Hardware-Analyse für Server und Clients

Freeware und Open Source Monitoring-Tools

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Zur Überwachung von Server- und Workstation-Hardware muss es nicht immer eine kommerzielle Lösung sein. Auch zahlreiche kostenfreie Werkzeuge leisten hier gute Dienste.
Zur Überwachung von Server- und Workstation-Hardware muss es nicht immer eine kommerzielle Lösung sein. Auch zahlreiche kostenfreie Werkzeuge leisten hier gute Dienste. (Bild: © exclusive-design - stock.adobe.com)

Neben dem Monitoring von Server-Workloads und des Netzwerks spielt auch die Überwachung der Hardware von Servern und Computern eine wichtige Rolle für Administratoren. Wir zeigen Freeware- und Open-Source-Werkzeuge, mit denen auch diese Bereiche optimal überwacht werden können.

Zur umfassenden Überwachung von Servern und Arbeitsstationen gehört auch die regelmäßige Überprüfung der Hardware. Nur wenn diese fehlerfrei funktioniert, kann auch sichergestellt werden, dass die Workloads auf den Servern ordnungsgemäß genutzt werden können. Die Tools in diesem Beitrag haben wir sowohl auf Computern mit Windows 10 als auch auf Servern mit Windows Server 2019 getestet.

HWinfo Portable – Schneller Überblick

Mit HWinfo lässt sich ein schneller Überblick über die Hardware eines Servers oder eines Computers gewinnen. Nach dem Start zeigt das Tool Informationen zur CPU und zur Grafikkarte an. Dazu gehören, neben Hersteller und Version, auch Takt, Stromversorgung und Features des Prozessors. Das Betriebssystem wird ebenfalls angezeigt. Für eine schnelle Analyse der CPU ist das Tool genauso geeignet, wie CPU-Z von CPUID.

Das, Haupttool von HWinfo zeigt in einer Baumstruktur alles an, was rund um die Hardware eines Servers oder Computers wichtig ist. So werden zum Beispiel auch Informationen zur Hauptplatine und zum Arbeitsspeicher sowie Daten zu den eingebauten Festplatten und Informationen zu den Netzwerkadaptern angezeigt. Der einfache Aufbau des Tools hilft dabei, in wenigen Sekunden einen Überblick über die Hardware eines Servers oder einer Workstation zu erhalten. Es ist keine Einrichtung oder Konfiguration nötig bzw. möglich. Über „Save Report“ können die Daten eines Servers auch als Datei gespeichert werden. Neben HTML-Berichten können die Daten auch in CSV- oder Text-Dateien exportiert werden.

Über die Schaltfläche „Sensors“ liest HWinfo die Sensoren und deren Werte aus, die im Computer aktuell Daten senden. Auch darüber lassen sich wichtige Informationen auslesen. Es besteht die Möglichkeit, mittels Einstellung festzulegen, wie die Daten der Sensoren angezeigt werden sollen.

Eine Alternative zu HWinfo ist HWMonitor. Dieses Tool steht als kostenpflichtige und als kostenlose Version zur Verfügung, und kann ebenfalls einen schnellen Überblick über die Hardware geben.

SiSoft Sandra Lite – Freigegeben für Windows Server 2019

SiSoft bietet mit seinem Diagnose-Tool Sandra auch eine kostenlose Version an, die im Vergleich zu den anderen Versionen natürlich eingeschränkt ist, aber dennoch einen guten Überblick über die Hardware eines Computers gibt. Neben Windows 7 bis Windows 10 ist das Tool auch kompatibel mit Windows Server ab Version 2008. Auch eine Diagnose von Servern mit Windows Server 2019 und neuer ist möglich. Nach der Installation stehen die einzelnen Bereiche zur Verfügung und können zur Überwachung genutzt werden. Funktionen, die den kostenpflichtigen Versionen von Sandra vorbehalten sind, blendet das System aus.

Dr. Hardware 2020

Das Freeware-Tool Dr. Hardware 2020 liefert ebenfalls Informationen zur Hardware eines Computers. Die grafische Oberfläche ist übersichtlich und das Tool funktioniert auch auf Windows-Servern.

Core Temp – CPU-Temperaturen überwachen

Mit dem kostenlosen Tool Core Temp kann die Temperatur jedes CPU-Kerns überwacht werden. Das Tool zeigt zusätzlich auch das Modell der CPU und den Takt an.

Intel Prozessor-Diagnose-Tool

Um eine Analyse von Intel-Prozessoren auf einem Computer oder Server durchzuführen, kann das Intel Prozessor-Diagnose-Tool genutzt werden. Das Tool führt Belastungstests durch, und kann dadurch proaktiv Probleme auf Prozessoren erkennen oder feststellen, wann die Leistung eines Prozessors für die installierten Workloads nicht mehr ausreicht.

Schnelle Diagnose mit Bordmitteln

Es gibt auch in Windows bereits integrierte Bordmittel, die bei der Diagnose helfen können. Werden zum Beispiel Probleme beim Arbeitsspeicher vermutet, kann durch Starten von „mdsched“ in Windows ein Test des Arbeitsspeichers durchgeführt werden. Dazu wird der Server aber neu gestartet.

Um sich einen Überblick über einen Server oder Computer zu verschaffen, kann in Windows mit den Tools „systeminfo“ und „msinfo32“ gearbeitet werden. Beide können über das Suchfeld des Startmenüs oder die Eingabeaufforderung gestartet werden.

Analyse mit Live-CD: Ultimate Boot CD

Die Ultimate Boot-CD ist eine kostenlose Live-CD, mit der Server und Computer gestartet werden können. Nach dem Start stehen verschiedene Tools zur Verfügung, mit denen sich auch die Hardware von Computern analysieren lässt. Bestandteil der CD sind auch verschiedene Analyse-Tools für Festplatten.

Nach dem Start der CD stehen verschiedene Menüs zur Verfügung, mit denen die Hardware des Computers überprüft werden kann. Zur Diagnose ist auch der Menüpunkt „System“ interessant. Mit dem dortigen „Hardware Detection Tool“ lassen sich Low-Level- Informationen zur Hardware anzeigen.

Um Festplatten zu überprüfen, stehen die Tools im Menüpunkt „HDD\Diagnosis“ zur Verfügung. Hier sind auch verschiedene Diaganose-Tools von Hardware-Herstellern verfügbar, wie „Drive Fitness Tests“ für IBM/Hitachi-Festplatten, oder das ES-Tool von Samsung. Wird ein Tool markiert, zeigt die Ultimate Boot CD im unteren Bereich jeweils weitere Informationen dazu an.

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