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Glasfaserverband sieht Regulierungsbedarf VDSL2-Vectoring soll G.fast weichen

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Im Bundesverband Glasfaseranschluss e.V. (BUGLAS) organisierte Unternehmen fordern Vorfahrt für G.fast – VDSL2 gilt dagegen als Störfaktor, der bis zu 35 Prozent Bandbreite schluckt oder Modems gänzlich lahmlegt.

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NetColognes Vorschlag: Wer die Glasfaser ins Haus bringt, soll auch vollen Zugriff auf Kupferkabel bekommen.
NetColognes Vorschlag: Wer die Glasfaser ins Haus bringt, soll auch vollen Zugriff auf Kupferkabel bekommen.
(Bild: Valery Kloubert/NetCologne )

In einer jetzt verschickten Pressemitteilung lässt der BUGLAS VDSL2-Skeptiker zu Wort kommen. Denen zufolge ist die Technik nicht zukunftstauglich und könne zudem G.fast auf der In-House-Leitung stören. Eine „rechtlich-regulatorische Regelung“ solle den zu erwartenden Konflikt zugunsten von G.fast regeln, fordert etwa Netzbetreiber M-net.

Hintergrund: VDSL und G.fast nutzen Kupferleitungen, um die letzten Meter bis zum Endkunden zu überbrücken. VDSL2 überwindet dabei vergleichsweise lange Strecken, beispielsweise vom Kabelverzweiger bis zum Endkunden. G.fast ist schneller als VDSL2, dafür aber für kürzere Strecken ausgelegt. Damit taugt die Technik für Installationen, bei denen Glasfaserkabel noch näher zum Anwender rücken; Beispiel FTTB: Hier werden die Lichtleiter bis zum Haus verlegt und Daten innerhalb des Gebäudes über klassische Kupferkabel weitergeleitet.

Das Problem: Werden beide Techniken gleichzeitig eingesetzt, kann es zu Wechselwirkungen kommen. Netcologne warnt: „Sollte das Spektrum ab 2,2 MHz durch VDSL-Vectoring und G.FAST gemeinsam genutzt werden, kommt es tatsächlich zu erheblichen Störungen auf beiden Leitungen. Dies geht sogar soweit, dass sich keine der Leitungen mit dem entsprechendem Modem des Kunden synchronisieren kann.“

Wenn G.fast höhere Frequenzen als VDSL nutzt, kann allerdings genau solch ein Übersprechen vermieden werden. Aus diesem Grund schlägt die ITU für G.fast neben den Startfrequenzen von 2,2 MHz und 8,5 MHz auch die Einstiegspunkte 17,664 MHz und 30 MHz vor. Mit solch beschnittenen Frequenzen würde freilich auch G.fast ausgebremst. Mit einem für VDSL2 reservierten Spektrum von 2,2 MHz bis 30 MHz fielen laut Netcologne 35 Prozent der Bandbreite für G.fast weg – das entspreche 350 Mbit/s.

Horst Schmitz, Technikleiter bei NetCologne, meint daher: Die Priorität für diese Frequenzbereiche sollte der Anbieter erhalten, der die Glasfaser bis ins Gebäude ausgebaut hat. Das impliziert: Mit VDSL2-Anschlüssen vom Kabelverzweiger hätte die Deutsche Telekom dann das Nachsehen, wenn ein alternativer Versorger Glasfasern näher zum Endverbraucher verlegt.

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