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Definition Was ist Telnet?

Über eine Client-Server-Verbindung mit dem Telnet-Protokoll ist der Remote-Zugriff auf einen entfernten Rechner per IP-Netz möglich. Mit textbasierten Kommandos lassen sich auf dem entfernten Rechner Funktionen ausführen. Ein geeigneter Client ist in fast allen Betriebssystemen integriert.

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(© aga7ta - Fotolia)

Telnet ist ursprünglich eine Abkürzung für "Telecommunication Network" und bezeichnet ein Protokoll aus der TCP/IP-Welt, mit dem sich textbasierte Kommandos auf entfernten Rechnern ausführen lassen. Es ist eines der ältesten Protokolle im IP-Umfeld und wurde bereits 1969 im Rahmen des Projekts ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) entwickelt. Die Spezifikation erfolgte im Jahr 1973 im RFC 495.

Erweiterungen des Protokolls sind unter anderem in den Standards RFC 854 und RFC 855 zu finden. Es handelt sich um ein Client-Server-basiertes Protokoll, bei dem der ferngesteuerte Rechner als Server fungiert. Auf dem steuernden Rechner wird der Client ausgeführt. Clients sind in fast allen gängigen Betriebssystemen wie Windows, Linux, Unix oder macOS implementiert. Darüber hinaus existieren zahlreiche kommerzielle oder freie Clients wie der Open-Source-Client PuTTY. Der Begriff Telnet findet im IP-Umfeld nicht nur für das Protokoll, sondern auch für die Dienste der Server und Clients Verwendung.

Die Funktionsweise von Telnet

Der Client startet den Verbindungsaufbau für eine Session mit dem Befehl "telnet" gefolgt von dem Computernamen oder der Ziel-IP-Adresse. Der Verbindung nutzt standardmäßig den Port 23. Anschließend findet in der Regel eine Authentifizierung mit einem Passwort statt. Verbindungen lassen sich auch zu anderen Ports als dem Standardport 23 aufbauen, indem neben dem Computernamen oder der IP-Adresse der gewünschte Zielport angegeben wird. Ist die Session etabliert, überträgt das Protokoll die Texteingaben des Clients auf den entfernten Rechner. Kommandos werden dort ausgeführt und Ergebnisse oder Statusmeldungen in Textform an den Client zurückgesendet.

Verwendung von Telnet

Eine typische Anwendung ist die Fernsteuerung von Computern mit textbasierten Ein- und Ausgaben. So lassen sich beispielsweise Ressourcen auf einem Server, der sich an einem bestimmten Ort befindet, für andere zugänglich machen. Auch viele Netzwerkgeräte wie Router, Switches oder Accesspoints sind über die textbasierten Sessions zu steuern und zu managen.

Ein weiterer Anwendungsbereich ist der Zugriff auf Datenbanken. Über viele Jahre war der Zugriff auf im Netz verfügbare Datenbanken nur mit den textbasierten Sessions möglich. Diese Zugriffsart wurde jedoch durch webbasierte Zugriffsmöglichkeiten fast vollständig abgelöst. Zu Diagnosezwecken ist es möglich, mit einem Telnet-Client Verbindungen zu anderen IP-Diensten wie SMTP, HTTP, FTP, IMAP oder POP3 aufzubauen. Hierfür ist beim Verbindungsaufbau der jeweilige Port des Dienstes zu benennen. In diesem Fall kommt also nicht der Standardport 23 zum Einsatz. Dank dieser Möglichkeit lässt sich die grundsätzliche Verfügbarkeit und Funktion der Dienste testen.

Besonderheiten und Sicherheitsaspekte

Sessions können plattformübergreifend zum Einsatz kommen. Nur wenige Systeme unterstützen den offiziellen Standard nicht. Es ist für eine Verbindung unerheblich, welches Betriebssystem Client und Server verwenden. Abhängig von den Berechtigungen ist prinzipiell der Zugriff auf sämtliche Ressourcen des entfernten Systems realisierbar.

In den Windows-Versionen Windows 7, 8 und 10 ist das Telnet-Protokoll zwar grundsätzlich vorhanden, muss aber für die Nutzung zuvor aktiviert werden. Erst anschließend kann es über die Eingabeaufforderung aufgerufen werden.

Telnet ist ohne zusätzliche Maßnahmen ein unverschlüsseltes Protokoll und überträgt die Anmeldedaten sowie die Ein- und Ausgaben im Klartext. Damit sind Verbindungen unter Umständen durch Unbefugte abhörbar. Während das Risiko in lokalen Netzwerken überschaubar ist, stellen Verbindungen über das Internet deshalb ein Sicherheitsrisiko dar. Aus Sicherheitsgründen ist daher der Einsatz von SSH (Secure Shell) zu empfehlen. Es erlaubt ebenfalls den Verbindungsaufbau und die Übertragung von textbasierten Kommandos zu entfernten Rechnern, verwendet aber eine sichere Verschlüsselung. Der Open-Source-Client PuTTY beherrscht neben unverschlüsselten Sitzungen auch SSH.

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