehmen im Grunde genommen mehrere Möglichkeiten. Diese zeigen wir in diesem Beitrag auf. Kommt Windows 10 weiter zum Einsatz, erhält das Produkt keine Updates mehr. Dadurch werden PCs angreifbar und sind kaum noch professionell einsetzbar. Windows 10 Version 22H2 wird die letzte Version von Windows 10 sein. An diesem Datum läuft auch der Support von Office 2016/2019 aus. Auch hier sollten Unternehmen schnellstmöglich reagieren.

Leider ist durch die höheren Hardware-Anforderungen von Windows 11 und den noch höheren Anforderungen von Windows 11 24H2 nicht auf jeder Hardware ein Wechsel ohne Probleme möglich und nicht jedes Unternehmen will derzeit in neue PC-Hardware investieren und zusätzlich noch eine Migration zu Windows 11 stemmen. Der Wechsel eines Betriebssystems ist bei Unternehmen nicht immer einfach und vor allem mit Personalaufwand verbunden. Hinzu kommen Schulungen für die Mitarbeiter, die nicht gleich mit der neuen Oberfläche zurechtkommen. Generell haben Unternehmen jetzt 5 Möglichkeiten:

  • Wechsel zu Windows 11, eventuell in Verbindung mit neuer Hardware
  • Abonnieren von Windows 10 ESU
  • Einsatz von Windows 10 IoT Enterprise LTSC
  • Windows 10 ohne Support weiter nutzen (Achtung: Kein sicherer Betrieb im Netzwerk mehr möglich, nur ohne Netzwerkverbindung einigermaßen sinnvoll)
  • Wechsel zu einem anderen Betriebssystem wie zum Beispiel Linux. Für Thin-Clients, die sich mit einem Remote Desktop Server (RDS) verbinden, ist das ein durchaus gangbarer Weg, zum Beispiel über einen Bootvorgang per PXE

Windows 10 ist weiterhin das beliebteste Betriebssystem

Mit einem Marktanteil von knapp 70 Prozent laut Statcounter ist Windows 10 mit weitem Abstand das beliebteste Betriebssystem, gefolgt von Windows 11 mit etwa 25 Prozent. Besonders interessant ist, dass derzeit der Marktanteil von Windows 10 sogar noch weiter anwächst, allein fast vier Prozentpunkte in 2024, und der von Windows 11 fällt. Andere Statistiken zeigen zwar andere Zahlen, dennoch haben alle eines gemeinsam: Auf einem großen Teil aller Windows-Rechner läuft noch Windows 10.

Es ist daher möglich, dass Microsoft das Supportende hinauszögert. Es deutet allerdings momentan nichts darauf hin und Unternehmen sollten sich darauf auch nicht verlassen. Es ist daher mehr als sinnvoll, sich auf das Supportende zum Oktober 2025 vorzubereiten. Microsoft blendet in Windows 10 immer mal wieder Hinweise ein, doch auf Windows 11 zu aktualisieren. Es ist zu erwarten, dass diese Hinweise im Laufe des Jahres, spätestens zu Beginn 2025 zunehmen werden.

Extended Security Updates für Unternehmen und Privathaushalte

Sollten Unternehmen sich entschließen nicht zu Windows 11 zu wechseln und weiter bei Windows 10 zu bleiben, gibt es den Weg über die Extended Security Updates (ESU). Darüber lassen sich drei weitere Jahre Updates für Windows 10 erhalten. Allerdings lässt sich Microsoft das fürstlich bezahlen. Pro Lizenz sind allein im ersten Jahr 61 US-Dollar fällig. Mit jedem weiteren Jahr steigt der Preis und spätestens nach dem dritten Jahr gibt es auch diesen Weg nicht mehr. Ab Oktober 2028 ist Schluss mit ESU, bis dahin können Unternehmen einen Vertrag bis 2026, 2027 oder 2028 schließen. Bei Windows 7-ESU haben sich die Preise jedes Jahr verdoppelt. Für Bildungseinrichtungen bietet Microsoft unter Umständen aber deutliche Rabatte an. Hier kann es sich lohnen Informationen einzuholen.

