Mit Open Source-Werkzeugen und kleinen kostenfreien Tools lassen sich Netzwerke, Server und auch Workloads effektiv überwachen. Wir stellen einige hilfreiche Werkzeuge vor.
Es muss nicht immer die teure Suite sein – auch mit Open Source Tools kann man Netzwerke und Devices überwachen.
Bei der Überwachung von Netzwerken spielen zwei Bereiche eine wichtige Rolle. Einerseits muss der Netzwerkverkehr überwacht werden, während andererseits Tools Serverdienste, Geräte und Computer im Netzwerk überwachen. Im folgenden Beitrag stellen wir 43 Tools für die Überwachung vor. Zusätzlich sind Links auf ergänzende Texte im Beitrag zu finden, in denen wir weitere Tools vorstellen, die ebenfalls bei der Analyse von Netzwerk eine wichtige Rolle spielen.
Überblick kostenloser Tools zur Netzwerküberwachung
Mit Open Source Tools, wie WireShark lässt sich der Datenverkehr im Netzwerk überwachen, also die Pakete, die im Netzwerk verschickt werden. Wir haben uns WireShark im Beitrag „Netzwerk-Monitoring und -Analyse in der Praxis“ ausführlicher angeschaut und erklären Ihnen, wie Sie das kostenlose Tool bei sich einsetzen. Auch der Beitrag „Erste Schritte mit Wireshark“ greift dieses Thema auf. Tools wie Grafana, Cacti oder Nagios ermöglichen wiederum die Überwachung von Geräten im Netzwerk.
Zusammen kann mit Netzwerkanalyse-Tools also der Datenverkehr im Netzwerk genauso überwacht werden, wie die einzelnen Server und Netzwerkgeräte sowie deren Funktion. Auch Icinga gehört zu den Netzwerküberwachungstools, die Administratoren kennen sollten. Mit Zabbix lassen sich vor allem virtuelle Umgebungen effektiv überwachen.
Auch Tools, wie Nmap und Zenmap helfen dabei, das Netzwerk im Griff zu behalten. Nmap entdeckt bspw. Datenverkehr im Netzwerk ebenso, wie geöffnete Ports. Observium kann Hardwaregeräte überwachen, zum Beispiel von Cisco, HP oder Juniper. Die Geräte werden automatisch erkannt und an die Überwachung angebunden.
Finnix, Grml, Netdata und Co für die Analyse und Überwachung nutzen
Im Beitrag „Finnix und Grml – Linux-Rettungs-CDs für Admins“ zeigen wir zwei Linux-Distributionen, die sich live starten lassen, und mit denen Admins Daten retten, aber auch Netzwerke überwachen können.
Der Beitrag „7 Tools für die Leistungsmessung im Netzwerk“ zeigt weitere Tools, mit denen Nutzer und Admins ebenfalls die aktuelle Leistung des Netzwerks kostenlos überwachen können, auf Servern und auf Arbeitsstationen.
Im Beitrag „Netzwerküberwachung mit Ping-Tools“ zeigen wir weitere Tools, die ebenfalls eine kostenlose Überwachung von Netzwerken mit einfachen Mitteln ermöglichen.
Angry IP Scanner – Netzwerküberwachung für Windows, Linux und macOS
Angry IP Scanner ist ein einfaches Überwachungswerkzeug für Netzwerke, das für Windows, Linux und macOS zur Verfügung steht. Das Tool baut auf Java auf. Das bedeutet, auf dem Computer, auf dem Angry IP Scanner gestartet werden soll, muss Java 8 verfügbar sein. Die Installation kann auf Basis von OpenJDK ausgeführt werden. Die Hauptaufgabe von Angry IP Scanner besteht darin, einzelne IP-Bereiche nach Geräten zu durchsuchen. Gestartete Geräte, die das Tool findet, werden im Fenster angezeigt.
Stand: 08.12.2025
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Wenn die Namensauflösung konfiguriert ist, zeigt Angry IP Scanner auch den Hostnamen zur IP-Adresse an. Über das Kontextmenü können einzelne Geräte auch erneut nach offenen Ports und aktuellen Daten gescannt werden. Die Spalten, die im Tool angezeigt werden, lassen sich über den Menüpunkte „Werkzeuge\Fetcher“ steuern. Dadurch kann zum Beispiel ermittelt werden, welche Mac-Adresse zu einem Gerät gehört und welche anderen Dienste auf dem entsprechenden Computer oder Netzwerkgerät aktiv sind.
Advanced IP Scanner – Netzwerk auch ohne Installation scannen
Advanced IP Scanner ist zwar keine Open-Source-Lösung, steht aber als Freeware zur Verfügung. Das Tool ist vor allem dazu geeignet, um von Windows-Arbeitsstationen oder Windows-Servern aus Informationen zu den Geräten im Netzwerk anzuzeigen. Das Tool zeigt Namen der gefundenen Computer, IP-Adresse und weitere Informationen wie Hersteller oder Mac-Adresse an.
