LEW TelNet-Geschäftsführerin sagt, wie Kommunen an Glasfaser kommen

Trixl: „Auf dem Land rechnet sich Breitband ohne Fördermittel nicht.“

14.10.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Erna-Maria Trixl: „Die Kommunen schreiben zu niedrige Bandbreiten aus.“, Bild: LEW
Erna-Maria Trixl: „Die Kommunen schreiben zu niedrige Bandbreiten aus.“, Bild: LEW

Allein in Schwaben gibt es 245.000 Haushalte in 137 Gemeinden, die mit weniger als 6 Megabit online gehen können. LEW TelNet, eine 100prozentige Tochter des regionalen Energieversorgers Lechwerke AG, betreibt dessen eigenes Glasfasernetz und baut es für die öffentliche Nutzung aus. Geschäftsführerin Erna-Maria Trixl, sagt im Interview mit IP-Insider, wie sie sich den weiteren Breitbandausbau vorstellt.

Das Netz der LEW TelNet ist ein Glasfasernetz vom rund 1500 Kilometern Länge und umfasst 50 Netzknoten sowie 32 Hauptverteiler in der Region Schwaben. Es ist von der Telekom unabhängig. Ursprünglich diente das Netz dazu, eine Fernwartung der Umspannwerke der Lechwerke AG zu ermöglichen. Bereits seit 1998 allerdings wird das Netz auch für öffentliche Telefonate genutzt. Mittlerweile hat das Unternehmen über 200 Glasfaseranschlüsse für Geschäftskunden realisiert.

Die Versorgung der Bevölkerung mit VDSL – Glasfaser im Backbone, beziehungsweise bis zum Kabelverzweiger (KVZ) und Kupferleitungen bis zum Endkunden, erlaubt derzeit Datenübertragungsraten bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Man spricht hier auch von „Fibre To The Curb“ (FTTC). Die Kupferleitungen gehören ausschließlich der Telekom und LEW TelNet zahlt, wie alle Breitbandversorger für diese Teilnehmer-Anschluss-Leitungen (TAL).

Seit dem 1. Juli dieses Jahres gilt für die Übernahme der TAL ohne Arbeiten beim Endkunden ein Entgelt von 30,83 Euro. Für die derzeit häufigste Variante, die Neuschaltung der Kupferdoppelader Zweidraht hochbitratig ohne Arbeiten am Kabelverzweiger und mit Arbeiten beim Endkunden, beläuft sich der Tarif auf 53,35 Euro.

VDSL ersetzt asynchrones DSL

Für die Gewährung des Zugangs zum hochbitratigen Teil der TAL gilt ein monatlicher Überlassungspreis von 1,84 Euro. Das Entgelt für die häufigste Bereitstellungsvariante, die Neuschaltung ohne Arbeiten am Kabelverzweiger und ohne Arbeiten beim Endkunden, beträgt 51,22 Euro.

Very High Speed Digital Subscriper Line (VDSL) gilt zunächst als Voraussetzung dafür, dass das Breitbandziel der Bunderegierung bis 2014 erfüllt werden kann. Denn das Kupferkabelnetz der Telekom ist aufgrund physikalischer Restriktiven am Ende der Lebensdauer angekommen. Schon heute benötigen zumindest viele Betriebe, etwa für Vido-Conferencing, Bandbreiten von 10 Megabit pro Sekunde. Doch schon bald werden sie 100 Megabit pro Sekunde und mehr erwarten.

Der Ausbau erfordert jedoch nicht nur das Verlegen von Fasern und das Verbinden mit überregionalen netzen sowie in den Schaltverteilern, sondern auch Partner für den Betrieb. In einem der jüngsten Projekte, VDSL in Diedorf arbeitet LEW TelNet mit O2/Telefónica zusammen (siehe: Franz Josef Pschierer: „Der Staatssekretär will keine Zweiklassengesellschaft“). Zu den weiteren Partnern gehören aber auch Vodafone und M-Net.

VDSL-Projekte von VEW TelNet

Mit dem regionalen Provider realisiert LEW Telnet derzeit etwa VDSL in Prittriching und Winkl – bis zum Jahresanfang 2011 sollen dort insgesamt 7.500 Meter neuen Glasfaser- und Kupferleitungen für 1200 Haushalte verlegt sein –sowie in Scheuring. Hier können es bis 2011 mehr als vier Kilometer neue Leitungen für 1000 Haushalte sein.

In Denklingen können rund 800 Kunden sogar in den Genuss eines Glasfaser-Hausanschlusses kommen. Trotzdem sagt Erna-Maria Trixl, die Geschäftsführerin von LEW TelNet, dass sich ein Breitbandausbau auf dem Land nicht rechnet, zumindest nicht ohne Beteiligung der Kommunen, den Landes, des Bundes und der Europäischen Union.

weiter mit: Warum rechnet sich das Verlegen von neuen Leitungen auf dem Land nicht?

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