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Definition Was ist Network as a Service (NaaS)?

Network as a Service ist ein Geschäftsmodell, das Netzwerkinfrastruktur und Netzwerkservices als Dienstleistung eines externen Anbieters bereitstellt. Die Leistungen werden nutzungsbasiert oder in einem Abomodell abgerechnet. NaaS gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen. In Anlehnung an die Cloud-Computing-Servicemodelle IaaS, SaaS und PaaS stellt NaaS seine Netzwerkdienste auch über die Cloud und das öffentliche Internet zur Verfügung.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Das Akronym NaaS steht für das Servicemodell Network as a Service. Eine allgemeingültige, exakte Definition für NaaS existiert nicht. Die verschiedenen am Markt aktiven Anbieter interpretieren Network as a Service teils recht unterschiedlich.

Grundsätzlich versteht man unter NaaS ein Geschäftsmodell, das Netzwerkinfrastruktur und Netzwerkservices als Dienstleistung eines externen Anbieters bereitstellt. Die Art der bereitgestellten Infrastruktur- und Serviceleistungen variiert je nach Interpretation des NaaS-Begriffs. NaaS gibt es daher in vielen verschiedenen Ausprägungen.

In Anlehnung an die Servicemodelle des Cloud Computings Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) ist NaaS ein Cloud-Servicemodell, bei dem die Kunden die Netzwerkservices von einem Cloud-Anbieter mieten und über das Internet nutzen. In diesem Sinn kann IaaS auch als ein Leistungsmix der drei Servicemodelle IaaS, SaaS und PaaS verstanden werden.

Voraussetzung für die Nutzung der Netzwerkservices ist eine Internetverbindung. Über ein zentrales Webmanagementportal richtet der Kunde seine Netzwerkservices ein, konfiguriert sie und verwaltet sie. Zu den bereitgestellten Leistungen zählen zum Beispiel WAN-Connectivity-Services, Bandwidth-on-Demand, Netzwerksicherheitsfunktionen und vieles mehr.

Mit Network as a Service sind herkömmliche statische Netzwerke mit dedizierter Netzwerkhardware, Firewalls, Loadbalancern, virtuellen private Netzwerken (VPNs) und Verbindungen auf Basis von Multiprotocol Label Switching (MPLS) ersetzbar. Architekturmodelle und Sicherheitskonzepte wie Secure Access Service Edge (SASE) lassen sich als Security-as-a-Service-Funktionen in NaaS integrieren und gemeinsam bereitstellen.

Die Abrechnung der mit NaaS bereitgestellten Leistungen erfolgt nutzungsbasiert oder in einem Abomodell. Die Anbieter übernehmen vielfältige Aufgaben wie die Installation der Netz-Hard- und -Software sowie die Überwachung und Verwaltung des Netzwerks. Für die Nutzer der Services ergibt sich der Vorteil, dass sie keine eigene Netzinfrastruktur erwerben, installieren, betreiben und managen müssen. Sie kaufen die benötigten Netzwerkleistungen als Dienstleistung ein und können sie flexibel dem aktuellen Bedarf und den individuellen Anforderungen anpassen.

Motivation für NaaS

Unternehmensnetzwerke sind als statische Gebilde aus angemieteten oder privaten Datenleitungen und selbst betriebenen Netzwerkkomponenten wie Switches, Router und Firewalls entstanden. Jeder an das Netzwerk anzubindende Standort benötigte eigene Netzhardware und dedizierte, angemietete oder selbst realisierte Datenverbindungen. Notwendige Hardware, Software und Lizenzen wurden in der Regel von den Unternehmen gekauft, installiert, eingerichtet und verwaltet.

Zudem bestand eine strenge Trennung zwischen Internet und Unternehmensnetzwerk. Verbindungen zwischen Internet und Unternehmensnetzwerk waren nur über dedizierte Übergänge und Kontrollpunkte möglich. Zur Anbindung von Kommunikationspunkten über das Internet wurden virtuelle private Netzwerk eingerichtet und mit dem Unternehmensnetzwerk gekoppelt. Technologien wie Multiprotocol Label Switching (MPLS) sorgten für eine Flexibilisierung und ermöglichten die Einrichtung logisch separierter Verbindungen und Netze auf gemeinsamer Netzwerkinfrastruktur.

Durch die zunehmende Bedeutung des Internets, des Cloud Computings und der mobilen Kommunikation sowie durch die rasanten Entwicklungen neuer Services und Sicherheitsanforderungen, haben sich herkömmliche Unternehmensnetze als zu starr und unflexibel erwiesen. Die Anbindung neuer Standorte oder Services ist mit zu großem Aufwand (Kosten, Zeit, Personal) verbunden. Die Netzwerke können mit den dynamischen Entwicklungen und neuen Anforderungen kaum noch Schritt halten.

