Wissen statt Mythen und Märchen rund um Voice over IP

10 VoIP-Missverständnisse gründlich aufgeklärt

18.08.2009 | Autor / Redakteur: Josef Ossenbrunner / Ulrike Ostler

So manches VoIP-Wissen gehört eher in den Bereich Mythen und Märchen, Bild: Pixelio/Lizzy Tewordt
So manches VoIP-Wissen gehört eher in den Bereich Mythen und Märchen, Bild: Pixelio/Lizzy Tewordt

Annahmen, Vorurteile, Wissenslücken prägen die heutige Kommunikationswelt trotz oder vielleicht gerade aufgrund der Vielzahl der Informationsangebote. Ein Paradebeispiel ist VoIP: So werden Funktionen der billigen Self-made-Varianten für den Privatanwender nach wie vor oft und fälschlich mit den professionellen B2B-Konzepten gleich gesetzt. Hier wird mit zehn Missverständnissen und Mythen rund um VoIP aufgeräumt.

Was schwirrt nicht alles an Vorurteilen, Teil- und Scheinwahrheiten durch Blogs und den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens! Auch IT- und Kommunikations-Departments sind davon nicht ausgenommen, insbesondere in Bezug auf die Alternative der klassischen Festnetztelefonie, Voice over IP.

1. VoIP, Internet-Telefonie und IP-Telefonie sind Synonyme

In einigem steckt mehr, als gedacht, Bild: Pixelio/Rike
In einigem steckt mehr, als gedacht, Bild: Pixelio/Rike

Zwar lässt sich eine gewisse Verwandtschaft nicht absprechen, eine klare Definition vermeidet aber Missverständnisse. So ist VoIP (Voice over IP) eine generelle Bezeichnung des technischen Prinzips; dabei geht es darum, Sprache über das Internet-Protokoll zu übertragen. Wichtig dabei: Mit dem Begriff VoIP allein legt man sich noch nicht auf eine bestimmte Infrastruktur fest.

Dagegen steht IP-Telefonie in der Regel für den konkreten Einsatz von VoIP in geschlossenen Netzen, also zum Beispiel im VPN zur Verbindung von Niederlassungen. Dahinter steckt also in den meisten Fällen eine Anwendung für Unternehmen, mit Features wie voller Qualitätskontrolle, etwa IP-Telefonie über ein MPLS-Netz (Multiprotocol Label Switching) und vorgegebenen QoS-Parametern (Quality of Service).

Internet-Telefonie wiederum ist die Anwendung von VoIP über das „offene“ Internet. Im Unterschied zur IP-Telefonie läuft Internet-Telefonie ohne Qualitätskontrolle über das Netz und ist damit im Hinblick auf Sprachqualität und Verfügbarkeit nur bedingt zuverlässig. Zielgruppe der Internet-Telefonie sind vor allem Privatanwender und Kleinunternehmen, die Anforderungen von großen Unternehmen werden aber nicht erfüllt.

2. VoIP bietet schlechte Sprachqualität

Manches entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als weit weniger fürchterlich, Bild: Pixelio/Augusta
Manches entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als weit weniger fürchterlich, Bild: Pixelio/Augusta

Dieses Vorurteil stammt noch aus Zeiten, in denen man bei VoIP noch nicht wirklich von Hörgenuss sprechen konnte. Bei der Internet-Telefonie kann die Sprachqualität aber auch heute noch dürftig sein. Die Ursache liegt in der Technik selbst begründet: Eine Überlastung des Netzes führte rasch zu Paketverlusten – und damit zu lästigen Unterbrechungen im Gespräch.

Durch die erhöhten Bandbreitenkapazitäten, die sich mit der Verbreitung von neuen und schnellen Zugangstechnologien wie DSL ergeben haben, sind zwar in der Regel mehrere parallele Gespräche aus dem Home Office möglich – aber eine Garantie, dass die erforderliche Bandbreite zur Verfügung steht, gibt es nicht.

Im Unternehmensumfeld gibt es durch moderne Netzwerkprotokolle wie MPLS und durch die Einführung von Quality of Service (QoS) im LAN ganz andere technische Standards, die VoIP-Gespräche teils besser als mit ISDN-Qualität ermöglichen. MPLS erweitert die gewohnten Routing-Verfahren im Datennetz um das Label-Switching für eine noch schnellere Weiterleitung von IP-Datenpaketen.

Im Gegensatz zum normalen IP-Routing wird für die Weiterleitung hier vorab ein fester Transportweg (Label switched Path, LSP) definiert, was die grundsätzliche Priorisierung von Verkehrsströmen möglich macht. Sprachdaten kann damit die höchste Priorität eingeräumt werden, was Gespräche ohne Verzögerungen und Pausen ermöglicht und VoIP „business-tauglich“ macht.

weiter mit: 3. Das Ausfallrisiko ist bei VoIP höher als in klassischen Telefonnetzen

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