Hochwahrscheinlich kostet ESU im letzten Abschnitt bis Oktober 2028 deutlich mehr als 61 US-Dollar. Aktuell besteht allerdings kein Handlungsbedarf. Entschließen sich Organisationen bei Windows 10 zu bleiben, ist in 2025 noch genügend Zeit ESU zu erwerben. Wer das erste Jahr übergehen will, kann auch im zweiten ESU-Jahr einsteigen, muss dann aber das erste Jahr zusätzlich erwerben. Daher ist es durchaus sinnvoll gleich einzusteigen. Ab Oktober 2024 können Unternehmen und Privathaushalte den ersten Zeitraum bis Oktober 2026 kostenpflichtig buchen. Microsoft plant auch Rabatt-Programme für Unternehmen, die zum Beispiel auf Microsoft Intune setzen. Allerdings lassen sich auf diesem Weg nur wenige Geräte anbinden. ESU ist aber nicht an eine bestimmte Anzahl an Geräten gebunden, es gibt keine Mindestanzahl. Ebenfalls zu beachten ist, dass ESU keinerlei technischen Support enthalten. Unternehmen und Privatpersonen erhalten nur Sicherheits-Updates, keinerlei weitere Unterstützung.

Windows 365 mit Windows 10 als Ausweg

Entschließen sich Unternehmen Windows 10 als Cloud-PC über Windows 365 weiter zu nutzen, ist ESU kostenlos mit dabei. In diesem Fall entstehen keine weiteren Lizenzkosten, alle Updates sind in den Abonnementgebühren von Windows 365 enthalten. Allerdings sind die Kosten von Windows 365 alles andere als günstig, sodass dieser Weg eher nur in Einzelfällen sinnvoll ist. Allerdings gibt es auch Lizenzen für Windows 365, die deutlich günstiger sind als ESU-Lizenzen.

Windows 10 21H2 IoT Enterprise LTSC nutzen

Die spezielle Windows 10-Edition IoT Enterprise LTSC entspricht vom Funktionsumfang her den Möglichkeiten von Windows 10 Enterprise. Das interessante an dieser Lizenz ist, dass der Support bis Januar 2032 läuft. Aus diesem Grund kann ein Wechsel der Edition sinnvoll sein, da hier ESU nicht benötigt wird. Nicht in jedem Fall ist der Einsatz von Windows 10 IoT Enterprise LTSC aber sinnvoll, das sollte grundlegend überprüft werden.

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Allerdings können hier die Kosten deutlich niedriger sein als beim Abschluss eines ESU-Abonnements. Eine Windows 10 IoT Enterprise LTSC-Lizenz kostet etwa 200 Euro, abhängig vom verwendeten Vertrag. Im Internet finden sich teilweise günstigere Preise, hier muss aber auf die korrekte Lizenzierung geachtet werden. Beim Abschluss einer Volumenlizenz kann es auch sehr viel günstiger werden. Außerdem läuft der Support viel länger. Optisch unterscheiden sich die Windows-10-Editionen nicht voneinander. Bei IoT Enterprise sind aber noch zusätzliche Sicherheitsfunktionen und Erweiterungen für IoT dabei. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass auch bei Windows 10 21H2 IoT Enterprise der Support am 14. Oktober 2025 ausläuft. Nur die LTSC-Variante lässt sich bis Oktober 2031 betreiben. Der Mainstream-Support für diese Edition läuft allerdings nur bis 12. Januar 2027. Ab da erhält auch diese Version nur noch Sicherheitsupdates.

Allerdings ist beim Einsatz von Windows 10 IoT Enterprise LTSC oft eine Neuinstallation notwendig, da der Wechsel von einer herkömmlichen Edition zu LTSC von Windows 10 nicht unterstützt wird. Es entsteht daher auch hier Aufwand. Es ist aber sinnvoll, das im Fall des Falles zumindest zu testen.

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