Mobile-Menu

Definition Was sind ESX und ESXi?

Aktualisiert am 26.10.2026 Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 4 min Lesedauer

Bei ESX und ESXi handelt es sich um Bezeichnungen für Typ-1-Hypervisoren des Virtualisierungsspezialisten VMware, der seit Ende 2023 zu Broadcom gehört. Mit ihnen lassen sich Ressourcen physischer Server virtualisieren und mehreren virtuellen Maschinen zur Verfügung stellen. Nach dem Ende des klassischen ESX wurde der Hypervisor ab vSphere 5 als ESXi bezeichnet. Mit vSphere 9 kehrte Broadcom zur früheren Bezeichnung zurück.

ESX und ESXi von VMware (Broadcom) virtualisieren Serverressourcen und bilden die Grundlage für den Betrieb virtueller Maschinen.(Bild:  ChatGPT / KI-generiert)
ESX und ESXi von VMware (Broadcom) virtualisieren Serverressourcen und bilden die Grundlage für den Betrieb virtueller Maschinen.
(Bild: ChatGPT / KI-generiert)

ESX und ESXi sind Bezeichnungen für Typ-1-Hypervisoren zur Virtualisierung von Servern und Rechenzentrumsinfrastrukturen. Sie wurden vom Unternehmen VMware entwickelt, das seit November 2023 zu Broadcom gehört. Die Abkürzung ESX steht ursprünglich für "Elastic Sky X" und die Abkürzung ESXi für "Elastic Sky X integrated".

Mit der Virtualisierungslösung VMware vSphere Version 5.0 ging VMware vom historischen ESX auf den moderneren und schlankeren Hypervisor ESXi über. Durch die Übernahme von VMware durch Broadcom gab es aber zahlreiche Veränderungen in der Produkt- und Lizenzpolitik rund um die Virtualisierungslösungen. Seit VMware vSphere 9.0 wird der Hypervisor wieder ESX genannt, ohne allerdings zur historischen ESX-Architektur zurückzukehren. Teilweise werden in den aktuellen Dokumentationen und Produktbeschreibungen auch beide Bezeichnungen verwendet.

Die VMware-Hypervisoren stehen in Konkurrenz zu zahlreichen anderen proprietären oder Open-Source-basierten Virtualisierungsplattformen und Hypervisoren. Solche alternativen Lösungen sind aufgrund der Übernahme von VMware durch Broadcom und den dadurch veränderten Lizenzbedingungen für viele Unternehmen relevant geworden. Zu den alternativen Virtualisierungsplattformen und Hypervisor-Technologien gehören beispielsweise:

  • Proxmox VE
  • Microsoft Hyper-V
  • Nutanix AHV
  • XCP-ng
  • Red Hat OpenShift Virtualization
  • KVM

Grundlegende Informationen zur Virtualisierung und zu Typ-1- und Typ-2-Hypervisoren

Virtualisierungslösungen stellen voneinander isolierte virtuelle Maschinen bereit, die sich die Ressourcen eines physischen Hostsystems teilen. Die Verwaltung und Zuteilung der Ressourcen wie Prozessorleistung, Arbeitsspeicher, Speicherplatz und Netzwerkverbindungen übernimmt ein Hypervisor. Aus Anwendungssicht verhalten sich die mit einem Hypervisor virtualisierten Gastsysteme wie direkt auf einem physischen Host installierte Systeme.

Bei den Hypervisoren wird zwischen Typ-1- und Typ-2-Hypervisoren unterschieden. Typ-1-Hypervisoren, auch native Hypervisoren oder Bare-Metal-Hypervisoren genannt, werden direkt auf der Hardware ausgeführt und kommunizieren über eigene Treiber mit der Hardware des Hosts. Sie benötigen kein anderes Betriebssystem zwischen Hardware und Hypervisor. Ein Hypervisor vom Typ 2 läuft oberhalb eines Betriebssystems. Er greift über die Treiber des Betriebssystems auf die Hardware des Hosts zu und wird im Wesentlichen wie eine Anwendung innerhalb dieses Betriebssystems ausgeführt.

Was war der historische ESX?

Der historische ESX war ein Bare-Metal-Hypervisor mit einer integrierten, Linux-basierten Servicekonsole. Diese stellte unter anderem Verwaltungs- und Überwachungsfunktionen bereit. Die letzte Version des ESX-Hypervisors war 4.1. Mit vSphere 5.0 wurde ESX zugunsten von ESXi eingestellt und es war nur noch der ESXi-Hypervisor Bestandteil der vSphere-Plattform.

Was ist ESXi?

