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Definition Was ist Remote Desktop?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Begriff Remote Desktop beschreibt den Fernzugriff auf den Desktop eines Rechners – sei es für Supportfälle, die Nutzung einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI) oder den Zugriff auf einen entfernten, physischen PC.

(© aga7ta - Fotolia)

Remote Desktop – auf Deutsch etwa: „entfernter Schreibtisch“ – beschreibt das Szenario bei dem Anwender auf eine graphische Arbeitsumgebung zugreifen, die auf einem entfernten Rechner läuft. Dieser übernimmt dabei die Rolle eines Servers auf dem alle eigentlichen Berechnungen laufen. Ein per Netzwerk verbundener Client agiert derweil in der komplementären Funktion einer Fernbedienung – leitet Eingaben des Nutzers also an den Server weiter und stellt die Arbeitsumgebung auf dem Client dar.

Anders als beim Screen Sharing muss sich beim Zugriff auf Remote Desktops kein Anwender lokal vor Ort anmelden. Ein Remote Desktop lässt sich vielmehr als Sonderfall des Remote Access – also dem Zugriff auf entfernte Systeme generell – auffassen. Anders als bei Terminalemulationen per SSH oder Telnet wird hierbei jedoch eine komplette graphische Oberfläche abgebildet.

Diese kann allerdings auch für entsprechende Clients angepasst sein. Unter dem Schlagwort „Applification“ bereiten einige Hersteller beispielsweise den Fernzugriff auf klassische, per Maus und Tastatur gesteuerte Desktops und Anwendungen für mobile Endgeräte mit Touch-Display auf. Nutzer steuern dann weiterhin die entfernt laufenden Programme; die Ein- und Ausgabe wird jedoch an die Erfordernisse des jeweiligen Endgerätes angepasst. Die Eingabeoptionen werden beispielsweise um Gesten erweitert, die Anmutung der jeweils genutzten Anwendung gleicht im Extremfall ganz der einer mobilen App.

Motivation und Vorteile

Für Remote Desktops gibt es verschiedene Anwendungsszenarien. Mobile Mitarbeiter können über das Verfahren beispielsweise von jedem Ort mit Netzzugang auf ihren eigenen PC im Büro zugreifen.

Zudem taugt der Ansatz, um eine große Zahl von Computern „headless“ zu verwalten – also auf Rechner ohne eigene Ein- und Ausgabeperipherie zuzugreifen. Damit sind Remote Desktops einerseits eine Alternative zu KVM-Switches. Andererseits eignet sich die Fernsteuerung auch für virtuelle Desktops, die über Serverinstallationen oder Cloud bereitgestellt werden.

Nicht zuletzt ist der Zugriff auf Remote Desktops auch ein bequemes und kostengünstiges Werkzeug für Supportmitarbeiter, die so direkt auf Rechner des Endanwenders zugreifen und etwaige Probleme beheben können – ohne selbst vor Ort zu sein.

Tools

Es existieren eine Vielzahl von Software und Protokollen für den Remote Access. Verbreitet ist beispielsweise das mit Windows mitgelieferte Remote Desktop Protocol (RDP). Überdies bieten verschiedene Anbieter zahlreiche weitere Lösungen mit unterschiedlich ausgeprägtem Funktionsumfang an – und unterstützten neben dem eigentlichen Zugriff auf entfernte Desktops auch Webkonferenzen oder den Dateitransfer.

Im Zusammenspiel mit der Cloud können Remote-Desktop-Anwendungen auch auf ausgeschaltete Systeme zugreifen – wenn diese Wake on LAN unterstützen und in entsprechende Infrastrukturen eingebunden sind.

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