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Q1 2026 Internet Disruptions Report von Cloudfare Staatliche Eingriffe kehren zurück: neue Dynamik bei Internetausfällen

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Nach einem auffällig ruhigen Vorjahr nehmen politische Abschaltungen, Konfliktfolgen und Infrastrukturschäden wieder zu. Der aktuelle Bericht von Cloudflare zeigt eine klare Gegenbewegung.

Cloudflares aktueller Report zeigt eine Trendumkehr: Staatliche Netzsperren in Uganda, Iran und Kongo sowie Drohnenangriffe auf AWS-Rechenzentren prägen das Quartal.(Bild:  Cloudfare)
Cloudflares aktueller Report zeigt eine Trendumkehr: Staatliche Netzsperren in Uganda, Iran und Kongo sowie Drohnenangriffe auf AWS-Rechenzentren prägen das Quartal.
(Bild: Cloudfare)

Im ersten Quartal 2025 blieb ein ungewöhnlicher Befund: staatlich angeordnete Internetsperren spielten praktisch keine Rolle. Ein Jahr später hat sich das Bild gedreht. Der neue Cloudflare-Report dokumentiert eine Rückkehr politischer Eingriffe, begleitet von physischen Schäden und anhaltenden strukturellen Schwächen der Netzinfrastruktur.

Auch im direkten Vergleich mit dem Vorquartal wird die Verschiebung sichtbar. Während im vierten Quartal 2025 vor allem technische Defekte, Kabelschäden und Extremwetter dominierten, rücken im ersten Quartal 2026 politische Eingriffe und Konfliktfolgen wieder in den Vordergrund. Die Ursachen für Störungen verlagern sich damit spürbar weg von rein technischen Problemen hin zu gezielten Eingriffen und externen Einflüssen.

In Uganda setzte die Kommunikationsbehörde UCC kurz vor der Präsidentschaftswahl am 15. Januar den öffentlichen Internetzugang aus. Der Datenverkehr sank nahezu auf null und blieb bis zum 17. Januar effektiv bei null. Vorangegangenen Versicherungen, diesmal werde es keine Abschaltung geben, zum Trotz.

Gravierender traf es den Iran. Zwei landesweite Abschaltungen – die erste ab 8. Januar, die zweite ab 28. Februar – ließen den Datenverkehr auf unter ein Prozent des üblichen Niveaus fallen. Durchgesetzt wurden die Sperren offenbar durch aggressives Filtering sowie so genannte „Whitelists" und „weiße SIM-Karten", die nur ausgewählten Nutzern Zugang zu staatlich genehmigten Seiten gewährten. Bis Ende April war der Iran noch immer weitgehend offline – damit zählt dieser Fall zu den längsten anhaltenden Internetunterbrechungen der jüngeren Geschichte. Bereits im zweiten Quartal 2025 hatte Cloudflare den Iran als Schauplatz einer landesweiten Abschaltung dokumentiert.

Auch rund um Wahlen bleibt das Muster stabil. In der Republik Kongo fiel der Internetverkehr während der Präsidentschaftswahlen für rund 60 Stunden nahezu komplett aus. Solche Eingriffe sind kein Einzelfall, sondern Teil wiederkehrender politischer Praxis.

Neues Bedrohungsszenario: Rechenzentren als Angriffsziel

Das markanteste Ereignis des Quartals spielte sich im Nahen Osten ab. Wie es im Clodefare-Report heißt, beschädigten Drohnenangriffe Anfang März physisch mehrere AWS-Rechenzentren: Zwei Einrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden direkt getroffen, eine in Bahrain durch einen nahegelegenen Einschlag vom Netz genommen. Amazon bestätigte strukturelle Schäden, unterbrochene Stromversorgung und Löscharbeiten, die zusätzliche Wasserschäden nach sich zogen.

Cloudflares eigene Messdaten zeigten erhöhte Verbindungsfehlerraten für beide Regionen über mehrere Tage. AWS riet betroffenen Kunden, Daten zu sichern oder Workloads in andere Regionen zu migrieren.

Alte Schwachstellen bleiben bestehen

Unverändert prägen klassische Ursachen das Störungsbild. Extremwetter, beschädigte Unterseekabel und technische Defekte führten weiterhin zu großflächigen Ausfällen, unter anderem in Portugal, der Republik Kongo und Guinea. Diese Ereignisse zeigen, dass die physische Basis des Internets vielerorts anfällig bleibt.

Der Bericht macht damit eine Verschiebung sichtbar: Nach einer kurzen Phase relativer Ruhe kehren politische Eingriffe zurück und treffen auf eine Infrastruktur, die ohnehin unter Druck steht. Internetausfälle entstehen zunehmend aus dem Zusammenspiel von Politik, Konflikten und Technik.

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