Von vSphere 5 bis vSphere 8 verwendete VMware für den Hypervisor die Bezeichnung ESXi. Im Vergleich zum historischen ESX verzichtet ESXi auf die Linux-basierte Servicekonsole. Der Hypervisor ist deutlich schlanker und belegt weniger Speicherplatz. Verwaltungs- und Überwachungsaufgaben, die beim historischen ESX teilweise über die Servicekonsole ausgeführt wurden, lassen sich bei ESXi über integrierte Schnittstellen, APIs und zentrale Managementkomponenten ausführen.

Mit der Veröffentlichung von vSphere 9 im Jahr 2025 kehrte VMware (Broadcom) zur Bezeichnung ESX zurück. Technisch basiert der aktuelle ESX weiterhin auf der schlanken ESXi-Architektur. Der aktuelle ESX 9 ist deshalb konzeptionell die Fortsetzung des ESXi.

Die kostenlose ESXi-Variante

Vor der Übernahme durch Broadcom bot VMware unter der Bezeichnung VMware Hypervisor eine kostenlose Variante des ESXi-Hypervisors an. Diese Variante hatte einen eingeschränkten Funktionsumfang und konnte nicht mit dem vCenter Server kommunizieren. Hosts waren im Vergleich zur kostenpflichtigen Virtualisierungslösung von VMware nur einzeln verwaltbar. Der kostenlose VMware Hypervisor konnte beispielsweise zur Evaluierung in Testumgebungen oder für kleinere produktive Umgebungen eingesetzt werden. Im Februar 2024 stellte Broadcom diese kostenlose ESXi-Variante ein. Seit April 2025 wird jedoch erneut ein kostenloser VMware vSphere Hypervisor auf Basis von ESXi 8.0 angeboten. Auch diese kostenlose Variante hat einen eingeschränkten Funktionsumfang und unterstützt keine vCenter-Integration. Sie ist als Einstiegs-Hypervisor zum Beispiel für Entwicklungs-, Test- und Home-Lab-Umgebungen gedacht. Für die kostenlose Variante bietet Broadcom keinen regulären technischen Support an.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Netzwerktechnik, IP-Kommunikation und UCC

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Auswirkungen der VMware-Übernahme durch Broadcom

Die Übernahme von VMware durch Broadcom hatte erhebliche Auswirkungen auf das Produktportfolio, die Lizenzierung und den Vertrieb der VMware-Produkte. Broadcom vereinfachte das VMware-Produktportfolio und stellte die bisherigen dauerhaften Lizenzen (Perpetual Licenses) schrittweise zugunsten von Subscription-Modellen (Abo-Modellen) ein. Der Verkauf neuer Perpetual-Lizenzen und entsprechende Support-/Subscription-Verlängerungen wurden beendet. Damit änderten sich auch für die Anwender der ESXi-Virtualisierung die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich. Welche genauen Support- und Nutzungsrechte für ESXi-Bestandskunden bestehen, hängt aber unter anderem auch vom vorhandenen Vertrag, dessen Laufzeit und eventuellen Übergangsregelungen ab. Die neue Lizenzierung orientiert sich an der Zahl der CPU-Kerne und legt eine Mindestzahl an zu lizenzierenden Kernen pro physischer CPU fest. Dabei muss eine bestimmte Anzahl an Kernen pro physischer CPU lizenziert werden, auch wenn die CPU tatsächlich weniger Kerne besitzt.

Aktuelle ESXi-Lizenzen werden als Bestandteil von vSphere Subscriptions angeboten. Dabei sind insbesondere die beiden Produktlinien VMware Cloud Foundation (VCF) und VMware vSphere Foundation (VVF) relevant. Mit VMware vSphere Standard und VMware vSphere Enterprise Plus stehen auch Standalone-Editionen von vSphere zur Verfügung, die allerdings auf ESXi-Version 8 und älter limitiert sind.

Innerhalb der Virtualisierungsplattform vSphere übernimmt ESXi, beziehungsweise in vSphere 9 ESX, die Rolle des Typ-1-Hypervisors. Neben dem Hypervisor ist der VMware vCenter Server eine weitere zentrale Komponente der Virtualisierungslösung. vCenter Server ermöglicht unter anderem die zentrale Konfiguration und Überwachung von Hosts und VMs. Mit den aktuellen VCF/VVF-Versionen ist vCenter Server Bestandteil einer stärker integrierten Managementarchitektur. In VCF 9 sind außerdem weitere Management- und Betriebsfunktionen in die integrierte Plattformarchitektur eingebunden, unter anderem über VCF Operations.

(ID:46156625)