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Definition Was ist fgOTN (fine grain Optical Transport Network)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 2 min Lesedauer

fgOTN (fine grain Optical Transport Network) ist eine Weiterentwicklung des klassischen Optical Transport Network (OTN). Sie ist für die Übertragung vieler kleinerer Datenströme mit Bandbreiten von wenigen Mbit/s bis circa 1 Gbit/s vorgesehen. fgOTN erfüllt strenge Anforderungen an Latenz, Synchronisation und Zuverlässigkeit und lässt sich beispielsweise zur Ablösung von SDH-Netzen einsetzen.

Mit fgOTN lassen sich viele kleine Datenströme mit garantierten Bandbreiten, geringen Latenzen und hoher Synchronisationsgenauigkeit per OTN übertragen.(Bild:  Copilot / KI-generiert)
Mit fgOTN lassen sich viele kleine Datenströme mit garantierten Bandbreiten, geringen Latenzen und hoher Synchronisationsgenauigkeit per OTN übertragen.
(Bild: Copilot / KI-generiert)

fgOTN (fine grain Optical Transport Network) ist eine Weiterentwicklung des klassischen OTN (Optical Transport Network). Während das klassische OTN mit großen Transportcontainern für sehr breitbandige Übertragungen arbeitet, ermöglicht fgOTN eine deutlich feinere Bandbreitengranularität, mit der sich kleine bis mittelgroße Datenströme mit strengen Anforderungen an Latenz, Synchronisation und Zuverlässigkeit effizienter transportieren lassen. Damit verbindet fgOTN die Stärken von OTN mit einer flexiblen Ressourcennutzung für die Übertragung von Diensten mit relativ niedrigen Bandbreiten.

Spezifiziert wird fgOTN von der ITU-T, dem Sektor für Telekommunikationsnormung der Internationalen Fernmeldeunion. Der fgOTN-Standard wurde von der ITU-T 2023 offiziell genehmigt und ist in verschiedenen ITU-T-Empfehlungen beschrieben, die auf bestehenden OTN-Empfehlungen aufbauen. Maßgeblich sind beispielsweise ITU-T-Empfehlungen wie G.709.20, G.798, G.808.4 und G.872. Zu den bekanntesten Anbietern von fgOTN-Produkten zählt Huawei.

Technische Merkmale und prinzipielle Funktionsweise von fine grain Optical Transport Network

fgOTN ergänzt das bestehende OTN um eine zusätzliche fgOTN-Pfadschicht mit einer bandbreiteneffizienten TDM-Unterstützung für Sub-1G-Dienste. Kleinere Dienste werden in speziellen fgODUflex-Containern mit einer optimierten Frame-Struktur abgebildet, denen feste Zeitschlitze zugewiesen werden und die über hochskalierbare OTN-Strecken transportiert werden. Die Dienste werden über ein spezielles fg-GMP-Dienste-Mapping (fine grain Generic Mapping Procedure) in die fgODUflex-Container übernommen. Die Bandbreitengranularität beträgt 10 Mbit/s.

Zentrale Merkmale der fgOTN-Datenübertragung sind:

  • Diensteisolierung mit festen Zeitschlitzen
  • niedrige Latenz im Mikrosekundenbereich
  • geringer Latenz-Jitter
  • garantierte Bandbreiten
  • unterbrechungsfreie Bandbreitenanpassung im Bereich von 100 ms
  • Hop-by-Hop-Taktübertragung zur Unterstützung von Diensten mit konstanter Bitrate (CBR)
  • verbesserte Funktionen für Betrieb, Verwaltung und Wartung (OAM)
  • schnelle Schutzumschaltung

Typische Einsatzbereiche von fine grain Optical Transport Network

fgOTN ist prädestiniert für Szenarien, in denen Dienste mit hohen Anforderungen an eine deterministische Latenz, physische Isolation und Taktgenauigkeit und mit Datenübertragungsraten von wenigen Mbit/s bis circa 1 Gbit/s über ein OTN mit hoher Gesamtkapazität transportiert werden sollen. Ein typischer Einsatzbereich ist die Ablösung oder Modernisierung von SDH-Netzen in kritischen Infrastrukturen, wie sie beispielsweise im Energiesektor, im Verkehrsbereich, im Finanzsektor oder von Behörden und öffentlichen Institutionen genutzt werden.

Mit fine grain Optical Transport Network lassen sich ältere, als extrem zuverlässig geltende Schnittstellen wie E1 oder STM-n in modernen, breitbandigen Glasfasernetzen effizient weiterbetreiben.

Ein weiterer Einsatzbereich von fgOTN ist der Mobilfunk. Die Technik lässt sich beispielsweise im Fronthaul- und Midhaul-Bereich von 5G- und 6G-Mobilfunknetzen nutzen, um Funkzellen mit TDM-ähnlicher Taktgenauigkeit und Latenz anzubinden.

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