Das Tool kann ohne Installation gestartet werden. Dazu muss beim Aufrufen des Installationsprogrammes nur die Option „Ausführen“ ausgewählt werden. Anschließend kann das Netzwerk über die Schaltfläche „Scannen“ überprüft werden. Zusätzlich zeigt Advanced IP Scanner auch Freigaben und geöffnete Ports sowie die damit verbundenen Dienste an. Diese lassen sich per Doppelklick auch direkt aus dem Tool heraus öffnen.
LibreNMS ist ein Open-Source-Netzwerküberwachungssystem, das die ermittelten Netzwerk-Daten auch grafisch aufbereiten kann. Zusätzlich verfügt das Tool über ein Warnsystem, das auch mit anderen Tools gemeinsam eingesetzt werden kann. LibreNMS kann mit Apps über Android und iPhone gesteuert werden.
Pandora FMS – Sensoren überwachen
Pandora FMS ist umfangreiches Open-Source-Überwachungstool. Neben Funktionen zur Netzwerküberwachung, lassen sich auch Windows- und Linux-Server sowie virtuelle Schnittstellen überwachen. Zusätzlich bietet Pandora FMS ICMP-Polling, SNMP-Unterstützung, Überwachung der Netzwerklatenz und der Systemauslastung. Administratoren können auch Agenten auf den Geräten installieren, um Sensoren für bspw. Gerätetemperatur und Überhitzung oder andere Bereiche auf den Computern zu überwachen.
Prometheus – Datenerfassung und -Analyse
Prometheus hat seinen Fokus auf Datenerfassung und -analyse gelegt. Das Tool kann Informationen über Geräte mit SNMP-Pings sammeln und die Nutzung der Netzwerkbandbreite unter anderem aus der Geräteperspektive untersuchen. Das System analysiert Daten und ermöglicht es, Diagramme, Tabellen und andere visuelle Darstellungen der überwachten Systemen zu generieren.
Graphite – Monitoring mit Zeitreihen
Graphite ist ein Monitoring-System, das zur Überwachung von Netzwerken genutzt werden kann und seine Daten in Zeitreihen speichert, ähnlich wie Prometheus und Grafana. Das System steht unter der Apache-2.0-Lizenz als Open Source zur Verfügung. Der Vorteil von Graphite ist, dass die Daten auch mit Bordmitteln als Diagramm angezeigt werden können. Die Grafiken des Tools sind anderen Tools in diesem Beitrag überlegen. Wer im Netzwerk Zeitreihen erfassen und die Daten einfach grafisch aufbereiten will, sollte sich die Möglichkeiten von Graphite unbedingt näher anschauen. Die Bereitstellung ist wesentlich einfacher, als bei anderen Systemen.
Graphite zeichnet bei der Überwachung zum Beispiel die Netzwerkleistung auf. Die Plattform zeigt diese Daten anschließend für die Benutzer auf einem Dashboard an. Graphite ist eines der meistgenutzten Open-Source-Tools für die Netzwerküberwachung. Das Erweitern von Graphite um zusätzliche Funktionen wie Teamkonten, granulare Dashboard-Berechtigungen, AWS-Integration, Heroku-Integration, Protokollierungstools und weitere Agenten stellt kein Problem dar.
Monitorix
Monitorix ist eine Netzwerküberwachungslösung für Linux. Das System erstellt Diagramme und erfasst die Netzwerknutzung der eingebundenen Knoten. Seinen Fokus hat die Lösung vor allem bei Netzwerkausfällen und langen Antwortzeiten. Die Lösung funktioniert ähnlich wie Nagios und Zabbix, ist aber nicht so umfangreich.
Die Aufgabe von Monitorix ist es so viele Dienste und Systemressourcen wie möglich zu überwachen. Das Tool wurde für den Einsatz auf produktiven Linux/UNIX-Servern entwickelt, kann aber aufgrund seiner Einfachheit und geringen Größe auch auf embedded Geräten verwendet werden.
Das Tool besteht unter anderem aus einem Kollektor mit der Bezeichnung „monitorix“. Der Perl-Daemon umfasst einen eigenen HTTP-Server, um die Statistikgrafiken anzuzeigen. Die Standardadresse ist: http://localhost:8080/monitorix.
Ursprünglich war Monitorix für die Überwachung von Red Hat-, Fedora- und CentOS-Linux-Systemen ausgerichtet. Mittlerweile läuft das System aber auch auf anderen Linux-Systemen, wie FreeBSD, OpenBSD und NetBSD.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde am 14.04.2020 erstveröffentlicht und am 28.10.2021 komplett überarbeitet und umfassend ergänzt erneut veröffentlicht.