Die Verlagerung vieler Geschäftsaktivitäten in das Internet und in öffentliche, private oder hybride Cloud-Umgebungen erfordert eine starke Flexibilisierung der Netzwerkinfrastruktur und -services. Network as a Service bietet geeignete Lösungen für die beschriebenen Anforderungen und macht den Betrieb eigener Netzwerkinfrastrukturen überflüssig.

Die verschiedenen Ausprägungen von NaaS

Wie eingangs beschrieben, existiert keine allgemeingültige, exakte Definition für Network as a Service. NaaS ist daher in vielen verschiedenen Ausprägungen verfügbar und wird von Anbietern teils sehr unterschiedlich interpretiert. Die Spanne reicht von der Bereitstellung von Netzwerkhard- und software oder Datenverbindungen im Mietmodell über gemanagte Netzwerkservices bis zur vollständigen Bereitstellung aller benötigten Netzwerkdienste über die Cloud.

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Zu den bereitgestellten Services zählen zum Beispiel Software-Defined WAN (SD-WAN), LAN-Connecitivity-Services in Form von LANaaS, WLAN as a Service, managed Wi-Fi, Sicherheitsdienste, virtuelles Customer Premises Equipment (vCPE) oder Unified Communications Services. Viele NaaS-Ausprägungen werden in virtualisierter, softwaredefinierter und von der Netzwerkinfrastruktur entkoppelter und abstrahierter Form realisiert und angeboten. Mit NaaS lassen sich starre Unternehmensnetzwerke, virtuelle private Netzwerke (VPNs), MPLS-Verbindungen und dedizierte Appliances wie Firewalls oder Loadbalancer ablösen.

Die technische Basis für Network as a Service

Auch wenn es viele verschiedene Ausprägungen von NaaS gibt, die technische Basis weist in der Regel viele Ähnlichkeiten auf. NaaS basiert auf Virtualisierungstechnologien. Vermittlungsdienste, Conntectivity-Services, Sicherheitsappliances und viele weitere Netzwerkdienste können in Form von softwaredefinierten Netzwerkservices (SDN-Services) und virtualisierten Netzwerkfunktionen (NFV) angeboten werden.

Logisch separierte Netzwerkdienste sind dank der Virtualisierung auf einer gemeinsamen physischen Netzwerkinfrastruktur betreibbar und lassen sich Dritten als Dienstleistung verkaufen. Kunden erhalten einen Zugang zu webbasierten Managementportalen, mit denen sie ihre Services selbst einrichten, konfigurieren und managen. Werden die Netzwerkservices über die Cloud und das Internet realisiert, genügen dem Kunden ein Rechner und eine Internetanbindung, um sein Netzwerk softwaredefiniert und ohne Notwendigkeit weiterer Hardware selbst zu einzurichten und bereitzustellen. Oft sind die softwaredefinierten Netzwerke mit Netzwerksicherheitsfunktionen und Sicherheitskonzepten wie Secure Access Service Edge (SASE) kombiniert.

Vorteile von Network as a Service

Gegenüber den herkömmlichen Konzepten starrer Unternehmensnetzwerke bietet NaaS zahlreiche Vorteile. Investitionen in Netzwerkhardware werden überflüssig. Die Kosten für die in Anspruch genommen Leistungen sind transparent und werden auf Mietbasis oder nutzungsbasiert abgerechnet. Der personelle und zeitliche Aufwand für das Einrichten, Bereitstellen und Verwalten der Netzwerkservices reduziert sich drastisch. NaaS lässt sich flexibel an den Bedarf anpassen und ist einfach skalierbar, ohne dass neue Hardware angeschafft und installiert werden muss. Veränderungen am Netzwerk werden über Software realisiert und sind sofort aktiv. Die Services werden vom Anbieter vollständig gemanagt. Der Provider hält die Soft- und Hardware auf dem aktuellen Stand. Eigener Wartungsaufwand entfällt. Weitere Vorteile von NaaS sind:

  • Netzwerkdienste und Sicherheitsservices lassen sich kombinieren und gebündelt nutzen – enge Verzahnung von Netzwerk und der Netzwerksicherheit
  • Innovationen und sich schnell verändernde Unternehmensanforderungen lassen sich zeitnah abbilden
  • Unternehmen erhalten schnelleren Zugriff auf neue Technologien
  • hohe Netzwerkkompetenz beim Anbieter
  • Betrieb der Netze in professionellen Umgebungen
  • Automatisierung vieler Aufgaben möglich
  • Netzwerkservices von überall aus zugänglich

Nachteile von NaaS

Durch NaaS entstehen auch einige Nachteile wie:

  • Abhängigkeit vom NaaS-Anbieter und seinen Technologien und Preisen
  • die Datenhoheit ist eventuell eingeschränkt
  • Inkompatibilität der eigenen Systeme mit der Infrastruktur des NaaS-Anbieters
  • die Verfügbarkeit der gebuchten Leistungen ist abhängig von der Verfügbarkeit des Providers, der Cloud oder des Internets - Service Level Agreements (SLAs) müssen definiert und überwacht werden
  • Einschränkungen bei der Individualisierung von Leistungen

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