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Definition Wie erstellt man eine ISO-Datei?

ISO-Dateien sind exakte Abbilder der auf optischen Datenträgern wie CDs, DVDs oder Blu-rays gespeicherten Informationen. Die Dateien aus einer ISO-Datei lassen sich auf Festplatten speichern, in Filesysteme einbinden oder online übertragen, ohne dass das optische Medium notwendig ist. Mit geeigneter Software sind ISO-Dateien leicht zu erstellen.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Alternative Begriffe für ISO-Datei sind ISO-Abbild, ISO-Image oder CD- beziehungsweise DVD-Image. Es handelt sich bei einer ISO-Datei um ein exaktes 1-zu-1-Speicherabbild eines optischen Datenträgers inklusive der Ordnerstruktur, aller Metadaten, Berechtigungen und aller Dateien. ISO-Dateien lassen sich von CDs, DVDs oder Blu-rays erstellen. Die ISO-Dateien haben die gleiche Größe wie der belegte Datenbereich des optischen Datenträgers.

Das Format des ISO-Images ist nach ISO 9660 oder ISO 13346 strukturiert. Auf Festplatten gespeicherte ISO-Dateien lassen sich direkt in fast alle gängigen Betriebssysteme einbinden und machen das Vorhandensein eines optischen Laufwerks überflüssig. Auch der Austausch der ISO-Abbilder per Online-Datenübertragung ohne Notwendigkeit des optischen Mediums ist möglich.

Ein weiteres typisches Einsatzszenario ist die Archivierung von optischen Datenträgern. Aus einer ISO-Datei kann wieder eine echte CD, DVD oder Blu-ray Disc erstellt (gebrannt) werden. Es existieren viele kommerzielle oder kostenlose Brennprogramme, die ISO-Dateien erstellen und brennen. Ab Windows 7 ist eine Software zum Brennen von ISO-Images auf optische Medien integriert. Windows 8 und Windows 10 besitzen direkt vom Betriebssystem bereitgestellte Funktionen zur Einbindung von ISO-Images in das Dateisystem ohne Notwendigkeit zusätzlicher Software. Welche Einsatzmöglichkeiten ISO-Abbilder bieten und wie Sie ISO-Dateien erstellen, erfahren Sie im Folgenden.

Verwendungsmöglichkeiten der ISO-Dateien

ISO-Dateien sind vielseitig einsetzbar. Es bieten sich unter anderem folgende Verwendungsmöglichkeiten:

  • vollständige Kopie einer Disk in einer einzigen Datei
  • mehrfaches Kopieren von Disks ohne die Notwendigkeit die Original-Disk mehrfach einzulesen
  • Einbindung der Daten einer Disk auf einem Rechner ohne optisches Laufwerk
  • Übertragung der Daten einer Disk über Netzwerke ohne das optische Medium zu verwenden
  • Speichern einer Disk auf einem Wechseldatenträger wie einem USB-Stick oder einer Speicherkarte
  • Archivieren von Disks
  • Bereitstellen der Daten einer Disk für virtuelle Maschinen
  • Download von bootfähigen Installationsimages für Betriebssysteme aus dem Internet
  • Download von installierbarer Anwendungssoftware als Disk-Image

Erstellen einer ISO-Datei eines optischen Datenträgers

Grundsätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass nicht aus allen optischen Datenträgern ISO-Images erstellbar sind. Kommerzielle Software wie Computerspiele oder Filme sind oft mit einem Kopierschutz versehen, der das Erstellen oder die spätere Nutzung einer ISO-Datei verhindert. Ist kein solcher Schutz vorhanden, ist zum Erstellen einer ISO-Datei eines optischen Datenträgers ein intern oder extern mit dem Rechner verbundenes optisches Laufwerk notwendig. Weitere Voraussetzung sind das Vorhandensein einer geeigneten Software und genügend Speicherplatz zur Ablage der ISO-Datei. Es ist mindestens so viel Speicherplatz auf der Festplatte notwendig, wie Daten auf der Disk vorhanden sind. Für das Abbild einer CD sind etwa 700 Megabyte und einer DVD etwa 4,7 Gigabyte notwendig. Dual-Layer-DVDs und Blu-rays haben noch höheren Speicherplatzbedarf.

Neben kommerzieller Software zum Anlegen von ISO-Dateien existieren zahlreiche kostenlos erhältliche Programme, die aus dem Internet heruntergeladen werden können. Beispiele solcher Programme für das Windows-Betriebssystem sind:

  • ImgBurn
  • CDBurnerXP
  • Active ISO Burner
  • ISO Recorder

Zum Anlegen einer ISO-Datei ist die gewünschte Disk in das optische Laufwerk einzulegen und die entsprechende Funktion der Software auszuwählen. Je nach Software sind Funktionen wie "Create Image-File from Disc", "Medium kopieren oder speichern", "Disk-Abbild auf Festplatte kopieren" oder ähnliche zu wählen. Weitere Schritte sind die Auswahl des ISO-Formats, das Festlegen des Zielspeicherorts und das Festlegen des Dateinamens. Abschließend startet man den Kopiervorgang des Images. Ist er abgeschlossen, steht die ISO-Datei am gewünschten Ort zur Verfügung und kann in ein Dateisystem eingebunden, auf einen anderen Datenträger kopiert, archiviert oder auf eine Disk gebrannt werden.

Erstellen einer ISO-Datei aus Dateien und Dateiordnern

ISO-Dateien lassen sich nicht nur von optischen Datenträgern erstellen. Auch Dateien und komplette Dateiordner einer Festplatte können in Form eines ISO-Images kopiert werden. Je nach verwendeter Software ist die entsprechende Funktion auszuwählen. Sie nennt sich beispielsweise "Image aus Dateien/Verzeichnissen erstellen" oder "Dateizusammenstellung als ISO-Image speichern". Es sind die gewünschten Dateien auszuwählen und anschließend analog zum vorherigen Kapitel der Zielspeicherort und Dateiname festzulegen.

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