Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 38

Wide Area Networking mit DSL – unkomplizierte Power für Anwender

15.09.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Mit DSL erhalten Computer einen schnellen WAN-Anschluss bei gleichzeitiger Telefon-Kompatibilität
Mit DSL erhalten Computer einen schnellen WAN-Anschluss bei gleichzeitiger Telefon-Kompatibilität

Über X.25 und ISDN sind wir von den inneren Funktionen eines WAN zu den Benutzerschnittstellen gekommen. Bevor wir wieder auf den WAN-Kern kommen, sehen wir uns eine aktuell gerne benutzte Technologie an: die Digital Subscriber Line DSL, die es heute in verschiedenen Ausführungen gibt und die für viele Millionen Benutzer der universelle Standardzugang zu Internet, Video-on-Demand, Telefonie und sonstigen Diensten ist.

Anfangs nutzten die allermeisten privaten Teilnehmer das Internet über Modemverbindungen oder ISDN. Die hierbei mögliche Übertragungsgeschwindigkeit ist zwar ganz nett, begrenzt aber die Anwendungsmöglichkeiten deutlich.

Nicht nur für schnellen Internet-Zugang, sondern auch für Video-Telefonieren oder Tele-Working wäre ein schneller Zubringeranschluss wünschenswert. Aufgrund ihrer Infrastruktur haben die Telekommunikations-Dienstleistungsanbeiter große, sehr schnelle, flächendeckende Netze. Nur mit der letzten Meile, dem Weg zwischen letztem Telco-Schaltkasten und Endteilnehmer, hapert es.

Unter der verwirrenden Namensvielfalt ADSL, VDSL, VADSL, HDSL, DSL, SDSL, TDSL und BDSL, die wir allesamt als xDSL vereinheitlichen, haben sich eine Reihe von Technologien etabliert, die die Möglichkeiten des bestehenden Kupfernetzes einfach durch andere Modulationstechniken besser ausnutzen. T-DSL z.B. ist ADSL, angeboten von der Deutschen Telekom, und auch für den Privatmann erschwinglich.

Modemtechnik und Bandbreite

Die bisherigen Modems übertragen Daten durch Erzeugung von Tönen auf der Telefonleitung ohne weitere Modifikation. Das Netz behandelt sie deshalb genau wie Sprachtonsignale. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie an jedem Telefonanschluss ohne weiteres benutzt werden können. Ihr Nachteil liegt in der relativ geringen Übertragungsgeschwindigkeit.

Man muss sich aber vor Augen halten, dass die Begrenzung der Bandbreite nicht eigentlich vom Kupferkabel in der letzten Meile kommt, sondern durch den Kern des Sprachtelefonienetzwerks bestimmt wird, welches eben so ausgelegt ist, dass nur Sprachinformationen von einer Bandbreite bis zu 3,3 kHz. übertragen werden können. Es werden sogar Filter eingesetzt, um die Bandbreite an den Rändern des Netzes zu limitieren, damit sie im Kern des Netzwerks auch auf dem gewünschten geringen Niveau bliebt.

Die Datenrate auf einem Kabel wird nur durch die physikalischen Eigenschaften begrenzt. Rein von der Physik her könnte man auf einem handelsüblichen 24-paarigen Telefonkabel die ISDN Primärmultiplexrate von ca. 2 Mbps etwa über 5 km übertragen, und mit 25 Mbps käme man ohne Zwischenverstärker immer noch auf 1.000 m.

International gesehen gibt es jedoch große Unterschiede bei der Zugangstechnik in die Häuser der Teilnehmer (Subscriber Loop): in vielen Ländern kann man mit 5 km Loop-Länge praktisch jeden Teilnehmer erreichen, in den USA hängen in 20% der Leitungen Filterspulen, die erst entfernt werden müssten, um überhaupt Daten übertragen zu können. Für Deutschland kann man davon ausgehen, dass jeder Teilnehmer mit ISDN erreicht werden kann. Dies bedeutet bezogen auf die Technik, dass mindestens 1,5 bzw. 2,048 Mbps auf max. ca. 5 km möglich sind. Dies reicht für schnellen Internet-Zugang und Videotelefonieren völlig aus. Möchte man aber auf diesem Weg Digitales Fernsehen anbieten, so benötigt man mindestens 6 Mbps Bandbreite, und käme auf eine max. Loop-Länge von 3,5 km.

Die Nutzung vorhandener Twisted Pair Kabelwege für eine schnellere Datenübertragung setzt natürlich spezielle Abschlussgeräte, die weiterhin als Modems bezeichnet werden, voraus. Hier muss man auch das Alter und den ursprünglichen Verwendungszweck des Telefon-Kabelweges in die Haushalte berücksichtigen. Die Bezeichnungen beziehen sich immer auf die Modems und die von ihnen verwendete Technologie, nie auf den Kabelweg selbst, denn das ist ja immer das alte Telefonkabel.

weiter mit: DSL - Digital Subscriber Line

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