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Strukturierte Verkabelung im LAN Kupfer-LAN über 100 Meter: R&M grenzt Extended Reach ein

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Reichle & De-Massari definiert Kupferverbindungen jenseits der standardisierten 100-Meter-Marke als anwendungsbezogene Einzelfälle. Der Schweizer Verkabelungsspezialist warnt davor, Reichweitenerhöhungen als generelle Produkteigenschaft zu verstehen. Physikalische Einflüsse und Versorgungsspannungen begrenzen den Einsatz im LAN auf dedizierte Strecken.

Größere Leitungslängen im Kupfer-LAN erfordern genaue Berechnungen von Signaldämpfung und Erwärmung, wie R&M in Planungsrichtlinien betont.(Bild:  Reichle & De-Massari AG)
Größere Leitungslängen im Kupfer-LAN erfordern genaue Berechnungen von Signaldämpfung und Erwärmung, wie R&M in Planungsrichtlinien betont.
(Bild: Reichle & De-Massari AG)

Die strukturierte Verkabelung im Local Area Network basiert auf festen Grenzwerten. Normen begrenzen einen Übertragungskanal auf maximal 100 Meter. Dieser Kanal setzt sich typischerweise aus einem bis zu 90 Meter langen Permanent Link und bis zu 10 Meter langen Geräteanschlusskabeln zusammen. Reichle & De-Massari (R&M) verweist darauf, dass diese Festlegung die Übertragung von Daten bis zu 10 Gigabit pro Sekunde über mehrere Gerätegenerationen hinweg sichere.

In der Gebäudeautomation sowie in industriellen Produktionsstätten treten jedoch vermehrt Szenarien auf, in denen Endgeräte größere Entfernungen überbrücken müssen. Der Schweizer Hersteller stuft solche sogenannten Extended-Reach-Strecken explizit nicht als neuen Verkabelungsstandard und auch nicht als allgemeine Produkteigenschaft ein. Vielmehr handle es sich um ein individuelles Engineering für den konkreten Einsatzfall.

Kriterien für längere Kupferstrecken

Ob eine Kupferverbindung jenseits von 100 Metern stabil arbeite, hänge laut R&M von mehreren betrieblichen und physikalischen Faktoren ab:

  • Der erforderlichen Datenübertragungsrate und den genutzten Schnittstellen der Netzwerkgeräte,
  • Den elektrischen Parametern für Power over Ethernet (PoE) sowie den daraus resultierenden Leitungsverlusten,
  • Den Umgebungstemperaturen und externen elektromagnetischen Störeinflüssen,
  • Der konstruktiven Ausführung der Kabel und deren Bündelung in Trassen,
  • Der geplanten Betriebsdauer der Verkabelungsstrecke.

Eine pauschale Reichweitengarantie für Kupferverbindungen über die Normgrenze hinaus gebe es laut Unternehmensangaben nicht. Mit steigender Leitungslänge nehmen die Signaldämpfung und der Gleichstromwiderstand zu. Diese physikalischen Effekte beeinträchtigen nicht nur die Signalintegrität, sondern auch die Auswirkungen auf die Stromversorgung per Power over Ethernet, da sich unzureichend dimensionierte Leiter erwärmen und die Dämpfung weiter verstärken.

Normgerechte Alternativen vor Extended Reach prüfen

R&M empfiehlt Netzwerkplanern, vor dem Einsatz überlanger Kupferstrecken reguläre Planungsalternativen zu prüfen. Dazu zählen zusätzliche Etagenverteiler oder Zonenverkabelungen mit Konsolidierungspunkten. Für weit entfernte Sensoren und Steuerungseinheiten eignen sich zudem Glasfaserstrecken, Hybridkabel oder Single Pair Ethernet (SPE). Erst wenn diese Optionen aus baulichen oder wirtschaftlichen Gründen entfallen, komme eine maßgeschneiderte Kupferlösung in Betracht.

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